Giacomo Puccini: Tosca; Salzburg 24.03.2018 (DVD, Premiere Opera)

Christian Thielemann gelingt im ersten Akt leider ein zu spannungsarmes Dirigat, erst in den  Akten 2 und 3 wird es dann besser. Anja Harteros besticht als Tosca, sowohl von der dramatischen Intensität her, wie auch in den berührenden Passagen. Aleksandrs Antonenko gestaltet die Rolle des Cavaradossi leider zu uncharmant. Ludovic Tezier besticht mit seinem eleganten Tonfall als Scarpia. Den Hirten im 3 Akt, in diesem Falle von einem Knabensopran gesungen, hörte man anderen Orts auch schon besser. Am Ende des 3 Aktes erschießen sich Tosca und Scarpia auf der Engelsburg gegenseitig.

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Giacomo Puccini: Madame Butterfly; Torino 05/2019 (DVD, Premiere Opera)

Leider auch hier wiederum „nur“ die Generalprobe. Die Tempi von Daniel Oren sind stellenweise überaus getragen und haben leider wenig Innenspannung. Rebeka Lokar ist stimmlich gesehen eine berührende, was die dramatische Intensität anbelangt fesselnde, Butterfly. Murat Karahan besticht mit seinem stellenweise an Luciano Pavarotti erinnernden Tenorklang als Pinkerton. Simone Del Savio gestaltet eine überaus eleganten  Sharpless und Sofia Koberitze besticht als Suzuki. Eine schlicht und dennoch stimmungsvolle Inszenierung, wobei die klapprigen Holzstühle vor der Tür angesichts der über etwas mehr Figur verfügenden Butterflyinterpretin wohl nur als geschmackloser Scherz eingestuft werden können.

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Es war Mord durch Folter

Das ein Verteidiger versucht durch geschickte Wortwahl immer das Beste für seinen Klienten zu erreichen versucht, ist mehr als Verständlich. Das aber die Presse so gut wie keiner Einfühlungsvermögen zeigt und die Gefühle der  Opfer noch mit Füßen tritt, ist neu. Da werden Mörder und Vergewaltiger als ruhmreiche Krieger und Kämpfer ausgerufen. Da wird bei einen Mord durch grausame Folter in der Öffentlichkeit zu einem tragischen Unfall heruntergeredet, geht es eigentlich noch? Demnächst wird ein Amokläufer in einem Altenheim vielleicht noch als Held für die Allgemeinheit ausgerufen. Sorry bei aller Liebe, aber der Verfasser kann für ein derartiges Verhalten keinerlei Verständnis mehr aufbringen. Hier ist nur noch Fremdschämen hoch drei angesagt.  Wer nach dem Recht der Scharia glaubt Morden und Vergewaltigen zu können, sollte seine Strafe auch dort verbüßen wo er freiwillig hingezogen ist, um sich dort einen Rechtsfreienraum zu erschaffen. In den Vereinigten Staaten gibt zwar diesen Rechtsfreienraum in dieser Form nicht und dennoch scheint dort ein ungeschriebenes Gesetzt zu gelten. Wer eine Uniform und oder eine Waffe, bestenfalls auch beides bekommt, hat automatisch das Recht andere Menschen zu drangsalieren. Der Verfasser war schon des öfteren in New York und San Francisco und in keinem demokratischen Land werden die Menschen dermaßen reglementiert wie dort. Wenn sich in Deutschland jemand dieses Verhalten anmaßen würde, es würde einen Aufschrei geben, nicht so in den USA, da scheinen es die Menschen zu lieben von Ordnern und Polizisten herumgeschubst zu werden, als wären sie alle entmündigt worden. Der Verfasser hat dieses öfters erleben dürfen und weiß daher wovon er hier schreibt. Dieses alles muß man wissen, um zu begreifen, wie es zu dem erneuten Foltermord an einem Farbigen in der Öffentlichkeit kommen konnte und es auch keiner der Passanten wagte, aktive einzugreifen. In Amerika gibt es strenge Gesetzte, wer an einem Verbrechen durch Unterlassung teilnimmt ist genauso schuldig wie derjenige der das Verbrechen begangen hat. Dieses bedeutet im Klartext, das sich alle vier Mörder in Uniform des gleichen Kapitalverbrechens schuldig gemacht haben, nämlich dem Foltermord an einem Menschen und zufolge auch alle das gleichte Strafmaß zu erwarten haben, bestenfalls lebenslänglich Gefängnis. Dieser Foltermord war keineswegs ein Unfall, wer das Gesicht des Polizisten gesehen hat, weiß, das es kaltblütiger Mord war und seine drei Kollegen die teilnahmslos zuschauten und auch auf Zurufen von Passanten nicht auf die Idee kamen dem wehrlosen Opfer zu helfen, haben sich eindeutig der Mittäterschaft schuldig gemacht. Hier kann man nicht einmal mehr von unterlassener Hilfeleistung sprechen. Es war purer Foltermord durch Rassenhass, der wo es immer es geht von Donald Trump nicht unterbunden, sondern teilweise, man kann es als klar denkender Mensch gar nicht anders sehen, gefördert wird. Früher konnten derartigen Verbrechen noch den Opfern in die Schuhe geschoben werden, heute dank moderner Technik glücklicherweise nicht mehr. Vielleicht lernt Amerika jetzt endlich mal aus den Fehler den Vergangenheit und der nächste Präsident wird es hoffentlich besser machen und die Menschen wieder vereinigen statt gegeneinander aufzuwiegeln. Wer  öffentlich auf Twitter zum Mord an seinem Volk aufruft, der ist für welches Amt auch immer, nicht länger tragbar.

