Orgelkonzert, Masterprüfung von Asako Kurita, Klasse Menno van Delft und Carsten Lohff (HfMT, 24.06.2019)

Warum das gante jetzt Orgelkonzert hieß obgleich Asako Kurita am italienischen Cembalo, Clavichord, Dulcken Cembalo spielte erschließt sich dem Verfasser nicht so ganz, dennoch es war sensationell. Von Johann Caspar Kerll erklang zu Beginn die Toccata in d am italienischen Cembalo, mit grandiosen dynamischen Abstufungen, gefühlvoll ausziseliert, schönen Trillern, und großartigen virtuosen Passagen. Von Carl Philipp Emanuel Bach folgte die Sonate in Es-Dur Wotg 52. ( Clavichord) Im 1. Satz akzentuiert, feinsinnig, die virtuosen Passagen wurden großartig ausgeformt. rhythmisch prägnant, wundervolle Piani, grandios in den dynamischen Abstufungen., sie setzt zudem auch noch dramatische Akzente und feinsinnige Triller. Der 2. Satz dann rhythmisch prägnant, auch hier gelang es ihr geschickt dramatische Akzente zu setzen, wunderbar in  den dynamischen Abstufungen. Der 3. Satz wurde feinsinnig ausziseliert, großartig die virtuosen Passagen und schön ausgeformte Triller. Das Fin de circle (2014) von Gary Carpenter (Dulcken-Cembalo) hatte bei einem modernen Klang, grandios die dynamischen Abstufungen in den wiederkehrenden Passagen, rhythmisch prägnant gespielt. Von Domenico Scarlatti die Sonate in E-dur K 216, dramatisch akzentuiert, herrlich in den dynamischen Abstufungen, hervorragend in den virtuosen Passagen, mit zauberhaften Trillern. Von Jean-Philippe Rameau aus der Suite in e-Moll „Allemande“, „Musette en Rendeau'“ und “ Tambourin“. Der 1. Teil berührend, einfühlsam, mit wunderbaren Trillern, feinsinnig ausgeformt, im 2. Teil beim vierhändig anmutenden Klangbild bestach ihre einfühlsame Interpretation und im 3. Teil war sie grandios in den virtuosen Passagen, mit großartigen Trillern und einem pointierten Spiel. Zum Abschluß von Roderick de Man „Frenzy“, dramatisch expressive, großartige Triller (bei vierhändigem Klangbild), grandios in den virtuosen Passagen, dann die dramatischen Akzente, umwerfend die einfühlsam ausgeführten Passagen und ihr rhythmisch prägnantes Spiel, einer der Höhepunkte des Abends. Überhaupt fällt dem Verfasser für dieses  Konzert nur ein Wort ein, sensationell.

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Blockflötenabend, Bachelorsprüfung von Narumi Ogami, Klasse Prof. Peter Holtslag (HfMT, 24.06.2019)

Der Abend wurde eröffnet mit der Premiere Suitte, op. 2 von Louis-Antoine Dornell. Der 1. Satz klang gefühlvoll bei getragenem Tempi, im 2. Satz bestachen durch schön angedeutete Triller, im 3. Satz  überraschten die dynamische Akzente, leider nur war der Tonfall der ersten 3 Sätze etwas zu ähnlich, erst im 4. Satz änderte sich dieses, er war schwungvoller und die gemäßigten virtuosen Passagen wurden gut ausgeformt. Der 5. Satz wurde einfühlsam interpretiert,schön ausziseliert, sie setzte musikalische Akzente, das ganze hätte allerdings etwas mehr Emotionen versprühen dürfen. Obgleich Elena Khurgina am Cembalo einfühlsam spielte und das ganze mit schönen Trillern schmückte klang es ein wenig uninspiriert. Von Antoine Holborne folgte The fruit of the love -Hermoza und The Honie-suckle – the fairie round. Hier spielte sie mit Eunah Choi, Nora Dhom, Tilman Clasen, Wiebke Putz – Blockföte zusammen. Der etwas weniger homogene Klang schien gewollt gewesen zu sein. Es wurden schöne Akzente gesetzt und auch die virtuosen Passagen wurden gut ausgeformt. Von Jacques Paisible folgte die Sonate XIII in C-Dur. mit Nadine Remmert am Cembalo. Hier spielte Narumi Ogami den 1. getragenen anmutenden Satz einfühlsam mit schönen Trillern, im 2. Satz wiederum sehr einfühlsam mit schön ausgeformten Trillern, im 3. Satz mit anmutigen Trillern und gut ausgeformten virtuosen Passagen. Abschließend von Marin Marais die Suite in C-Dur mit Elena Khurgina am Cembalo ( leider auch hier ein eher weniger inspiriert wirkender Klang) und Eunah Choi Blockflöte (im ersten Satz akzentuiert, im 4 Satz einfühlsam mit schönen Trillern, im 5. Satz rhythmisch prägnant). Narumi Ogami spielte den 1. , 2. und 4. Satz akzentuiert mit schönen Trillern, im 3. Satz wurden die virtuosen Passagen gut ausgeführt,  den 5. Satz wurde rhythmisch prägnant gestaltet, den  6. Satz obgleich gefühlvoll, leider etwas temperamentlos, mit schönen Trillern und auch den 7. Satz gestaltete sie obgleich gefühlvoll gespielt, mit schönen virtuosen Passagen etwas langatmig.

