Corona: Politiker werden zum ersten Mal mit den Konsequenzen ihres Handelns konfrontiert

Beispiel 1: Angela Merkel.

Sie als Bundeskanzelerin hätte es eigentlich besser wissen müssen. Schon seit Wochen ist bekannt wie Risiko behaftet ein Besuch beim Arzt sein kann, was sie aber nicht davon abhält dieses Risiko billigend in kauf zu nehmen. Wer schon ein Kontaktverbot erwirkt, sollte sich schon im voraus über Risikofaktoren informieren. Erstaunlich das Herr Droste nicht darauf hingewiesen hat. Er als staatlich anerkannter Coronabeauftragter hätte es eigentlich besser wissen müsse. Fazit des Verfasser: Gehen sie nur dann zum Arzt, wenn es sich absolut nicht vermeiden lässt, das Ansteckungsrisiko ist einfach zu hoch.

Beispiel 2: Boris Johnson

Er wollte eine Volksimmunität durchsetzen, nun ist er einer der Ersten, der in den Genuss einer solchen kommt. Fazit: Manchmal trifft es auch die richtigen.

Beispiel 3: Donald Trump

Wurde selber positive getestet. Er wollte das marode amerikanische Gesundheitssystem weiter aushöhlen. Nun erfährt er hautnah im eigenen Land was es bedeutet, wenn es sich nur wenige leisten können sich testen zu lassen, bzw. wenn das dafür notwendige Equipment gar nicht erst vorhanden ist. Hoffentlich wachen etliche danach endlich einmal auf. Glücklicherweise hat er rechtzeitig seine Grenzen dicht gemacht um so zu verhindern,  dass sich Besucher aus anderen Ländern in seinem Land mit dem Virus infizieren können.

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Giuseppe Verdi: Macbeth – Wien 11/2019 – Placido Domingo, Tatiana Serjan (DVD, Premiere Opera)

Unter der Leitung von Giampaolo Bisanti gelingt es den Wiener Philharmonikern leider zum wiederhohlten Male nicht in die Nähe einer soliden Standardleistung zu kommen. Es beginnt mit einer Ouvertüre, die leider alles andere als spannend und mitreißend ist, eben typisch Wien und setzt sich denn in einen mittelprächtigen 1. Akt fort, bei dem selbst das Finale des selbigen so keinen aus dem Gestühl zerren will. Wo bei Riccardo Muti und Georg Manahan die Erde bebte, ist man hier eher gewillt, die „Hallo Wach Pille“ zu suchen. Manche dramatische Stelle belebt einen dann mal wieder ein wenig, aber das ist für ein Orchester, das mittlerweile Augenscheinlich nur noch vom Ruf vergangener Jahre lebt, einfach zu wenig, hier muß ganz dringend etwas geschehen.  Placido Domingo bietet uns hier, anders als uns ein bestimmter Kritiker erst kürzlich weiß machen wollte, einen Macbeth der, was Bühnenpräsenz und gesangliche Intensität anbelangt, mit zu den besten Sängern zählt, der diesen Rolle in den Vergangenen 30 Jahren gegeben hat. Die Stimme klingt schon seit einiger Zeit nicht mehr nach einem Tenor, der sich ins Baritonfach verirrt hat, sondern hat eine glaubwürdige baritonale Tiefe erreicht, die manch jünger Sänger in der heutigen Zeit nicht, oder noch nicht erreicht hat. Tatiana Serjan gestaltete an diesem Abend leider, was die dramatische Intensität anbelangt, eine Lady Macbeth auf Sparflamme. Gewiss, sie hat die Höhe und auch die tiefen Töne sitzen, aber es klingt alles eher als würde man eine Ferrari mit angezogener Handbremse über die Autobahn jagen. Schade, denn gerade in dieser Rolle zählt sie seit Jahren zu den besten ihres Faches, der Verfasser hofft, dass dieses ein einmaliger Ausrutscher war. Ryan Speede Green ist mit seinem noblen Bassklang einer der besten Interpreten, die der Verfasser in der Rolle des Banquo je erlebt hat, eine grandiose Leistung. Jinxu Xiahou gibt einen überzeugenden Macduff. Carlos Osuna sang den Malcolm und Fiona Jopson gab die Kammerzofe. Christian Räth zeichnete sich als Regisseur für die  Herbert von Karajan Gedächnisveranstaltung verantwortlich. Oder wie es in einem bekannten Witz immer wieder heißt: Dunkel hier…

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The Mystery of the Natural Trumpet – Krisztian Kovats (CPO)

