Hamburg Süd für 4.4 Millarden an Mersk verkauft

Wer heute „Die Welt“ und das „Hamburger Abendblatt“ gelesen hat, der muß bei den Kommentaren von Herrn Horch und Herrn Nagel nicht nur an deren Intelligenz sondern auch an deren wirtschaftlicher Kompetenz erheblich gezweifelt haben. Wir erinnern uns zurück als es darum ging das Hapag Lloyd an ein Unternehmen aus Singapur verkauft werden sollte. Da war vom Ausverkauf die Rede gewesen und davon, das der Standort Deutschland geschwächt wird. Ein Hamburger Traditionsunternehmen in ausländischen Händen, nein, da mußte der Senat eingreifen und zwar auf kosten der Steuerzahler, heute ist Hapag Lloyd fest u a. in brasilianischer Hand. Jetzt aber wenn Mersk die Hamburg Süd kauft ( ein Unternehmen das keinerlei Schulden hat, im Gegensatz zum Käufer) dann wird dadurch der Standort Deutschland bzw. Hamburgs gestärkt, ganz ehrlich, wer soll das denn glauben? Die Mitarbeiten die heute zu hunderten auf die Straße gingen mit Sicherheit nicht, die könne nämlich rechnen. In der Vergangenheit hat die Hamburg Süd X Unternehmen aufgekauft und die Namen der Unternehmen sind über kurz oder lang verschwunden. Hier wird es sich ähnlich verhalten. Der Stadtort Deutschlands wird gestärkt in dem die Marke Hamburg Süd unter  Umständen noch erhalten bleibt als Marke, nicht als Unternehmen und von den an die tausend Mitarbeiten werden vielleicht noch 100 ihren Job haben. Das versteht Herr Horch darunter, das der Standort Hamburg bzw. Deutschland gestärkt wird. Dieser Mann müßte wegen akuter Unfähigkeit sofort zurücktreten. Die Mitarbeiter haben das Unternehmen  zu dem gemacht  was es ist und werden demnächst aus Dankbarkeit dafür ihren Job verlieren, das verstehen Herrn wie Horch und Nagel davon einen Standort zu stärken. Das Unternehmen ist übrigens maximal 1 Milliarde Wert, was  4.4 Millarden wert ist, ist lediglich der Name Hamburg Süd.

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Alwyn conducts Alwyn (1905-1985)Symphonien 2,3 und 5 (Lyrita)

Das London Philharmonic Orchestra, unter der Leitung des englischen Komponisten William Alwyn, beginnt die 2 Sinfonie eher verhalten aber mit einer Innenspannung, die bis zum Ende durchgehalten wird. Die Musik selbst mutet weniger modern an. Sie ist z.T. eher bläserlastig, wobei der Bläserton leicht angeraut ist, während die Streicher elegant gespielt werden; hinzu gesellen sich markante Schlagzeugsequenzen. Musik, die den Hörer sofort mitreißt und gefangen hält. Der 2. Satz beginnt mit einem fulminanten Schlagzeugakkord, der immer wieder voranstürmt, mit dominanten Bläserakkorden durchsetzt, bis sich die Musik schließlich zum ersten Forte auftürmt, das dann forciert und in Schlagzeugsequenzen, die an das bedrohliche Klopfen an eine Tür erinnern, begleitet von scharfen Streicherklängen, mündet. Der 1. Satz der 3. Sinfonie beginnt mit vorpreschenden Schlagzeugeinwürfen und grandiosen Bläserakkorden, gefolgt von einem betörenden Streichereinsatz.  Auch in seiner 5. Sinfonie ist die charakteristische Handschrift des Komponisten, was das Einsetzen von Bläsern, Schlagzeug und wohlklingendem Streicherklang anbelangt, deutlich erkennbar. Eine grandiose Einspielung sehr selten gehörter Werke eines bei uns nahezu unbekannten Komponisten.

