Wolfgang A. Mozart: Il Re pastore (Signum Classics)

Sarah Fox (Aminta) brillianter Sopran gelingt es in großartiger Detailarbeit ihre Rolle geschmackvoll auszuformen. Ailish Tynan (auch diese Dame dürfte den Lesern meines Blockes längst nicht mehr unbekannt sein) heller, beinahe schon soubrettenhaft anmutender Sopran formt als Elisa ihre Koloraturen brilliant aus. Eine durchgehend beeindruckende Rolleninterpretation. John Marc Ainsley, der sich seit Jahren nicht nur im Mozartfach einen Namen gemacht hat, brilliert mit seinem hellen Tenor und gestaltet auf seine unnachahmliche Art und Weise als Alessandro ein überzeugendes Rollenporträt. Benjamin Hulett als Agenore begeistert mit seinem hellen, in allen Lagen gut durchgebildeten  Tenor und vor allem durch seinen Charme einhergehend mit einem Stimmumfang der hellhörig macht. Anna Devin (Temiri) schließt hier den Kreis brillianter Sänger und Sängerinnen, die für diese Produktion zur Verfügung standen. Auch ihr Sopran besticht durch die geschmackvolle, brilliante Ausformung der Koloraturen. Ein in sich stimmiges, homogenes Ensemble in einer Opernproduktion mit dem Orchestra of Classical Opera unter der Leitung von Ian Page, der es einmal mehr versteht, die Musik Mozarts grandios umzusetzen.
Veröffentlicht unter 02.24. Signum Classics | Kommentar hinterlassen

Edvard Grieg: Peer Gynt Suites 1 & 2 / Four norwegian Dances (Pentantone)

Eine weitere Multichannel CD Neu-Veröffentlichung mit den remasterten Originalbändern der Philips. Diese Neuproduktionen fallen durch ihr grandioses, transparentes Klangbild auf, welches durch den Einsatz der heutigen moderneren Technik erst so richtig zum Tragen kommt. Raymond Leppard und das English Chamber Orchestra liefern einen feinsinnigen  ausbalancierten, überaus differenzierten Klangteppich mit einer enormen Innenspannung, welche von der ersten bis zur letzten Sekunde konsequent durchgehalten wird. Das Ende dieser Peer Gynt Suiten werden dann dynamisch pointiert in ihren dramatischen Schlußsequenzen bravourös herausgearbeitet. Auch bei den norwegischen Tänzen wird von Anfang an die richtige Grundstimmung getroffen. Eine in sich geschlossen wirkende, in ihrer musikalischen Feinarbeit hervorragend ausmusizierte CD Einspielung.

Veröffentlicht unter 02.23. Pentatone | Kommentar hinterlassen

Elena Xanthoudakis – The Captive Nightingale (Signum Classics)

Die Stimme von Elena Xanthoudakis hat einen brillianten Schimmer; Koloraturen werden ausgezeichnet ausmodelliert. Auf dieser CD wird sie von Jason Xanthoudakis, Klarinette und Clemens Leske, Piano großartig begleitet und unterstützt. Ihr Programm umfaßt neben bekannten auch weniger bekannte, deutschprachige Komponisten wie Andreas Späht, Conrad Kreutzer, Heinrich Proch, Johann Baptist, Wenzel Kalliwoda, Franz Lachner, Johan Solbeck, Peter von Lindtpaintner und natürlich Franz Schubert. Die Lieder werden rhythmisch, geschmeidig und auch pointiert ausgeformt. Leider gibt es aber auch die eine oder andere Unsauberkeit in der Artikulation des deutschen Textes. Musikalisch werden die Texte Phrase für Phrase perfekt ausgeformt. Eine interessante, vom Gesang und vor allem vom Stimmklang her, beeindruckende Aufnahme.

 

Veröffentlicht unter 02.24. Signum Classics | Kommentar hinterlassen

Max Bruch: Violin concerto 3 – Romanze – Konzerstück- Antje Weithaas / Hermann Bäumer (CPO)

Max Bruchs Violin concerto 3 wird von Antje Weithaas auf der Violine einfühlsam und ohne überflüssige Sentimentalitäten und dennoch mit dem nötigen Schmelz interpretiert. Die NDR Radiophilharmonie unter der Leitung von  Hermann Bäumer gelingt von der  Begleitung her, sogleich der Aufbau eines Spannungsbogens, der bis zum Ende nicht abreißt und den Zuhörer sofort in seinen Bann zieht. Sowohl Antje Weithaas, wie auch die Streicher des Orchesters bevorzugen einen eher leicht angerauhten Klang, welcher der spannenden Interpretation dieser Musikstücke sehr entgegen kommt. Bei diesen drei Werken kommt das unterschiedliche Kompositionstalent für ein Instrument von Max Bruch besonders gut zum Tragen: romantisch, energisch und teilweise auch an Brucker erinnernde Klangtürme, all das bekommt der Zuhörer auf dieser CD nähergebracht. Eine großartige Werkzusammenstellung, dessen Hören von der ersten bis zur letzten Minute begeistert.

