Giuseppe Verdi: Nabucco; Parma 08.10.2008, Dimitra Theodossiou (DVD, Premiere Opera)

Unter der Leitung von Daniele Abbado (Sohn von Claudio Abbado) gelingt dem Orchester eine fabelhafte Werkausdeutung. Auch hier wurde der Gefangenenchor, mit einem grandiosen, selten in dieser Form zu erlebenden Schlußton, übrigens nicht wiederholt. Anthony Michaels-Moore bot einen überzeugenden, auch in den dramatischen Passagen rollendeckenden Nabucco. Dimitra Theodossiou gab eine dramatisch, bestechende Abigaille. Carlo Colombara überzeugte als Zaccharia und Daniela Inamorati gab eine bestechend, sinnliche Fenena. Mickael Spadaccini, erstaunlich das dieser Tenor nicht bekannte geworden ist, gibt einen großartigen Ismaele.

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Gaetano Donizetti: Lucrezia Borgia; Moskau 07/2019; Inga Kalna (DVD, Premiere Opera)

Der Verfasser erinnert sich noch zu gut an die Anfänge von Inga Kalna im Internationalen Opernstudio der Hamburgischen Staatsoper und sie ist nach Olga Peretyatko und Aleksandra Kurzak nicht die erste Sopranistin die zu einer Weltkarriere ansetzte. Zuletzt sorgte sie in Hamburg in einer Peter Grimes Produktion für Aufsehen jetzt hat sie den internationalen großen Durchbruch geschafft und wahrscheinlich hat es kaum einer mitbekommen, denn ihr Auftritt als Lucrezia Borgia war nicht nur Weltklasse, sondern für heutige Verhältnisse nicht mehr zu toppen. Sie sang an diesem Abend nicht nur die Lucrezia, sie war Lucrezia Borgia mit jeder Faser ihres Körpers, sie gab der Rolle ein unverwechselbares Gesicht, ihr gelang an diesem Abend eine Charakterstudie wie es bisher außer von Edita Gruberova auf diesem Niveau kaum einer dritten geglückt ist. Sie war ergreifend, berührend, auf diesem interpretatorischen Niveau gibt es momentan keine zweite. Der Tenor Ji-Min Pak hatte zwar eine schöne Stimme, war aber gesanglich und interpretatorisch etwas blaß. Eleanor Pankrazi gelang eine sinnliche, berührende Orsini, Simone Alberghi war als Don Alfonso hervorragend und auch Alexey Makshantsev war als Rustighello hervorragend. Der junge Tenor Alexander Eremeev machte trotz einer bisher noch eher wenig ausgeprägten charakteristischen Stimmfarbe eine gute Figur. Daniele Skueo und sein Orchester sorgten für einen exzellenten Orchesterklangteppich.

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Neujahrskonzert 2018 – Daniel Barenboim (DVD, Warner)

Das Neujahrskonzert 2018 begann mit dem Mozart Klavierkonzert von Wolfgang A. Mozart mit Daniel Barenboim am Klavier und am Pult der Berliner Philharmoniker, die für einen runden, elegant anmutenden, stellenweise leider aber auch weniger mitreißenden Klangteppich sorgen. Am Klavier hingegen bietet uns Daniel Barenboim im 1. Satz  einen perlenden, eleganten, sinnlichen Klavierton. Die virtuosen Passagen werden ebenso feinsinnig ausziseliert wie die Triller und Pianopassagen. Die Rapsodie espagnol wird in den dramatischen Passagen energiegeladen und in den lyrischen Passagen feinsinnig ausziselier, es folgt eine schmissige „Alborada del gracioso“, gefolgt von einer lyrisch, feinsinnigen Pavane. Ferner legt Daniel Barenboim zum Abschluß des Ravel Blockes noch mit einem feurigen, mitreißenden Bolero nach. Die „Argonaise“ aus der Carmen Suite No. 1 von Georges Bizet beginnt temperamentvoll und mitreißend, gefolgt von einem gefühlvollen Intermezzo und als krönenden Abschluß eine mitreißes  „Les Toréadors“.

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Perspectives on Schubert – Complete Choral Works for Male Voices Vol. 6 (Genuin)