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Bachelorabschluss-Konzert Luise Catenhusen – Blockflöte, Klasse Prof. Peter Holtslag (HfMT, 24.06.2019)

Was man an diesem frühen Abend erleben konnte glich einem Feuerwerk. Bei Ole Bucks Gymel für Sopraninoblockflöte und Spinett wurde man von Kaskaden von hochvirtuose ausgeformten Laufpassagen geradezu ins Gestühl gedrückt, es war unglaublich, technisch einfach grandios mit phantastisch ausgeführten Trillern. Am Cembalo wurde sie einfühlsam von Menno van Delft begleitet. Es folgte von Jacob van Eyck Engels Nachtegaeltje mit grandiosen Oktavensprüngen, die Virtuosenpassagen wurden bravourös ausgeführt, herausragende Triller, emotional, einfach unglaublich. Von Josquin des Prez spielte sie Mille regretz, einfühlsam und mit hervorragend auszislierten virtuosen Passagen. Von Georg Friedrich Händel spielte sie mit Tilmann Albrecht am Cembalo ( gefühlvoll, großartig in den virtuosen Passagen) Jakob Kuchenbuch am Barockcello (überzeugend in den virtuosen Passagen, gefühlvoll) , Tobias Tietze an der Barockgitarre, stellenweise hätte der Klang noch etwas gefühlvoller ausfallen können) die Sonate d-moll HWV 367a. Im 1. Satz mit wundervoll ausziselierten Trillern, im 2. Satz mit fabelhaft ausgeformten virtuosen Passagen, im 3. stellenweise hochvirtuosen Satz wurden die Laufpassagen dezidiert ausgeformt und der 4. Satz wurde garniert mit wunderschönen, gefühlvollen Trillern. Zum Abschluß von Johann Heinrich Schmelzer „Die Fechtschule“ mit Tilmann Albrecht am Cembalo (einfühlsam auch im Setzen von dramatischen Akzenten), Maria Carrasco Gil an der Violine (akzentuiert, rhythmisch prägnant, feinsinnig auziseliert), Jakob Kuchenbuch am Barockcello (rhythmisch prägnant, setzte schöne Akzente), Tobias Tietze bestach an der Gitarre mit seinem gefühlvollen Entré und Jaroen Finke Perkussion ( akzentuiert, rhythmisch prägnant und stellenweise Tonangebend). Auch hier brillierte Luise Catenhusen mit ihrem akzentuierten Spiel, ihrer rhythmisch prägnanten Interpretation, ihren herausragend ausgeführten virtuosen Passagen. Ein grandioser Abend.

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100 Jahre Los Angeles Philharmonic – The Edition – (Universal)