 

Veröffentlicht unter 02.08.CPO | Kommentar hinterlassen

Max Reger: Sämtliche Choralkantaten (CPO)

Ob ein feierlicher Grundton, Traurigkeit oder die Freude darüber, das Antlitz Jesu sehen zu dürfen: all das wird in einem als einheitlich zu empfindenden Klangbild wiedergegeben. Der harmonisch, in sich geschlossen wirkende Chor geht aber zu wenig auf diese unterschiedlichen Gefühlsebenen ein; es klingt alles etwas eingeebnet sakral. Dies überträgt sich leider auch auf die Altistin Marie Henriette Reinhold (großartiges Stimmtimbre), indem sie sich zu sehr dem „Temperament“ des Chores anschließt. Auch ihre Freude klingt eher gedämpft (eine leichte Beerdigungsstimmung macht sich hier breit). Die von der Botschaft her, sehr unterschiedlichen Kantaten, „Auferstanden, auferstanden, O Haupt voll Blut und Wunden, Vom Himmel hoch, da komm ich her, O wie selig seid ihr doch, ihr Frommen und Meinen Jesu lass ich nicht“, klingen leider alle zu ähnlich. Hier wird zu wenig differenziert auf die unterschiedliche Charakteristik der Stücke  eingegangen. Dennoch, gesanglich klingt diese CD sehr gut; sowohl die Sänger, Dorothea Wagner (Sopran), Marie Henriette Reinhold (Alt), Florian Sievers (Tenor), als auch der Gewandhaus Chor und der Gewandhaus Kinderchor bilden eine musikalisch in sich geschlossene Einheit. Michael Schönheit spielt die Gewandhausorgel. Wir hören das Reinhold Quartett, Rainer Hucke am Kontrabass und Gundel Jannemann-Fischer an der Oboe. Eine CD, die die Freunde dieser Musikgattung bestimmt auf Grund ihres historisch korrekten Klangbildes begeistern wird.

Veröffentlicht unter 02.08.CPO | Kommentar hinterlassen

Circle of Friends (Navona Records)

Eine CD, die erfrischend anders klingt. Auch bei dieser Einspielung orientierte sich der Komponist im Hinblick auf den  Kompositionsstil an den Werken der europäischen, modernen Klassik. Interessant klingt z. B. „Sifting Through the Ruins“ ein Liedercyclus in 5 Teilen mit der aus zahlreichen MET-Übertragungen bekannten Mezzosopranistin Susanne Mentzer.  Der Klang der Stimme folgt ebenfalls den modernen Gesangsstukturen, weniger melodiös, sondern eher wortprägnant in der Ausdeutung. Dieses gilt auch für  James Dunham (Viola) und Craig Rutenberg (Piano). Auch die Stücke Trio for Violin, Cello and Piano, Viola Sonata, Up, where the air gets thin und Four on the floor sind von einem modernen Klangbild geprägt, weniger melodisch; hier wird eher der dramatischen Expressivität Rechnung getragen. Eine CD, die man auf Grund ihrer interessanten Kompositionsansätze gehört haben sollte.

 

Veröffentlicht unter 02.21 Navona Records (Carmine Miranda , Kaviani: Te Deum) | Kommentar hinterlassen

Charles Gounod: Symphonien 1-3 , Oleg Caetani (CPO)

Wann immer CPO Sinfonische Kompositionen in diesen Breitengraden wenig vertrauter Komponisten ausgräbt und einem breiteren Publikum vorstellt, leistet dieser Verlag ganze Arbeit. So auch bei dieser Gounod CD, die unter der Leitung von Oleg Caetani und dem Orchestra della Svizzera italiana entstanden ist. Auch wenn der Klangcharakter aller drei Sinfonien weniger abwechslungsreich ist und sie sich von der Grundstimmung alle etwas ähneln, so gelingt es Oleg Caetani doch, in seiner Liebe zur Detailarbeit die eine oder andere Besonderheit in diesen Werken gekonnt herauszuarbeiten. Somit gelingt eine Werkretrospektive, die begeistert. Auch der gleich zu Beginn aufgenommene, bis zum Ende durchgezogene Spannungsbogen ist beeindruckend und sorgt dafür, dass man diese CD mit Freude vom Anfang bis zum Ende durchhört. Eine durchweg gelungene Produktion, die nicht nur die Freunde französischer Orchestermusik begeistern wird.
Veröffentlicht unter 02.08.CPO | Kommentar hinterlassen