Die Kunst beim spielen einer Naturtrompete besteht darin, dass es hier keine Klappentechnik gibt. Jeder Ton  muß mit den Lippen oder dem Griff mit der Hand ins Instrument ausgeformt werden. Krisztian Kovats an der Trompete gelingt es schon gleich zu Beginn des 1. Satzes des Concerto in d minor von Johann Wenzel Anton Stamitz, durch feinsinnig ausziselierte schön ausgeformte Triller und wundervoll ausgeformte virtuose Passagen, seine Zuhörer zu begeistern und in seinen Bann zu ziehen.  Auch dem L’arpa festante unter der Leitung von Christoph Hesse glückt hier eine feinsinnige Werkausdeutung. Es folgt ein berührend, feinsinnig ausgeformter 2. Satz und schließlich der 3. mit herrlich ausgeformten virtuosen Passagen. Es folgt das Concerto No. 1 in d major von Johann Matthias Sperger. Der 1. Satz begeistert durch sein schwungvolles, unbeschwert anmutendes Entré. während der 2. Satz den Zuhörer durch seine rhythmische Eleganz in seinen Bann zieht. Das Andante aus der Sinfonia per la Processione Solemni in C major von Joseph Riepel überwältigt durch seinen majestätischen, festlich anmutenden Grundton und diese feinsinnige Eleganz, mit welcher Krizstian Kovats diesen Satz auszuformen versteht. Der 1. Satz aus dem Concerto in d major von Johann Georg Lang begeistert durch seine schwungvolle Leichtigkeit, die ein wenig an Mozart erinnert. Der 2. Satz mutet eher feierlich getragen an, während der 3. Satz durch seine feinsinnig ausziselierten Triller und einer eben solche Eleganz in der Ausformung begeistert. Der 1. Satz aus dem Concerto No. 2 in D major von Johann Matthias Sperger  überwältigt durch seine Leichtigkeit und seine unbeschwert anmutende Eleganz, letztere findet sich auch im 2. Satz wieder. Der 1. Satz des Concerto in E flat major von Johann Ott wird akzentuiert mit feinsinnigen Verzierungen ausgeformt. Im 2. Satz begeistert wiederum diese feinsinnige Eleganz, während der 3. Satz rhythmisch Prägnant ausgeformt wird.

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Franz Krommer: Symphonies 6 & 9 ( CPO)

Unter der Leitung von Howard Griffith gelingt dem Orchestra della Svizzera Italiana eine grandiose Ausdeutung der 6. Sinfonie, des viel leider zu selten aufgeführten Komponisten Franz Krommer. Allein schon diese dramatische Intensität und diese rhythmisch Prägnant des 1. Satzes sind einfach Atemberaubend. Dann diese lyrische Eleganz im 2. Satz und schließlich diese unbeschwerte Tonfall im 3. Satz, der einfach mitreißend ausgeformt wird, während der 4. Satz zum einen durch seine feinsinnigen Pianopassagen, aber auch durch seine steigernde Intensität, begeistert. Auch der 1. Satz der 9. Sinfonie zieht den Zuhörer sogleich durch seine dramatische Intensität im Beginn in seinen Bann und dann diese feinsinnigen Pianopassagen. Der 2. Satz begeistert zum einen durch seine lyrische Eleganz und zum anderen durch seine feinsinnig ausgeformten Bläserpassagen. Der 3. Satz wird beschwingt und mitreißend ausgeformt, während der 4. Satz durch seine packende dramatische Intensität begeistert.

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Alfredo Catalani: La Wally – Piacenza 2017 (DVD, Premiere Opera)

Eine zu Unrecht viel zu selten aufgeführte Oper, die zwar über so gut wie keine zugkräftigen Arien verfügt, außer eben jene dieuns immer wieder in unzähligen Filmen zu Gehör gebracht wird, vorzugsweise gesungen von Maria Callas.  Auch gestaltet sich die Liste der Sängerinnen was verfügbaren Aufnahmen angelangt: Renata Tebaldi, Magda Olivero und Eva Marton, eher überschaubar. Die Liste von Sängerinnen, die die Arie „Ebben ne’andro lontana“ bezwingend gestalten konnten ist mit Maria Callas, Renata Tebaldi, Claudia Muzio und Magd Olivero auch nur unbedeutend länger, während die Liste jener die diese Arie besser nie gesungen hätten, da schon ganz andere Dimensionen vorzuweisen hätte. Die Inszenierung ist klassisch, ein kleines Bergmassive, ein kleine Hütte und viel Personal (überwiegend als Chor aktive). Die Wally gesungen von Saioa Hernandez ist nicht nur was ihre Bühnenpräsenz, sondern auch was die dramatische Intensität ihre Stimme anbelangt eine Interpretin der Extraklasse. Ergreifend in den Pianopassagen, bezwingend und mitreißend in den dramatischen Passagen, einfach grandios. Die Stimme des Tenors Zoran Todorovic als Giuseppe Hagenbach schwingt nicht immer ganz frei, manche Noten muten mehr erkämpft denn mit der nötigen Leichtigkeit ausgeformt an. Der Bariton Claudio Sgura, der 2017 in Hamburg unter anderen als Jago und Simon Boccanegra zu erleben war (der Verfasser berichtete)  ist mit seinem elegant anmutenden Stimmklang als Vincenzo Gellner, schlichtweg grandios. Die Mezzosopranistin Serena Gamberoni ist in der Rolle des Walter einfach umwerfend. Ebenfalls bezwingend ist Giovanni Battista Parodi als Stromminger. Eine Besetzung bei der keine Wünsche offen bleiben. Das Orchester unter der Leitung von Francesco Ivan Ciampa bietet einen großartigen Orchesterklangteppich.