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Elisabeth Schwarzkopf: The complete 78 RPM Recordings – Die Schellack Ära 1946 – 1952 (Warner)

Es gab schon zu „späten“Schallplattenzeiten Boxen mit Aufnahmen der Ausnahmesopranistin Elisabeth Schwarzkopf und auch in der „frühen“ CD-Ära hatte die EMI schon die eine oder andere CD-Box auf den Markt gebracht. Nach der zuletzt bei Warner veröffentlichten CD Edition (31 CD’s) mit Aufnahmen von 1952 -1974. folgt jetzt eine zweite Box (5 CD’s) mit den Schellack- Aufnahmen von 1946-1952. Mit dabei: die Martern Arie, die unter dem NamenMaria Cabotari veröffentlicht wurde (weil Elisabeth Schwarzkopf mit der Aufnahme unzufrieden war), ein Auszug aus Wagners Tristan und Isolde mit Ludwig Webern, die auf englisch eingesungenen Arien: Ach ich fühls und E strano (ohne den beiden folgenden Teilen), zweimal Mozart’s Exsultate Jubilate, 14 Lieder von Nikolai Medner mit dem Komponisten am Klavier, 6 Weihnachtsliedern, Arien von Puccini, Mozart, Humperndinck, Charpentier, Verdi, Beethoven, Bizet und Liedern von Schubert, Dowland, Arne, Morley, Schumann, Brahms, Wolf, sowie Volkslieder und geistliche Gesänge. Die junge Schwarzkopf ist sehr gewissenhaft und schönklingend in der Ausführung von musikalischen Phrasen, aber noch fast völlig frei von ihren späteren Manierismen. Sie singt überaus charmant, teilweise auch etwas unbekümmert, Verzierungen werden gut ausgeführt und die Arien werden ebenso wie die Lieder mit ihrem typischen, edlen Timbre ausgeformt. Eine herausragende Box für alle Elisabeth Schwarzkopf Fans und solche die es vielleicht noch werden wollen. Diese CD- Box stellt, ebenso wie die vorangegangene Schwarzkopf Edition, einen ganz großen Wurf dar.
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Zuzana Ruzickova: Bach – The Complete Keyboard Works auf 20 CDs – ( Warner)

Die zwischen 1965 – 1974 bei Erato produzierte, 1975 auf 21 LPs veröffentlichte Sammlung der gesamten Werke für Cembalo von Johann Sebastian Bach, von der Kritik zu recht einhellig gelobt und sogar mit dem Grand Prix de L’Academie  Charles Cros ausgezeichnet wurde, verschwand dann für viele Jahre in den Archiven. Mit dem Verschwinden dieser Box schwand auch die Erinnerung an Zuzana Ruzickova mehr und mehr, sodass spätere Generationen zwar immer an die Verdienste einer Wanda Landowska erinnert wurden, nicht aber an Zuzana Ruzickova. Welche Faktoren Verlage bewegen, der einen ewige Kränze zu flechten, während man die andere Künstlerin mehr und mehr der Vergessenheit anheim fallen läßt, wird wohl eines jener Geheimnisse bleiben, die nie ganz gelüftet werden. Fern jeglicher, historischer Aufführungspraxis interpretiert Zuzana Ruzickova die Musik Bach’s am Cembalo unsentimental, mit herrlichen Trillersequenzen, leichtem Anschlag und einer enorm geistigen Durchdringung. Einmal angefangen, diese Box zu hören, kann man sich dem Zauber, den das Spiel dieser Grand Dame des Pianos, ausstrahlt, schwerlich entziehen. Das Wohltemperierte Klavier, Die Goldbergvariationen, die Französischen Suiten, die Englischen Suiten, die Partitas, Preludes, Fugen und Sonaten mit so großartigen Kollegen wie Jean Pierre Rampal auf der Flöte, Josef Suk an der Violine, den Prague Solists unter der Leitung von Eduard Fischer: man meint, diesen Werken erstmalig zu begegnen. Eine grandiose Sammlung, die man unbedingt gehört haben sollte. Diese Künstlerin war und ist auch für heutige Hörgewohnheiten ein Phänomen!

