Calidoro String Quartet. Resilience (Signum Classics)

Das String Quartet No. 2 op. 92  von Sergei Prokofiev, gespielt vom Calidoro String Quartet ( Jeffrey Myers -& Ryan Meehan – Violine, Jeremy Berry – Viola, Estelle Choi – Cello) , zeichnet sich durch ein energiegeladenes, angerautes Klangbild, mit hervorragend ausgedeuteten gezupften Passagen, aus. Auch beim String Quartet No. 1 von Leos Janacek erleben wir dieses energiegeladene, angeraute Klangbild. Beide muten eher modern von Klangcharakter her und weniger melodisch an. Melodischer mutet hier schon  von Osvaldo Galijov (b. 1960) das „Tenebrae“ an. Auch im String Quartet No. 6 op. 80 von Felix Mendelssohn-Bartholdy finden wir ein ähnliches Klangbild, wie in den ersten beiden Streichquartetten wieder. Leider werden auf dieser CD die unterschiedlichen Klangcharaktere der einzelnen Kompositionen, trotz einer beeindruckenden und mitreißenden Spielweise, nach Meinung des Verfassers, nicht dezidiert genug herausgearbeitet.

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Mozart & WEber Quintets: Carducci String Quartett, Julian Bliss – Klarinette (Signum Records)

Das Klarinettenkonzert in b-flat major op. 34 J. 182 von Carl Maria von Weber wird von Julian Bliss an der Klarinette  im ersten Satz gefühlvoll ausziseliert, mit wunderbaren Laufpassagen, großartig ausgeformten virtuosen Passagen und  hervorragenden Trillern. Der zweite Satz besticht vor allem wegen seiner gefühlvoll ausgedeuteten Pianopassagen, schönen Trillern und im dritten und vierten Satz sind es wiederum diese traumhaften virtuosen Passagen die einfach begeistern. Gleiches gilt auch für das Klarinetten Quintett in a-major K. 581 von Wolfgang A. Mozart, auch hier besticht wiederum diese gefühlvolle Interpretation, wundervolle Triller und diese hervorragende Tonbalance. Das Carducci String Quartett (Matthew Denton & Michelle Fleming – Violine, Eoin Schmidt Martin – Viola, Emma Denton – Cello) verschmilzt hier mit Julian Bliss (Klarinette) zu einer perfekten harmonischen Einheit. Dieses weiche, elegante Klangbild in den Streicherpassagen des Carducci String Quartettes geht zu keiner Zeit zu lasten der Innenspannung. Für jedes dieser beiden Werke finden die Musiker einen individuellen Tonfall. Eine CD, die von der ersten bis zur letzten Note begeistert.

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A Walk with Ivor Gurney; Sarah Connelly (Signum Records)

„Fantasie on a Theme by Thomas Tallis“ von Ralph Vaughan Williams bietet ein eher düsteres Klangbild, getragen vom Tempo, ergreifend und wunderschön ausziseliert. Auch „Like as the Hart“ von Herbert Howell wird im eher getragenem Tempo im Piano fast zelebriert. Vom Chorklang her eher der Gregorianik entlehnt, mit Orgel Unterstützung, modern und dennoch melodisch. Die darauffolgende Komposition „Since I belive in God…“ von Ivor Gurneyn bietet ein sakrales Klangspektrum, getragen aber moderner vom Klangbild. Bei  „A Walk with Ivor Gurney“ von Judith Bingham  handelt es sich um eine Welt Ersteinspielung , modern und dennoch melodisch. Sarah Connelly formt den Text gefühlvoll aus und bildet mit ihrer Stimme in Verbindung mit dem Chor eine wundervolle musikalische Einheit. Grandios wie gefühlvoll sie daraufhin „By a bierside“ von Ivor Gurney zelebriert. Auch die beidcn darauffolgenden Lieder „In Flandern (orchestriert von Herbert Howells)“ und Sleep (orchestriert von Gerald Finzi)“ von Ivor Gurney werden grandios von Sarah Connelly ausgedeutet. Bei der „An Oxford Elegy“ von Ralph Vaughan Williams, bietet uns der Erzähler Simon Callow mit der Ausdeutung der Texte ein differenziertes, gefühlvolle vorgetragenes Klangbild, grandios außerdem die dramatisch, intensive anmutenden Chorszenen. Zum Abschluß dann noch die beiden wundervollen Chorkompositionen „Vallant for truth“ und “ Lord thou hast been our refuge“ von Ralph Vaughan Williams, die ebenfalls hervorragend ausgeformt werden. Eine CD die von der ersten bis zur letzten Note begeistert.

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Francesco Cilea: Adriana Lecouvreur, Verbier 2018; auf ca. 79 Minuten gekürzt (DVD; Premiere Opera)

Es gibt leider immer wieder stümperhafte Schnitte, die das ansehen dieser konzertanten Produktion zu einem einzigen Ärgernis werden lassen, zumal man die  ca. 40 minütige Pause in voller Länge ertragen muß, glücklicherweise gibt es den schnellen Vorlauf. Die konzertante Produktion wurde im August 2018 in Verbier mitgeschnitten. Valery Gergiev bietet mit seinem Orchester einen grandiosen Orchesterklang. Tatiana Serjan gelingt eine berührende, dramatische, in sich schlüssige, grandiose Adriana. Ekaterina Semenchuk gibt eine herausragende Prinzessin. Migran Agadzhanyan gelingt mit seinem höhensicheren, teilweise etwas zu draufgängerisch anmutenden, Tenor (man fühlt sich an die frühen Jahre von Rolando Villazon erinnert) eine großartige Maurizio Interpretation. Alexey Markov gibt einen hervorragenden Michonnet und Milan Siljanov besticht als Prinz. Weniger stümperhafte Kürzungen hätte dieser DVD das Prädikat besonders wertvoll angedeihen lassen, so ist es leider nur absoluter Schrott. Ärgerlich für die verschwendeten Resourcen (Sänger und Material)