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Georges Bizet: Carmen; Torino, 12/2019 (Premiere Opera)

Leider wurde auch hier nur die Generalprobe mitgeschnitten. Die armenische Mezzospranistin Varduhi Abrahamyan hätte hier eindeutig mehr verdient, denn sie war einfach umwerfend mit ihrem sinnlichen dunkel getönten Mezzo. Eine Carmen par excellence. Andrea Caré gab mit seinem schlanken Tenor einen großartigen Don José. Marta Torbidoni hätte als Michaela stellenweise etwas charmanter klingen können. Lucas Meachem gab einen eleganten Escamillio. Giacomo Sagripanti traf leider nicht immer den richtigen Tonfall, manche Passagen wirkten etwas zu übereilt. Das Bühnenbild ist eher schlicht, aber überzeugend. Im dritten Akt gibt es sogar ein einmotoriges Propellerflugzeug.

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Giuseppe Verdi: Nabucco; Torino, 03/2020 (DVD, Premier Opera)

Hier wurde leider nur die Generalprobe mitgeschnitten. Giovanni Meoni gab einen grandiosen Nabucco. Csilla Boross gelang  mit ihrer opulenten Stimmen eine sensationelle Abigaille, die auch in den Pianosequenzen überzeugte. Stefan Pop gab einen großartigen Ismaele. Seine Stimme hat in den letzten Jahren enorm an Größe und Ausdruck dazugewonnen. Riccardo Zanellato gab einen großartigen Zaccharia. Enkelejda Shkosa war als Fenena einfach umwerfend. Donato Renzetto gelang es einen großartigen Orchesterklangteppich zu zelebrieren. Anders als es uns Herr Brug immer wieder weiß machen will, wurde der Gefangenenchor nicht wiederholt. Eine herausragende Produktion, schlicht, mit schönen Kostümen und leider keinerlei Personenregie. Hier hätten auch alle, insbesondere der Chor, die Wartezeit auf einen Bus mit Gesang überbrücken wollen.

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Giuseppe Verdi: Aida; Barcelona 01/2020 (DVD, Premiere Opera)

Ein opulentes Bühnenbild mit z. T. aufwendigen Kostümen. Gustavo Gimeno sorgte für einen spannungsgeladenen, fesselnden Orchesterklangteppich. Angela Meade gab eine Aida, wie man sie sich runder und opulenter vom Stimmklang her kaum wünschen kann. Sie verstand es allerdings auch in den Pianosequenzen, obgleich sie an einer Stelle dreimal ansetzen mußte und in den verzierten Passagen, zu überzeugen. Clementine Margaine, eine hohle Nuss fragte doch tatsächlich während ihrer sensationellen Carmen in Hamburg hinter dem Verfasser:“ Wer ist das?“, gab eine grandiose Amneris. Yonghoon Lee war als Radames nicht immer so ganz feinsinnig, überzeugte aber im großen und ganzen durch seine schlanke Stimmführung. Franco Vasallo gab einen überzeugenden Amonasro und Kwanchul Youn überzeugte als König. Eine leider nicht näher erwähnte Sängerin bestach in ihrer kurzen Sequenz als Priesterin.

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Giuseppe Verdi: La Traviata, Reggio Calabria, Italy; 21.09.2018 (DVD, Premiere Opera)

Eine klassische Inszenierung mit schönen Kostümen. Manuela Ranno, obgleich auch sie,  wie erwartet für den zweiten Teil des 2. Aktes nicht das richtige Tempo findet, gelingt ein ansprechender Verdiklangteppich. Wieso lässt man immer wieder Dirigenten an Werke, die diese nicht verstehen, ein ewiges Rätzel. Ilenia Morabito bietet Aufgrund ihres Stimmtimbres und schön ausgeformten Koloraturen kein ergreifendes, dafür aber ein schlüssiges Rollenporträt. Alfredo Giordano überzeugt trotz einiger weniger gelungener Töne als Alfredo. Giuseppe Talamo klingt als Germont, stellenweise vom Stimmklang her etwas zu jugendlich, bietet aber eine großartige stimmliche Leistung. In weiteren Rollen hören wir Salvatore Grigoli und Gabriella Grassi. Im großen und ganzen ein schön anzusehende Produktion.

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