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Joseph Leopold Eybler: Christmas Oratorio – Die Hirten an der Krippe zu Bethlehem – Wolfgang Helbich (CPO)

Grandios: das musikalische Entree, gespielt vom I Febiarmonici unter der Leitung von Wolfgang Helbich, erinnert vielleicht ein wenig an Beethovens Fidelio; spannungsgeladen und virtuos wird diese Musik den Zuhörern serviert. Sabine Ritterbusch’s charmanter, anmutiger, flexibler Sopran gelingt die musikalische Umsetzung ihres Partes in bestechender Form: einfach großartig. Harry van Berne’s gut platzierter, charmant anmutender Tenorklang, gelingt es, die Koloraturen gut umzusetzen; auch dieser Künstler ist in dieser Produktion hervorragend. Waltraut Hoffmann-Mucher brilliert mit ihrem einzigartigen Timbre nicht nur bei  der Ausformung der Koloraturen. Auch Jelle Draijer besticht mit seinem eleganten, dunklen Bass in der Ausführung der Koloraturen: einer der absoluten Höhepunkte dieser Einspielung. Eine CD, an der eigentlich kein Weg vorbei führen sollte.
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Christoph Graupner: Frohlocke, werte Christenheit – Christmas Cantatas – Hermann Max (CPO)

Bei den Kantaten „Frohlocke, werte Christenheit,“, „Der Herr hat mich gehabt im Anfang“, “ Das Licht des Lebens scheinet hell“, „Das Licht scheinet in der Finsternis“, „Von Gott will ich nicht lassen“, ist „Das Kleine Konzert“ unter der Leitung von Hermann Max in bestechend guter Form. die Charakteristik der Musik wird gleich zu Beginn getroffen und  bis zum Ende konsequent ausgeführt. Die Koloraturen werden von der eher instrumental geführten Sopranstimme Veronika Winter’s gut ausgeformt. Das klangschöne Timbre des Altus Franz Vitzthum ist in dieser Produktion bestechend. Mit perlenden Koloraturen gelingt der ebenfalls eher instrumental geführten Stimme des Tenors Jan Kobow eine überzeugende, vokale Leistung. Besonders hervorstechend ist ein „Duett“ zwischen dem Tenor und der Solovioline; ein musikalischer Glücksfall sondergleichen. Schon allein deswegen lohnt sich das Hören dieser CD. Auch wenn es dem eleganten, klangschönen Bass Markus Flämig’s nicht immer gelingt, die Koloraturen genauso elegant zu gestalten wie die Passagen ohne Verzierungen, ist er dennoch überzeugend,
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Heinrich von Herzogenberg: Die Geburt Christi – Matthias Beckert (CPO)

Das Herzogenberg Orchester Würzburg, unter der Leitung von Matthias Beckert, gelingt ein überzeugendes Orchesterklangbild. Genial, wie es dem Orchester z. B. gelingt, die Fassung „Vom Himmel hoch“, in einer völlig anderen Orchestrierung, als gemeinhin bekannt , auf großartige Weise brilliant umzusetzen. Das Werk „Die Geburt Christi“ op.90 ist in die drei Teile „Die Verheißung“, „Die Erfüllung“, „Die Anbetung“ unterteilt. Philipp Gaiser’s Bariton besticht durch seine prägnante Wortausdeutung und seinem individuellen Timbre. Auch wenn der Tenor Tillman Lichdi über ein weniger markantes Timbre verfügt, ist er hier überzeugend. Barbara Werner (Alt) erweist sich mit ihrem Timbre als Idealbesetzung für diese Partie. Alexandra Steiner’s instrumental geführter Sopran mutet leider etwas weniger charmant an. Benedikt Nawrath’s Tenor ähnelt ein wenig der Stimme von Tilman Lichdi; dennoch überzeugend. Auch wenn die Stimme von Michael Bauer etwas weniger prägnant klingt, in den Ensembleszenen sind die Stimmen ideal aufeinander abgestimmt. Diese Produktion ist trotz einiger, kleinerer Schwächen sehr hörenswert. Eine großartige Werkausdeutung.
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