Mit einem spannungsgeladenen Entré taucht man mit Also Sprach Zarathustra unter der Leitung von Zubin Mehta in diese Box ein.  Voller dramatischer Intensität auch Die Planeten von Gustav Holst. Auf Zubin Metha folgt Carlo Maria Giulini mit seinen grandiosen Beethoven Interpretationen, der spannungsgeladenen 3.m und der unvergleichlichen elektrisierenden 5. Sinfonie. Mit den beiden Klavierkonzerten 1 und 2 von Frederic Chopin, mit welchen Carlo Maria Giulini und Krystian Zimerman ein besonderer Wurf gelungen ist. Dann die Operngala mit Placido Domingo und den Arien aus Lucia di Lammermoor, Ernani, Il Trovatore, Aida, Carmen und Martha. Schließlich seinen grandiosen Interpretationen der 1. und 2. Sinfonien von Johannes Brahms (auch schon kurz in der Besprechung der Giuline Box angerissen) und schließlich der Falsstaff mit dem unvergleichlichen Renato Bruson in der Titelpartie, in weiteren Rollen noch die viel zu früh verstorbenen Lucia Valentini Terrani als Mrs. Quickly und Barbara Hendricks als Nannetta. Schließlich die glühenden Interpretationen von Coplands Applachian Spring, den berührenden Adagio von Samuel Barber und seiner Candide Ouvertüre und schließlich noch die Rapsodie in Blue von Gershwin und die sinfonischen Tänze aus seiner West Side Story, einfach unerreicht. Es folgt Esa Pekka Salonen mit drei packenden Interpretationen. Sein spannungsgeladenes La sacre du printemps. Dann der zum ersten Mal eingespielte Orango-Prologue von Dmitri Shostakovich mit Ryan McKinny, Michael Fabiani, Jordan Bisch, Eugene Brancoveanu, einfach grandios und dann schließlich noch seine eigenen Werke, Helix for Orchestra, Das Klavier Konzert mit Yefim Bronfman und das Dichotomie for Piano ebenfalls mit Yefim Bronfman, schlichtweg grandios. Abschließend dann die Aufnahmen mit Gustavo Dudamel von denen der Verfasser die beiden besten herausgreifen will. Zum einen von John Adam „The Gospel according of the other Mary“ mit Kelley O’Connor, Tamara Mumford, Russel Thomas, Daniel Bubeck, Brian Cummings und Nathan Medley, ein Werk das man gehört haben sollte und zum anderen die 2010 operning night concert at Walt Disney concert hall mit Juan Diego Florenz  und seiner wundervollen Interpretationen der Arien „Principe piu non sei “ aus La Cenerentola, „La speranza piu soave“ aus Semiramide und abschließend das „Ah mes amis“ aus La fille de regiment“ und dem „La donna e mobile“ aus Rigoletto, dazwischen noch ein schmissiges Granada . Außerdem bietet die Box noch einen Blick in die Vergangenheit mit dem leider heutzutage weniger bekannten Alfred Weinstein und seinen Interpretationen aus La damnation de Faust, dem Espana, der Habanera und dem Joyeuse marche von Emanuel Chabrier und der Moldauvon Smetana. Schließlich mit Otto Klemperer das selten in dieser Fassung zu hörenden Quartett für, Klavier, Violine, Viola und Cello arrangiert von Arnold Schönberg für Orchester und dem Don Juan von Richard Strauss. Mit Eugene Goossens unter anderem die Auszüge aus The sleeping beauty von Peter I. Tschaikovsky. Arthur Rubinstein mit seiner grandiosen Interpretation des Klavierkonzertes Nr. 4 von Ludwig van Beethoven mit Alfred Weinstein. Maurice Ravels La valse mit dem heute im Radio kaum noch gespielten Eduard van Beinum und schließlich das Divertimento from Le baiser de la fée und scene 4 from Petruschka von und mit Igor Stravinsky. Eine Blick durch die Interpretationsgeschichte dieses Orchesters und seiner Entwicklung.

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Carlo Maria Giulini – Complete Recordings on Deutsche Gramaphone (Universal)