Schon gleich die erste Komposition „An die Musik“ von Franz Schubert wird von Christoph Pregardien feinsinnig ausziseliert, begleitet wird er dabei von Andreas Frese am Klavier. Es folgt von Friedrich Stilcher „Der Lindenbaum“ gefühlvoll von der Camerata Musica Limburg unter der Leitung von Jan Schumacher interpretiert, die dem Ganzen einen leicht sakral anmutenden Charakter verleiht. Etwas, was beim Erlenkönig von Marten Jansson leider so gar nicht aufgehen will, es klingt eine Spur zu beliebig, eingeebnet. Besser dann der berückend vorgetragene „Abendfrieden“ von Fritz Spieß. Beim „ein heller, lichter, schöner Tag“ vermisst der Verfasser so ein wenig die musikalische Wärme im Ausdruck, es klingt eine Spur zu klinisch rein. „Der Abendfrieden“ von Jakob Christ wird wunderschön ausziseliert. Alles andere als eintönig mutet von Johannes Brahms „Einförmig ist der Liebe Gram“ an. Beim „Amore“ von Nicola Campogrande vemisste der Verfasser ein wenig die notwendige Leidenschaft. Bei  Franz Lizst “ Die Allmacht“ wird die Camerata Musico Limburg durch die Sopranistin „Hanna-Elisabeth Müller verstärkt, eine grandiose, packende, mitreißende Interpretation, einer der Höhepunkt auf dieser CD mit Andreas Frese am Klavier. „Jede Nacht“ von Franz Herzog wurde feinsinnig ausziseliert. Einfühlsam erklingt „Das Grablied“ von Peter Cornelius. Die Stimme des Tenors Andreas Karasiak mutet in „Nachtlied“ von Christopher Tarsnow leider weniger charmant an. Die unterschiedlichen charakteristischen Merkmale bei den nächsten beiden Kompositionen „Rest“ und „By the sea“ von Granville Bantock hätten etwas besser herausgearbeitet werden können. Einfach traumhaft schön, die Interpretation „Was vom Traume blieb“ von Thomas Thurher. Heiter erklingt das „Morgenständchen“ von Franz Abt. Ausdrucksvoll gelingt das „Trinklied“ von Andreas Schenck. Abschließend noch einmal „An die Musik“ diesesmal von Walter L. Born (impr.), gelungen vorgetragen von der Camerata Musica Limburg. Eine in sich schlüssige CD mit einigen großartigen musikalischen Momenten.

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Romantic Exuberance – Ioana Cristina Goicea – Violine (Genuin)

Die Violonistin Ioana Cristina Goicea konnte in ihrer bisherigen musikalischen Karriere bereits einige Preise gewinnen, so 2017 den 1. Preis beim Violin Competition in Neuseeland, 2018 war sie die erste Preisträgerin des Deutschen Musikwettbewerbs Bonn und Preisträgerin des International Indianapolis Violinenwettbewerbes in den USA und 2019 war sie Preisträgerin des Königin Elisabeth Wettbewerbes in Brüssel. Mit viel Gefühl steigt Ioana Cristina Goicea in die Violinensonate op. 18 mit Andrei Banciu am Klavier ein und es gelingt ihr eine feinsinnig ausziselierte Interpretation des 1. Satzes. Grandios mit welche einer eleganten Virtuosität sie es versteht den 4. Satz von Erich Wolfgang Korngolds „Ado about nothing“ auszuführen. Die große Überraschung hingegen ist die auf CD zum erstenmal Veröffentlichte Violinsonate von Stan Golestan (1875-1956), spannungsvoll, mit angerautem Unterton, mitreißend von beiden feinsinnig ausziseliert. Andrei Banciu findet auch hier einen individuellen, charakteristisch Tonfall um dem Werk die nötige Innenspannung zu verleihen. Im zweiten Satz wird der Grundton dann romantischer. Perlende Läufe am Klavier und eine feinsinnig ausziselierter Klangteppich seitens der Violine mit wundervollen Trillern, prägen den letzten Satz, eine CD, die man gehört haben sollte.

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If, Lestyn Davies (Signum classics)

Auf dieser CD wurden Kompositionen von Michael Nyman jenen von Henry Purcell gegenüber gestellt. Am beeindruckendsten sind in diesem Zusammenhang die zwei Kompostionen If and Why aus The Diary of Anne Frank von Michael Nyman welche einfühlsam und berührend ausgeformt werden. Ein weiterer absoluter Höhepunkt ist „The self- Laudatory Hamn of Inanna and her Omnipotence“, schlichtweg grandios, mitreißende Orchestrierung und dann diese atemberaubende Ausführung durch die Stimme des Countertenors Lestyn Davies. Abschließend gibt es dann noch die einfühlsame und berührende interpretation von „O Solitude, my sweetest Choice“ von Henry Purcell. grandios begleitet von Fretwork.

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Marie-Nicole Lemieux: Mer(s) (Warner)

Eine CD in welcher verschiedene Kompositionen, die alle das Meer thematisieren, gegenübergestellt werden, Angefangen von Edward Elgars „Sea pictures“, über Poéme de l’amour et de la mer“ von Ernest Chausson, bis hin zu La Mer von Victorin Joncieres. Eine CD, die einen auf Grund des sinnlichen, dunklen, mitreißenden Stimmtimbres von Marie-Nicole Lemieux von der ersten Sekunden an Pakt, gefangen nimmt und nicht mehr loslassen will. Begleitet wird sie vom Orchestre National Bordeuax Aquitaine unter der Leitung von Paul Daniel. Eine CD, die man unbedingt gehört haben muß.

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