Richard Strauss: Elektra; Wien 10/2018; Meier, Lindstrom, Gabler, Schneider, Pape, Boder (DVD, Premiere Opera)

Unter der Leitung von Michael Boder, gelingt was in Wien leider nur noch sehr wenigen Dirigenten gelingt, nämlich die Wiener Philharmonike aus ihrer Tiefschlagphase zu reißen, wie heißt es doch so schön im Siegfried:“ Hier liegt ich und besitzt ( bis vor wenigen Jahren nämlich noch einen exelleten Ruf) laß mich schlafen.“ Grandios die Dienerinnen und ihre Aufseherin. Dann erscheint Lise Lindstrom als eine überwältigende, mitreißenden, voller glühender Intensität die Bühne bereichernde Elektra. Dagegen fällt Anna Gabler in der Rolle ihrer Schwester Chrysothemis leider deutlich ab, schöne Stimme und wenig Temperament, das genügt für diese Rolle leider nicht.  Die Stimme von Waltraut Meier klang auch schon bezwingender, außer ihrer ungewöhnlichen Bühnenpräsenz ist leider eher wenig übriggeblieben, eine bezwingende Klytämnestra gelingt ihr leider weder gesanglich noch darstellerisch. Rene Pape zeigt sich als Orest in stimmlicher Bestform. Das Bühnenbild ziert wie schon in den vorangegangenen Übertragungen ein Paternoster in welcher einige Protagonisten auftreten und dahingerafft werden. In weiteren Rollen überzeugen Jörg Schneider, Wolfgang Bankl, Simina Ivan, Zoryana Kushpler, Benedikt Kobe, Marcus Pelz und Donna Ellen.

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Giacomo Puccini: La Boheme; Mexico 10/2018; Ortiz, Ayan, Veloz, Livieri, Esquivel; Colaneri (DVD, Premiere Opera)

Unter der Leitung von Joseph Colaneri gelingt dem Orchester ein großartiges Orchesterklangbild. Attala Ayan ist ein Rodolfo der neben einer großartigen Stimme, einer gefühlvollen Interpretation und einer feinfühlig gezeichneten Porträt auch etwas mehr Figur zu bieten hat. Da die Sängerin der Mimi, Mariana Ortiz augenscheinlich auch nicht gerade unter der Magersucht zu leiden schien, eine schlüssige Inszenierung. Ihr gelingt ebenfalls eine feinfühlige großartig Mimi. Jaqualina Livieri besticht als kecke Musetta und Fabian Veloz besticht als Marcello. In den weiteren Rollen hören wir Carlos Esquivel, Fernando Grassi, Luis Gaeta, Victor Castells und Sergio Spina. Eine hervorragend aufeinander abgestimmte Produktion die der Verfasser nur wärmstens empfehlen kann.

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Gaetano Donizetti: Lucia di Lammermoor; Madrid 7/2018; Oropesa, Camarena, Rucinski; Oren (DVD; Premiere Opera)

Auch hier mit Oropesa, Camarena, Rucinski, Tagliavini, Shi, Pichuk und del Cerro herausragend besetzte Lucia, selbst Dirigat und der Orchesterklang unter der Leitung von Daniel Oren überzeugen. Da aber während der Aufzeichnung permanent für mehrer Minuten permanent zwischen zwei Programmen hin und her geschaltet wurde, ist auch diese DVD nur schwerlich zu empfehlen.

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Gioacchino Rossini: Il viaggio a Reims; Rome 2017 (DVD, Premiere Opera)

Eine mit Scilia, Goryachova, Schiavo, Dotto, Gatell, Sungu, Sampetean, Ulivieri, de Simone und Del Savio herausragend besetzte, in eine Gemäldegallerie verlegte Handlun, die zu dem überaus witzig kurzweilig gelungen ist. Unter der Leitung von Montanari gelingt ein hervorragend gezauberten Orchesterklang. Da aber die Aufführung in den letzten 20 Minuten in den Stummfilmmodus schaltet, ist diese DVD leider nicht zu empfehlen.

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Giuseppe Verdi: Macbeth, Berlin 21.06.2018; Domingo, Netrebko, Sartori, Youn; Barenboim (DVD, Premiere Opera)

So überzeugend und gut Daniel Barenboim im Wagnerfach ist, ein idealer Verdidirgent ist er leider nicht. Das Orchesterklang ist weniger spannend und überzeugend. Anna Netrebko scheint ihren Weg für eine ideale Interpretation der Lady Macbeth gefunden zu haben, ihre bisher bester gesangliche Darstellung dieser Rolle. Placido Domingo ist als Macbeth einfach großartig. Fabio Sartori zeichnet einen recht guten Macduff und Kwangchul Youn überzeugt als Banquo, man hörte ihn stimmlich aber auch schon in besserer Form.

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Giuseppe Verdi: Stifellio, Mexico City 10/2018; Luis Chiapa, violeta Davalos, Alfredo Zaza; Felix Krieger (DVD; Premiere Opera)

Das beste an dieser DVD ist das Dirigat und der Orchesterklang. Luis Chiapa als Stifellio ist laut, undifferenziert und intoniert verkehrt. Violeta Davalos als Lina gibt ihrer Rolle einen dramatischen Touch und klingt befriedigend, diese Rolle hätte etwas differenzierter ausgelegt werden können, noch die beste gesangliche Leistung. Auch die anderen Sänger, Alfredo Zaza, Andres Carillo und Enrique Angles können diese Produktion nicht retten.