Mit dem Los Angeles Philharmonic Orchestra gelingt Caarlo Maria Giulini eine packende, Interpretation der 3. Sinfonie von Ludwig van Beethoven voller dramatischer Intensität. Selten erlebt man das die Anfangsakkorde der 5. Sinfonie von Beethoven mit einer solche packenden Vehemenz gespielt werden, wie in dieser Aufnahme mit dem Los Angeles Philharmonic Orchestra, noch seltener ist dann aber zu erleben, daß diese einmal aufgebaute Innenspannung bis zum letzten Ton durchgehalten wird, so bereitet das hören von Beethoven Sinfonien Freude. Ebenso großartig die Interpretation der 9. Sinfonie mit einem perfekt aufeinander abgestimmten Ensemble: Julia Varady, Jard van Ness, Keith Lewis und Simon Estes, hier mit den Berliner Philharmonikern. Einer der Höhepunkte in der Geschichte der Tonträgergeschichte ist die Interpretation der Klavierkonzerte 1 und 3 von Ludwig van Beethoven mit Arturo Benedetti Michelangeli, den Wiener Symphonikern und Carlo Maria Giulini. Grandios auch beiden Klavierkonzerte Wolfgang a. Mozart Nr. 23 und Ludwig van Beethoven Nr. 5, mit den Wiener Symphonikern, an dramatischer Intensität kaum zu überbieten. Die ersten beiden Sinfonien von Johannes Brahms sind gleich 2 mal enthalten zum einen mit dem Los Angeles Philharmonic Orchestra und dann noch mit Wiener Philharmonikern, mit welchen er auch die Sinfonien 3 und 4 aufnahm. Aufregender von Klangbild her sind selbstverständlich die Aufnahmen mit dem Los Angeles Philharmonic Orchestra. Die 7. Sinfonie von Anton Bruckner mit den Wiener Philharmonikern besticht durch seinen berührenden Beginn und dann mit seiner langsamen Steigerung der dramatischen Intensität, phänomenal. Mit ihrem wundervollen berührenden Schmelz in der Stimme gelingt es Barbara Bonney  aus dem Deutschen Requiem „Ihr habt nun Traurigkeit“ mit den Wiener Philharmonikern einen ganz besonderen Moment zu zaubern. Grandios auch die beiden Britten Interpretationen Serenade for Tenor und Les Illuminations mit Robert Tear. Mit dem jungen Krystian Zimerman gelang Carlo Maria Giulini und dem Los Angeles Philharmonic Orchestra mit Frederic Chopins 1. und 2. Klavierkonzert ein ganz besonderer Wurf. Diese berückende Schönheit im Adagio von Bruckners 8. Sinfonie mit den Wiener Philharmonikern erlebt man sonst nur bei Sergiu Celebidache. Grandios dieser Einstieg in die 9. Sinfonie von Anton Bruckner, diese Vibranz und das mit den Wiener Philharmonikern, wenn es die Produktionen mit Sergiu Celebidache nicht geben würde, wäre diese Interpretation wegweisend für alle nachfolgenden Brucknerinterpreten, einfach grandios, wie hier ein Brucknerklang zelebriert wird, der seines gleichen sucht. Einer der Höhepunkte dieser Box ist die selten bis gar nicht mehr aufgeführte „To posterity“ von Gottfried von Einem mit Julia Hamari und Dietrich Fischer-Dieskau und den Wiener Philharmonikern. Mit der zauberhaften Stimme von Kathleen Battle gibt es das Requiem von Gabriel Faure und dem Philharmonia Orchestra. Fabelhaft auch das Klavierkonzert von Franz Lizst mit den Wiener Symphonikern und Lazar Berman. Bestechend das Lied von der Erde in einer Interpretation mit der wunderbaren Brigitte Fassbaender und Francisco Araizas. Mit der sinnlichen Stimme von Lucia Valentini Terrani gibt es ein wieder hören in Rossinis Stabat Mater und dem Philharmonia Orchestra. Mit dem Chicago Symphony Orchestra gelingt Carlo Maria Guiulini bei Schuberts 9. Sinfonie ein berückender Einstieg. Sein Rigoletto mit den Wiener Philhrmonikern glänzt vor allem durch die berührende Interpretation von Ileana Cotrubas als Gilda. Placido Domingo besitzt nicht so ganz die nötige Leichtigkeit in der Stimme für den Herzog, dennoch überzeugend und Pierro Cappuccilli ist zwar dramatisch intensiv, aber leider auch etwas weniger elegant in der Textausformung. Elena Obratzova überzeugt als Maddalena, Hanna Schwaz ist eine umwerfende Giovanna, die in Hamburg vielbeschäftigte Olive Fredericks sang die Countessa Ceprano und Kurt Moll überzeugte als Count Monterone. Nicolai Ghiaurov gab einen hervorragenden Sparafucile. Der Trovatore mit der viel zu selten auf Tonträgern beschäftigten Rosalind Plowright (grandios, der Verfasser erlebt sie in Hamburg auch auf der Bühne),einem Placido Domingo dem die Höhe fehlt, einer großartigen Brigitte Fassbaender, einem herausragenden Girogio Zancanaro und einem nicht mindert großartigen Evgeny Nesterenko  gilt auf Grund des getragenen und dennoch spannungsgeladen Dirigates als Meilenstein in der Interpretationsgeschichte dieses Werkes. Ebenfalls grandios der Falstaff von Renato Bruson. Lucia Valentini Terrani gibt eine umwerfende Mrs. Quickly, großartig Barbara Hendricks als Nannetta. Ein energiegeladenes Verdi Requiem erwartet uns mit Sharon Sweet, Florence Quivar, Vinson Cole und Simon Estes und den Berliner Philharmonikern. Ganz zum Schluß erwartet uns dann noch das Recitel mit Placido Domingo auf welchen er Arien u. a. L’elisir d’amore, Lucia die Lammermoor, Ernani, Il Trovatore, Aida, Carmen und Martha singt. Eine Box an der auf Grund ihrer kaum jemals wieder zu erreichenden künstlerischen Qualität kein Weg vorbei führen sollte.

