Siegmund von Hausegger: Dionysische Phantasie, Aufklänge, Wieland der Schmid (CPO)

Die symphonischen Werke Siegmund von Hauseggers‘ (1872-1948) orientieren sich in erster Linie an dem Klangbild jener Komponisten, die man der Romantik zuschreiben kann und dennoch versteht er es, sich auf Grund seines Kompositionsstils, sich in Details zu unterscheiden. Beim ersten Werk, Aufklänge, klingen immer wieder vereinzelte Sequenzen der ursprünglichen Melodie des Kinderliedes“ Schlaf Kindchen Schlaf“ heraus. Geradezu meisterhaft versteht es hier der Komponist, diesem Lied seinen eigenen kompositorischen Stempel aufzudrücken. Auch bei den beiden Symphonischen Dichtungen: die Dionysische Phantasie und Wieland der Schmied, versteht Siegmund von Hausegger, kleinere, symphonische Meisterwerke vor den Ohren seiner Hörer entstehen zu lassen. Die Bamberger Symphoniker, unter der Leitung von Antony Hermus, zelebrieren einen spannungsgeladenen Klangteppich, der jeden Zuhörer sofort für diese Musik begeistern wird. Hörenswert!
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L’Enfant Prodigue / Ravel: L’Enfant et les sortileges (Warner)

Unter der Leitung von Mikko Franck (der Verfasser besprach unlängst eine Elektra vom 4.4.2015 unter seiner Leitung) bietet das Orchestre de Philharmonique de Radio France seinen Zuhörern einen Debussy – bzw. Ravelklangteppich vom
Feinsten. Auf der ersten CD, im L’Enfant et les sortileges von Maurice Ravel bestechen in der Gesamtaufnahme vor allem Nathalie Stutzmann mit ihrer einzigartigen Klangfarbe und Sabine Deveilhe mit ihrer einfühlsamen Stimme. Auf der zweiten CD hören wird dann das als  lyrische Scene (Kantata) bezeichnete Werk L’Enfant Prodige von Claude Debussy. Hier besticht vor allem Karina Gauvin, die ihre Rolle einmal mehr bravourös ausformt. Desweiteren singen  Roberto Alagna den Azael und Jean-Francoise Lapointe den Simeon. Abgerundet wird diese CD mit dem Finale der 8. Sinfonie, ebenfalls von Claude Debussy.
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Hommage A Boulez – Daniel Barenboim (Universal)

Die auf der ersten CD im Vordergrund stehenden Kompositionen von Pierre Boulez: Derive2, Dialoge de L’ombre double und Memoriale, zeichnen sich vor allem durch einen reduzierten Orchesterklang aus. Die Musik ist weniger melodiös und orientiert sich somit an dem europäischen Klangbild der Moderne. Die kompositorische Handschrift von Pierre Boulez ist so, nach dem jetzigen Wissensstand des Verfassers, von keinem anderen Komponisten im Detail verwendet worden; es handelt sich hierbei um eigenständige Klangschöpfungen, an dessen Klangbild sich der weniger mit moderner Musik vertraute Hörer langsam heranarbeiten, ja gewöhnen muß. Um sich für diese Musik begeistern zu können, muß man diese wirklich mögen und auch versuchen, diese weniger schön anmutenden Klänge zu verstehen. Daniel Barenboim mit seinem West-Eastern Divan Orchestra gelingt- es gibt leider kaum Vergleichsmöglichkeiten- eine gelungene, musikalische Umsetzung dieser Werke. Auf der zweiten CD erleben wir dann, wie Pierre Boulez seine Komposition Le Marteau sans maitre dirigiert. Die drei Kompositionen für Altstimme ( L’Artisanat furieux, Bel edifice et les pressentiment und Boureaux de solitude) werden von Hilary Summers interpretiert, deren Stimme permannent, teilweise auch etwas disharmonisch anmutend, durch zwei-drei Oktaven gleitet. Im Anschluß dann wieder unter der Leitung von Daniel Barenboim: Anthemes 2 und Messagesquisse des Komponisten Boulez.
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Leo Fall: Paroli (CPO)

Das WDR Funkhausorchester Köln, unter der Leitung von Axel Kober, bietet dem Zuhörer einen wunderbaren Klangteppich. Die Oper Paroli des österreichischen Komponisten Leo Fall (1873-1925) wirkt allerdings etwas dialoglastig, da die Texte nicht als Rezitative in die Musik eingebunden sind. Gesanglich und musikalisch überzeugend, zum einen wegen des hervorragenden Orchesterklanges und zum anderen auch wegen des homogenen Ensembles: Anke Krabbe (Sopran), Andrea Bönig (Alt), Jörg Dürmüller (Tenor), Michael  Roider (Tenor), Ralf Lukas (Bariton) und Henning Freiberg als Sprecher, die bestens aufeinander abgestimmt sind und deren Freude an der Aufführung dieses Werkes einen dann doch mitreißt.
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Mozart: Don Giovanni, Wien 1999 (DVD,Arthaus)

