Gaetano Donizetti: Maria Stuarda, Moskau 29.09.2012, Bezduz, Kalna, Shushakov, Pendatchanska, Palazzi, Karyazina; Reynolds (DVD, Premiere Opera)

Der Dirigent Julian Reynolds sorgt mit seinem Orchester für einen wundervollen, einfühlsamen Klangteppich, welcher durch den Gebrauch getragener Tempi den Sängern viel Raum lässt um ihre Rollen in vokaler Hinsicht entfalten zu können. Davon profitiert vor allem Inga Kalna, die im internationalen Opernstudio (Hamburg) für eine große Karriere bestens vorbereitet wurde. Sie hat alle Zeit der Welt die feinsten Nuancen dieser Partie elegant und stilsicher herauszuarbeiten. Ihre Koloraturen gelingen makellos und sie versteht es der Partie der Maria Stuarda die nötige Tiefe zu verleihen. Kurz um eine in vokaler Hinsicht so detalierte und hervorragende Rollendarstellung, in einer konzertanten Aufführung, hätte der Verfasser hier nicht erwartet. Alexandrina Pendatchanska steht Inga Kalna als Elisabetta in vokaler Hinsicht in nichts nach. Auch ihr gelingt ein hervorragendes, ergreifendes Rollenporträt. Bulent Bezduz ist mit seinen höhensicheren Tenor und seiner exellenten Koloraturtechnik für die Rolle des Leicester eine Idealbesetzung. Eine der wohl besten Livemitschnitte der letzten Jahre. Schade nur das Inga Kalna zum Ende des Schlußarie nicht in die Höhe, sondern ihre Stimme in der Tiefe zurücknimmt.

 

 

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Franz Schubert: Die Winterreise – Florian Boesch, Roger Vignoles – (Hyperion, Note 1 )

Der Bariton Florian Boesch gelingt es mit seinem differenzierten Interpretationsstil die  unterschiedlichen Gefühlsebenen der einzelnen Lieder dieser Winterreise elegant auszuziselieren. Leider jedoch bleibt bei dieser Detailversessenheit stellenweise die Spannung ein wenig auf der Strecke. Das erste Lied der Winterreise „Gute Nacht“ gelingt dann leider auch weniger aufrütteln. Gerade das erste Lied ist gewissermaßen die Visitenkarte und soll den Zuhörer gleich fesseln, ihn packen, ihn neugierig machen auf mehr. Dieses gelingt hier leider nicht, erst im weiteren Verlauf dieser Winterreise findet Florian Boesch zu sich und sich damit auch letztendlich in diesen Zyklus ein und macht ihn nach einem etwas mauen Anfang dann doch noch interessant. Der Pianist Roger Vignoles sorgt mit seinem hervorragend einfühlsamen Spiel für eine großartige Werkausdeutung.

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Agostino Steffani (1653-1728): Duets of Love and Passion (CPO)

Die auf dieser CD versammelten 8 Duette scheinen vom Klangbild her von Amanda Forsythe – Sopran, Emöke Barath – Sopran, Colin Balzer – Tenor und Christian Immler – Bariton, in einem Gesangstil interpretiert zu werden, der an die Kunst des Madrigalgesanges erinnert. Die Stimmen sind bestens aufeinander abgestimmt und vermischen sich hervorragend miteinander. Hier hört jeder auf den anderen. Im Vordergrund dieser CD steht nicht der Sänger als Einzelinterpret sondern das Werk. Jeder nimmt seine Persönlichkeit im Dienste des Werkes weites gehend zurück, so dass die Musik in ihrer reinsten Form auf den Zuhörer wirken kann. Das Boston Early Music Festival Chamber Ensemble unter der Leitung von Paul O-Dette und Stephen Stubbs als Musical Directors und Kathleen Fay als Executive Producer sorgen für einen großartigen Klangteppich. Fans dieser Gesangkunst wird diese CD große Freude bereiten.

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Leo Fall: Die Kaiserin (CPO)

Bad Ischl ist Operettenfreunden nicht erst seit gestern ein Begriff, hier wird die gute Operettentradition noch gepflegt. Im Jahr 2014 gab es von Leo Fall „Die Kaiserin. Das Franz Lehar Orchester unter der Leitung von Marius Burkert sorgten einen mitreißenden Klangteppich. Miriam Portmann gab, mit ihren für führende Operettenrollen prädestinierten Stimme, eine stimmige Kaiserin. Die Stimme des lyrischen Tenors  Jevgenij Taruntsov als Kaiser klingt unter Druck etwas offen und weniger Rund geführt.  In den lyrischen Passagen hingegen ist er überzeugend. Die Besetzung der Gesandten Gelb – Christoph Ungerböck, Rot – Severin Prassl und Grün – Claudiu Sola sind bis auf einen der Solisten, welcher leider eine weniger gut durch gebildete Stimme besitzt, gut aufeinander abgestimmt. In den weiteren Rollen runden Verena Barth-Jurca als Adelgunde, Gerhard Balluch als Graf Kaunitz, Clemens Kerschbaumer als Graf Pepi und Gabriele Kridl als Gräfin Fuchs, das Ensemble trefflich ab.