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Daniel Barenboim – Complete Berlioz Recordings (Universal)

Mit dem Orchestre de Paris gelingt Daniel Barenboim eine berührende Interpretation der Symphonie Fantastique. Auf einer anderen CD erleben wird das Requiem mit einem der vielbeschäftigsten Tenöre der Schallplattengeschichte, Placido Domingo, dem eine schlüssige Interpretation gelingt. In Romeo et Juliette erleben wir eine nicht ganz so warmherzig wirkende Yvonne Minton. Fantastisch dieses Stimmtimbre von Christa Ludwig in einer umwerfenden Interpretation. Franzico Araiza gelingt hier eine gute Rolleninterpretation und auch Jules Bastin ist hier durchgehend überzeugend. Auch in der La damnation de Faust wirkt Yvonne Minton weniger ergreifend. Claudine Castagnol übernahm den Mezzopart. Placido Domingo gestaltet einen überzeugenden Faust und Dietrich Fischer-Dieskau wirkt als Mephistofeles leider auf Grund der weniger ausladenden dramatischen Intensität in der Stimme eher weniger bezwingend. Kiri Te Kanawa, eine der schönsten Stimmen seit es Tonträger gibt, gelingt eine umwerfende Interpretation der Les nuits d’ete. Bestechend Jessye Norman in La mort de cleopatre, beide Liederzyklen zählen in den hier vorliegenden Produktionen zu den Höhepunkte der CD Tonträgergeschichte. Abschließend Béatrice et Benedict mit einer berührenden Ileana Cotrubas, einer gut singenden Yvonne Minton, einer überzeugenden Nadine Denise und einen ebenso überzeugenden Placido Domingo. Bei Dietrich Fischer-Dieskau vermißt der Verfasser ein wenig die emotionale Tiefe. Fabelhaft hingegen Roger Soyer und auch John Macurdy gelingt eine gute Rollengestaltung. Für jedes dieser hier vorgestellte Werke findet Daniel Barenboim einen individuellen Zugang und Tonfall.

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Berlioz – Rediscovered – John Eliot Gardiner (DECCA)

In dieser Box sind auf 8 CDs und einer DVD die gesamte von John Eliot Gardiner produzierte, bei der DECCA erhältliche Klangwelt, von Hector Berlioz veröffentlicht und es reiht sich ein Höhepunkt an den anderen. Mit dem Orchestre Revolutionnaire et Romantique spielte John Eliot Gardiner eine fesselnde, mitreißende Symphonie fantastique ( auch auf DVD enthalten) ein. Ebenso mitreißend seine Interpretation von Harold en italie mit Gérard Caussé Viola und Tristia. In seiner spannungsgeladenen Messe solennelle (auch auf DVD enthalten) gibt es ein wieder hören mit der auf CD unterrepräsentierten Sopranistin Donna Brown, mit ihrem berührenden Schmelz in der Stimme. Ferner mit dabei Jean-Luc Viala Tenor und Gilles Cachemaille, mit seinem dramatischen Zugriff.  Packend auch die dramatische Intensität des Montevedi Choirs. Großartig die Interpretation von Irland mit Aprile Cantelo, Helen Watts und Robert Tear. Ergänzend hierzu nach „Le Trébuchet“, „La mort d’Ophélia“ und „Chand de la fete de paques“. In Romeo und Juliette treffen wir auf den lyrischen Tenor Jean-Paul Fouchecourt der einen wundervollen Romeo auszisliert. Catherine Robbin gelingt eine berührende Juliette. In der La damantion de Faust wirkt Anne Sofie von Otter trotz einer guten Rolleninterpretation etwas unterkühlt. Michael Myers besticht als Faust und Jean-Philippe Lafont erweist sich als hervorragender Mephistopheles. Eine CD Box an der kein Weg vorbei führt.

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