Riccardo Muti und die Wiener Philharmoniker servieren dem Zuhörer auf dieser DVD einen Mozartklang, der überaus energiegeladen anmutet. Carlos Alvarez ist vom Stimmklang her, ein nicht so eleganter, aber doch überzeugender Don Giovanni. Franz Josef Selig ist mit seiner großartigen Stimmführung ein herausragender Commendatore. Adrianna Pieczonka als Donna Anna und Anna Caterina Antonacci als Donna Elvira bilden ein großartiges, intensiv gesungenes
Damenduo. Michael Schade ist mit seiner mühelosen Höhe und seiner hervorragenden Stimmführung ein idealer Don Ottavio.- Ildebrando D’Arcangelo besticht mit seiner Eleganz als Leporello. Angelika Kirchschlager ist als Zerlina phantastisch. Lorenzo Regazzo gibt einen eher gröberen Masetto. Maksimiljan Cencic’s Inszenierung ist klassisch mit herrlichen, opulenten Kostümen.

 

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Monteverdi: 3X Poppea ( DVD, Warner)

Auf der ersten DVD werden wir mit einer L’Incoronazione die Poppea- Produktion aus dem Jahre 2010 aus dem Norwegian National Opera House beglückt. Die Inszenierung stammt von Ole Anders Tandberg und ist schlicht gehalten; die Bilder muten schwarz- weiß an mit immer wieder roten Farbsprenkeln, die uns auf die nicht unblutige Handlung hinweisen sollen. Das Orchestra of the Norwegian National Opera wird von Alessandro di Marchi grandios durch die Partitur geführt. Eine musikalische Spannungskurve, die bis zur letzten Sekunde gehalten wird. Jecek Laszczkowski, der die Rolle des Nero auch schon in Hambrug mehrfach bravourös gestaltet hat, ist auch in dieser Produktoin umwerfend. Birgitte Christiensen, einem Marilyn Monroe Film entsprungen, ist mit ihrem einzigartigen Stimmtimbre eine hervorragende Poppea. Tim Mead, der schon seit Jahren im Händeldfach von sich reden macht, singt einen großartigen Ortone, Marita Spolberg besticht als Drusilla. Tone Kruse hat als Nurse leider ein wenig mit der italienischen Artikulation zu kämpfen; gesanglich gibt es hingegen nichts zu beanstanden: toll gesungen. In weiteren Rollen runden  Patricia Bardon als Ottavia, Amelie Aldenheim als Amore, Ina Kringlborn als Fortuna, Giovanni Battista Parodi als Seneca, Emiliano Gonzales Toro als Arnalta, David Fielder als Valetto und Magnus Staveland als Lucano, dieses großartige Ensemble ab und es gelingt ihnen, einen einzigartigen Monteverdi -Abend zu zaubern. Die zweite DVD stammt von den Schwetzinger Festpielen und ist aus dem Jahre 1993. Hier sind Rene Jacobs und das Concerto Köln für einen hinreißenden Monteverdiklang verantwortlich. Patricia Schumann gibt eine rollendeckende Poppea. Der Nero wurde hier mit dem Tenor Richard Croft ansprechend besetzt. Kathleen Kuhlmann ist als Ottavia grandios. Ebenfalls phantastisch die Nuttrice, gesungen von einem farbigen Countertenor, der offenbar im Beipackheft nicht weiter erwähnt wird. Abgerundet wird das ganze mit der Poppea from the Theaterhaus Stuttgart Gauthier Dance; eine grandiose, mitreißende Tanzperformance .

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Richard Wagner: Parsifal (DVD; Challenge)

Das Royal Concertgebouw Orchestra unter der Leitung von Ivan Fischer serviert auf dieser DVD einen spannenden, opulenten, Wagnerklang, der obgleich nach Meinung des Verfasser nicht getragen genug , so doch in sich konsequent und überzeugend. Falk  Struckmann zeichnet als Gurnemanz eine überzeugende Chrakterstudio. Mikhial Petrneko ist ins einer Doppelrolle als Titurel und Klingsor schlichtweg grandios. Aleja dro Marco-Burhmester überzeugt als Amfortas und Petra Lang ist eine erotisch von Stimmklang her verführerische  Kundry. Christophe rVentre überzeugt mit seinem helltimbrierten Tenor,sowohl als naiver junger wie auch im letzten Akt als abgeklärter wirkender Parsifal, ein hervorragendes Rollenporträt. Das Bühnenbild sit spärlich und in ein rotes Licht getaucht. Eine großartige Werkausdeutung die bei getragenerem Tempi noch überzeugender hätte sein können.
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