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Siegmund von Hausegger: Barbarossa, Drei Hymnen an die Nacht (CPO)

Siegmund Edler von Hausegger wurde am 16.08.1872 in Graz geboren und verstarb am 10.10.1948 in München. Zu seinem musikalischen Schaffen zählen u.a. 2 Opern, 5 Orchesterwerke, etliche Vokalmusiken und 1 Klavierquartett. In seiner Barbarossa Komposition fängt der Zauberberg mit einem dezentem Bläserakzent an und spitzt sich in dessen Verlauf mit seinen orchestralen Aufwallungen, welche den Verfasser an Bruckner nur im moderner anmutendem Klangwand erinnerten, zu. Ein von Bläsern dominiertes Piano zählt zu den Höhepunkten in dieser Komposition. Getragene Tempi und ein kraftvoller Sound bereiten dieser Komposition einen eher bedrohlich anmutenden Ausklang. Das Norrköping Symphony Orchestra unter der Leitung von Antony Hermus lässt „Das Erwachen“ mit einem zart anmutenden Klangrausch beginnen.Während der dramatischen Steigerung dieses Satzes, scheint der Komponist auf einen eher etwas disharmonisch wirkenden Streicherklang gesetzt zu haben. Der darauffolgende Bläsereinsatz lässt Erinnerungen am Richard Wagners Götterdämmerung aufkommen. Schließlich folgen noch musikalische Anklänge, die an einen Hochzeitsmarsch erinnern. Bei den drei Hymnen an die Nacht begeistert Hans Christoph Begemann, wie er mit seinem lyrischen Bariton die Melodiebögen des ersten Liedes „Stille der Nacht“ elegant ausführt. Die“Unruhe der Nacht“ erinnert in seinen stellenweise von dramatischer Intensität geprägten Ausbrüchen und imposanten Bläsereinschüben eher an eine Opernarie, denn an ein Lied. Eine CD die den Verfasser von der ersten bis zur letzten Note begeistert hat.

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Christian Westerhoff: Viola Concertos 1 & 3, Flute Concerto (CPO)

Christian Wilhelm Westerhoff wurde 1763 in Osnabrück geboren und verstarb am 26.01.1806 in Bückeburg. Zu seinem musikalischen Schaffen zählen das Sinfonie Konzert in Es-Dur, Klarinetten Konzerte und ein Konzert für Klarinette, Fagott und Orchester. Sollten Sie sich gerade in einem Stimmungstief befinden, diese CD, mit dem Symphonieorchester Osnabrück unter der Leitung von Andreas Hotz, sollte Sie in Hand um drehen aus diesem wieder heraus holen. Der Klangcharakter  des ersten Violakonzertes mit seiner beschwingten Art und seinem musikalischen Tiefgang, erinnert leicht an die Musiksprache, welche Mozart verwendete. Der zweite Satz klingt durch sein getragenes anmutendes Tempo etwas ernster. Der Klang der Streicher ist leicht angeraut und auch Barbara Buntrock (Viola) scheint für ihre musikalischen Klanginterpretationen einen eher angeraut anmutenden Grundton zu bevorzugen, welches der Innenspannung dieser Werke sehr zu gute kommt. Musikalisch beschwingten Tonfalles eröffnete das Orchester dann den 1. Satz des Flötenkonzertes. Auch hier sorgt das Orchester gleich für die nötige Innenspannung. Die Klangsprache der Musik, dessen dramatische Intensität  in ihrem Verlauf mehr und mehr zunimmt, erinnert ebenfalls ein wenig an Mozart. Grandios wie Gaby Pas-Van Riet (Flöte) den 2.Satz förmlich zelebriert. Der 3. Satz mutet dann leider etwas weniger tiefgründig an. Dennoch eine derartig grandiose Interpretation bekommen Sie mit Sicherheit nicht alle Tage zu hören. Das dritte Violakonzert befindet sich kompositorisch auf dem gleichen hohen Niveau wie das erste, auch hier fühlt man sich ein wenig am Mozart erinnert. Eine CD, die den Verfasser durchgehend begeistert hat.

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Louis Glass: Symphony No. 5, Fantasy op. 47 (CPO)

Louis Christian August Glass wurde 23.03.1864 in Kopenhagen geboren, wo er am  22.01.1936 auch verstarb. Er studierte bei Niels Wilhelm Gade, Juliusz Zarebski und Jozef Wieniawski. Zu seinem musikalischen Schaffen zählen 6 Sinfonien, 1 Ballett Kammermusiken, Konzerte für Klavier und Oboe und Lieder. Die 5. Sinfonie, gespielt vom Staatsorchester Rheinische Philharmonie unter der Leitung von Daniel Raiskin,  klingt von der Orchestrierung her eher minimalistisch und machte auf den Verfasser einen weniger tiefsinnig, durchdrungenen Eindruck. Der 1. Satz wirkt Klangcharakter her eher sphärisch. Im dritten Satz entfaltet die Musik endlich ihre dramatische Wucht und der zauberisch anmutende Bläsereinsatz des 4.  Satz, welcher musikalisch vom Grundton her eher der Romantik verhaftet zu sein scheint, reißt noch so einiges raus. Die anschließenden Fantasy für Klavier und Orchester op. 47 mutet weniger melodisch an, die Tönen  werden von Marianna Shirinyan eher separiert denn miteinander verbunden gespielt.

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