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Streaming statt Opera to Go to oder Tipps für die Wochen ohne kulturelle Veranstalltungen außer Haus

Im Fernsehen sehen Sie immer wieder den netten Hinweis „wir bleiben zu Hause“ . Ja aber wo auch hin: Der Arbeitsplatz vorübergehend geschlossen. Die Einkaufzentren gleichen Geisterstädten und auch die Kulturpaläste sind ebenso geschlossen wie die Gaststätten, bleibt also nur noch der Gang zum Arzt oder das hauseigene Archive. Die gescheiten Beiträge, die der Fernseher dank seiner über 100 Sender anbietet, sind für Personen, die es gewohnt sind nahezu jeden Abend eine andere kulturelle Veranstaltung zu besuchen, ein Albtraum. Wer wie der Verfasser nicht über ein umfangreiches Archive verfügt, der sollte nicht verzagen. Hier ein paar kleine Tipps um in diesen Tagen wenigstens nicht vollständig auf kulturelle Highlights verzichten zum müssen. Ihr Opernratgeber bietet mit einem Klick  für jeden Tag  den angemessenen Hörtipp. Wem das nicht genügt dem können verschiedene Internetkanäle weiterhelfen. Hier ein paar Tipps:

  1. Culturbox (Youtube) – Jazz, Pop, Tanz und Oper: u. a. Aida, La Clemenza di Tito
  2.  Opera Vision (Youtube) : Cavalleria Rusticana /I Pagliacci, Falstaff, Turandot, La Boheme
  3.  Opera Streaming (Youtube) : u. a. Lucio Silla, Entführung aus dem Serail, Don Giovanni, Violante, Madame Butterfly, Brothers, Tosca, Ermione, verkaufte Braut, Barbiere de Seviglia, Carmen, Jenufa, Halka, Die Bassariden,
  4.  Teatre Communale de Bologna (Youtube) : Barbiere de Seviglia, La Traviata, Rigoletto, Fidelio, Salome, Il Trovatore
  5.  Teatre Regio Torino (Youtube) : Generalproben von La Sonnambula (Akt 1), L’Ialiana in Algeri, Carmen, Nabucco, Matrimonio Segreto,
  6.  ARTE Mediathek
  7.  Opernhäuser wie die Metopolitan Opera oder auch die Wiener Staatsoper stellen Aufführungen aus ihrem Archive online z. T. gegen Gebühr, wobei der 1. Monat auch schon mal kostenfrei sein kann.
  8. Hörenswerte Clips auf Youtube: Countertenor Igor Manashirov singt Casta Diva (trifft den richtigen Tonfall, wählt die richtigen Verzierungen, eine großartige Leistung), Saioa Hernandez singt Casta Diva ebenfalls eine großartige Leistung, Roko Blazivic singt The Winner take it all von Abba, Mark Masri singt It must habe been love (Livefassung), Countertenor DiMaio singt modern orchestriert das Ave Maria von Caccini, Brian Justin Crum singt Creep andere hörenswerte Kanäle sind zu finden unter Coversänger auf Youtube.
  9.  Elbphilharmonie Live (Youtube)
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Girolamo Deraco: Oceano; Asuncio 06/2019 ( DVD, Premiere Opera)

Nach endlos erscheinenden und überaus ermüdend wirkenden, mit Musik untermalten, gesprochenen Monologen mit bebilderten Anschauungsmaterial im Hintergrund versehen setzte nach ca. 25 Minuten endlich die Handlung samt Bühnenbild und Solisten ein. Wer bereits war es so lange auszuhalten wurde mit modernen aber doch melodischen Klängen belohnt. Die Geschichte behandelt eine Reihe von Ereignissen:  Tänzen, Geburten, Todesfällen und neuen Lieben, wobeidie  Koffer voller Hoffnungen übereinander gestapelt waren. Das Libretto ist inspiriert von Edmondo De Amicis  der 1889 den Roman „On the ocean“, veröffentlichte, in welchem der Schriftsteller 22 Tage auf einem Schiff reist und dabei jeden Tag die dramatische Intensität der italienischen Migration festhielt. Wie sehen und hören hier die Uraufführung des Werkes aus Asuncio. Die Besetzung José Mongelos, Mathias Barranco und  Alejandra Meza überzeugen sowohl darstellerisch wie auch gesanglich. Lediglich der Orchesterklang und Dirigat hätten etwas zupackender sein können. Ein durchaus interessantes Werk, wenn diese aufgeblasen wirkende Einführung nicht gewesen wäre.

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