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Gaetano Donizetti: L’Elisir d’amore; Macerata 07/2018 (DVD; Premiere Opera)

Das Ambiente wurde kurzer Hand an einen Strand verlegt, mit einem kleinen Strandkaffee, bewirtschaftet von Nemorino und Gianetta. Dulcamara bietet Energiedrinks an und Belcore, von der Marine,  macht auch ohne Uniform eine gute Figur. John Osborn ist als Nemorino phänomenal. so das das Publikum zurecht eine Zugabe, anders phrasiert als beim ersten Mal, des „Una furtiva lagrima“ einforderte. Mariangela Sicilia, aparte und charmante ist als Adina einfach umwerfend. Juriii Samoilov gelingt mit seinem eleganten, charmanten Bariton eine ideale Belcore Interpretation. Alex Esposito gibt einen umwerfenden Dulcamara und Francesca Benitez, von der man zuerst dachte, sie sei nur als schmückendes Beiwerk engagiert wurden, bestach als Gianetta mit ihrem umwerfenden Charme und ihrer gut platzierten, teilweise etwas soubrettenhaft anmutenden, Sopranstimme. Eine grandiose Produktion. Die Tonbalance, es ist eine Freiluftveranstaltung, ist nicht immer ganz Ideal und dennoch gelingt Francesco Lanzillotta mit seinem Orchester eine ideale Werkausdeutung, Ein Name den man sich Merken sollte.

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Oslo Philharmonic + Petrenko – Alexander Scriabin: Sinfonie Nr 1 und Nr. 5 (LAWO)

Mit einem wundervoll anmutenden Piano und einer sich mehr und mehr steigernden Intensität gelingt es dem Oslo Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Vasily Petrenko bei der Sinfonie No. 1 op. 26 von Alexander Scriabin das Publikum von der ersten Sekunde an zu fesseln. Tiefsinnig, etwas düster mit brillianten Streichern und mit welch einer Eleganz er es versteht dramatische Affekte zu platzieren, somit trifft Vasily Petrenko exakt den richtigen Tonfall. Grandios diese dramatische Intensität im zweiten Satz. Im Schlußsatz bestechen  die Mezzosopranistin Alisa Kolosova mit ihrem warmen, sinnlichen Mezzoklang und die helle, höhensichere Tenorstimme von Alexey Dolgov, dessen Stimmen hervorragend miteinander verschmelzen. Wunderbar der gefühlvoll singende Oslo Philharmonic Choir, der sich zum Ende noch zu einem dramatischen Schlußton steigert. In der 5. Sinfonie – Prometheus the Poem of Fire, op. 60 – treffen wir auf den Pianisten Kirill Gerstein, Modernes, dramatisches Klangbild, selbst der Tonfall des Klaviers mutet etwas disharmonisches an, wird aber dennoch gefühlvoll und feinsinnig von Kirill Gerstein ausziseliert, mit einer grandiosen, spannungsgeladenen Chorszene.  Beim Klang des Orchesters meint man Prometheus förmlich vor sich auferstehen zu sehen, ein grandios ausgedeutetes Werk. Eine CD, die von er ersten bis zur letzten Note begeistert.

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Mozart: Streichquartette K. 421, K. 429, K. 465 – Endegard Quartett (LAWAO)

Das Endegard Quartett (Arvid Endegard, Alex Robson – Violine, Juliet Jopling – Viola, Jan Clemens Carlsen – Cello) zeichnet sich durch seinen gefühlvollen Mozartton und eine in perfekter Harmonie aufeinander abgestimmter Tonklang aus. Mit einer mitreißenden Leichtigkeit, der es keineswegs an interpretatorischer Tiefe fehlt, geht es in den ersten Satz des Streichquartettes No. 15 in D-Minor K421/417b. Hinzu kommt ein weicher und dennoch intensiver Violinenklang. Im zweiten Satz besticht diese, fast schon erhaben anmutende, feinsinnige Eleganz. Im dritten Satz wird der Tonfall etwas angerauter, mit großartigen Trillern, berückende virtuose Passagen im 4.Satz. Der Beginn des Streichquartette No. 16  K.428/421b, mutet etwas düster an, aber schon nach wenigen Sekunden gewinnt, durch eine  mitreißende Virtuosität und diese großartig ausgeformten Triller, jene diesesmal nicht so ganz unbeschwert anmutende Leichtigkeit im Ton die Oberhand, die einfach begeistert. Der zweite Satz hat einen nachdenklich anmutenden Charakter, ebenfalls mit  wundervolle,n weniger unbeschwert ausgeformt wirkenden Triller. Umwerfend diese Virtuosität und diese federnde Leichtigkeit im ersten Satz des Quartettes Nr. 19 K. 465. Grandios diese Tonbalance und dieser mitreißende silbrig schimmernde Violinenklang im dritten Satz. Im letzten Satz dann noch einmal die ungestüme Virtuosität und diese herrlich ausgformten Triller. Eine CD die von der ersten bis zur letzten Note begeistert,

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