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Studiokonzert: Klasse Prof. Niklas Schmidt. Violoncello und Kammermusik (HfMT; 11.01.2019)

Den Abend begann Kathrin Herwanger mit dem Präludium von Johann Sebastian Bach BWV 1912 mit einem dynamischen mitreißenden Beginn, technisch gut gespielt, elegant in den Übergängen, die virtuosen Passagen wurden gut ausgeformt, leider nur fehlte es ein wenig an der emotionalen Tiefe. Es folgte von Franz Schubert die Sonate für Violoncello und Klavier a-moll D. 821 „Arpeggione“ von Kyungon Yoon am Violincello und Maria Gugnard die auch für den eigentlich vorangestellten Schumann vorgesehen war, da sie aber dringend weg mußte wurde da Programm umgestellt und Nuo Itio sprang für sie bei Schumann ein. Den ersten Satz spielte Kyungon Yoon mit einem wunderschönen rundem Ton, überaus gefühlvoll, schön ausgeformten Trillern und deliziös in den virtuosen Passagen. Im zweiten Satz schließlich ihre gut ausgeformten Verzierungen und dieser zauberhafte Schlußton. Im dritten Satz bestach ihr  pointiertes Spiel beim setzen von musikalischen Akzenten, wie sie die virtuosen Passagen deliziös ausformte. Auch Maria Gugnard bestach durch ihr gefühlvolles, akzentuiertes Spiel. Im dritten Satz gelang ihr bezauberndes Entre. Bei Robert Schumanns Konzert für Violoncello und Orchester a-moll op. 129 gab es ein wieder hören mit Kathrin Herwanger und Nuo Ito am Klavier. Hier spielte sie im Gegenzug zu Bach gleich viel gefühlvoller und mit einer tänzerischen Leichtigkeit. Nuo Ito gelang ein wunderschönes Intro , sein perlender gefühlvoller Grundton und wie es ihm gelang dramatische Akzente zu setzen. Nur einige Stellen wirkten leider etwas weniger inspiriert gespielt. Großartig die Interaktion beider miteinander. Nach der Pause spielte Mingxuan Xie Violocello und Tianjiao Hong am Klavier die Sonate für Klavier und Violoncello g-moll op. 19 von Sergej Rachmaninov. Mingxuan Xie gelang ein überaus gefühlvolles Entre, der Klangcharakter dieser Komposition wirkte melancholisch und berührend. Zudem gelang es ihr auf großartige Art und Weise die dramatischen Akzente zu setzen. Im zweiten Satz wurden die virtuosen Passagen gut ausgedeutet, die Zupfpassagen klangen einfach bravourös. Im dritten Satz  dann dieser grandiose Schlußton und ein großartiges Klangbild. Der vierten Satz bestach durch seine gefühlvolle Interpretation und seine pointiertes Akzente. Tianjiao Hong ziselierte bei weicherem Anschlag den 1. Satz stimmungsvoll und wunderschön aus. im zweiten Satz dann diese grandiosen Laufpassagen, im dritten Satz dann wiederum dieses gefühlvolle Klangbild und im vierten und letzten schließlich dieser tiefere dramatisch expressive Grundton. Zum Ende hörte man mit dem Baum Quartett, welche das Streichquartett Nr. 1 von Leos Janacek spielten, einmal mehr eines der wohl zukünftig bedeutendsten Quartette der Gegenwart. Unverständlich, das bei einem so grandiosen Renomée, Augenscheinlich nicht so viele Engagements zustande kommen, wie es eigentlich sein sollte. Onyou Kim (Violine) brillierte im ersten Satz mit ihren sensationellen Trillern und einer grandiosen Virtuosität, im zweiten Satz dann mit einer pointierten Interpretation und eine perfekt ausziselierten Tremolo. im dritten Satz setzen sie schließlich schroff anmutende Akzente, goutierte das Ganze mit ihren perfekt ausgedeuteten Zupfpassagen. Im vierten Satz dann wieder diese wundervollen Trillern und diese atemberaubende Virtuosität. Sun Shin (Violine) gelang mit dem ersten Satz eine berührende Interpretation, setze geschickt dramatische Akzente und bestach zudem mit ihrem beeindruckendem virtuosem Spiel. Im zweiten dann dieses atemberaubende Tremolo und diese Virtuosität. Im dritten und vierten Satz bestach sie vor allem in den gezupften Passagen. Daekyu Han (Viola) war mit seinem grandios ausgefeilten Tremolo im zweiten Satz phantastisch, während Hang Ih Cho (Violoncello)  im ersten Satz durch sein gefühlvolles Spiel  und seinen virtuosen Stil auffiel. im zweiten Setze er geschickt dramatische Akzente, im dritten Satz klang er überaus berührend und ziselierte den 4 Satz gefühlvoll aus. Als Ensemble  bestach dieser melancholische Tonfall und dieses perfekt aufeinander abgestimmte Zusammenspiel, schlichtweg grandios wie im zweiten Satz untereinander diese Harmonien perfekt aufgenommen werden, grandios wie diese schrofferen Akzente im dritten Satz gesetzt werden und wie das Spiel von Onysou Kim und Daekyu Han, als höre man nur ein Instrument miteinander verschmelzen. Im vierten Satz dann dieses grandiose Zusammenspiel in den virtuosen Passagen und auch hier bildeten Oyou Kim und Daekyu Han eine miteinander verschmelzende Klangeinheit, schlichtweg grandios und eigentlich nicht mehr zu toppen. Wenn diese Ensemble keine weltweit viel beachtete Karriere macht, dann stimmt hier etwas auf dem Klassikmarkt nicht, denn dieses Ensemble ist schon heute Weltklasse.

Veröffentlicht unter 03.16. Hochschule für Musik und Theater Hamburg | Kommentar hinterlassen