Motette in der Thomaskirche zum Michaelisfest (Leipzig, 29.09.2018)

Ein Motettenkonzert (mehrstimmige Chorwerke) im Rahmen eines Gottesdienstes in der etwa 8oo-jährigen Thomaskirche in Leipzig in unmittelbarer Nähe der Ruhestätte von Johann Sebastian Bach, der dort 27 Jahre gewirkt hat, ist schon ein besonderes Erlebnis und es war nicht verwunderlich, dass das Haus zu mehr als 100% „gefüllt“ war. An diesem herrlichen Samstagnachmittag sang der Thomanerchor gemeinsam mit den Chören der Thomasschule, begleitet von Solisten des Gewandhausorchesters (Yun-Jin Cho – Violine, Katalin Stefula, Johanna Schlag – Flöte, Henrik Wahlgren. Thomas Hipper – Oboe, Oboe d’amore, Riccardo Terzo – Fagott, Daniel Pfister – Violoncello, Burak Marlali – Kontrabaß) Es dirigierte der Thomaskantor Gotthold Schwarz. Eröffnet wurde das Konzert mit der Toccata d-Moll von Johann Sebastian Bach mit Nicolas Berndt an der Orgel, der auch später noch  mit „In Gottes Namen fang ich an“ einer überaus modern anmutenden Komposition von Peter Planyavsky, zu überzeugen verstand.  Ferner gab es die „Cantate Domino canticum novum“ von Hans Leo Haßler, „Allein auf Gottes Wort“ von Johann Walter, „Ehre sei dir, Christe“ von Heinrich Schütz, „Beati quorum via “ von Charles Villiers Stanford, „Ave Maria“ von Anton Bruckner, „Ubi caritas“ von Ola Gjeilo und das „Abendlied“ von Josef Gabriel Rheinberger. Hervorragend interpretiert von den oben genannten Chören unter der Leitung von Ulrike Gaudigs und Michael Rietz. Dann folgte die  Bach-Choralkantate BWV 117 „Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut“. Stefanie Blumenschein (Alt) überzeugte in ihren Solopassagen. Einfach großartig, mit welchem Schmelz und brillianter Höhe Tobias Hunger  (Tenor) , seine Gesangspassagen zum Leben erweckte. Von diesem Sänger möchte der Verfasser unbedingt mehr hören. Andreas Scheibner, der hier als Bass angekündigt wurde, war wohl eher ein Bariton; überzeugte aber dennoch. Gesanglich und auch vom Orchesterklang her, ein beglückender Nachmittag in beeindruckender Umgebung.
Sven Godenrath, Hamburg
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Montserrat Caballe ( Barcelona: 12.04.1933 – Barcelona 06.10.2018)

Die am 12.04.1933 in Barcelona gebürtige Sopranistin Montserrat Caballe begann ihre Ausbaildung am Conservatorio di Liceo in Barcelona und beendet diese dann in Mailand. 1956 debütierte sie am Stadttheater Basel, von 1959-1962 sang sie am Stadttheater Bremen u. a. Dovraks Armina (Mitschnitt liegt vor) und Madame Butterfly. Am 20.04.1965 sprang sie, ohne vorherige Probe, in der Carnegie Hall in Lucrezia Borgia (Mitschnitt liegt vor; Alain Vanzo, Jane Berbie, Kosts Paskalis) für Marilyn Horn ein , die zum einen erkrankt und zum anderen kurz davor stand eine Wechsel vom Sopran ins Mezzofach zu vollführte. 1966 folgte die Studioaufnahme neben Alfredo Kraus und Shirley Verrett für die RCA auf. Es folgte Auftritte als Norma (Studio und Livemitschnitte), Maria Stuarda (Livemitschnitt), Parisina (Livemitschnitt), Anna Bolena (Livemitschnitt), Roberto Devereux (Livemitschnitt), La Fille de Regiment (Gräfin Crakentrop), Caterina Cornaro (Livemitschnitt). Sie sang Tosca, Mimi, Aida, Liu, Turandot, Sieglinde (Livemitschnitt), Isolde (Livemitschnitt), Elisabeth im Tannhäuser (Livemitschnitt) Lucia di Lammermoor, Violetta, Salome, Giovanna D’Arco, Elisabetta im Don Carlos, Leonora in Il Trovatore und La Forza del Destino  (Livemitschnitt), Manon Lescaut, Elvira in I Puritani, Imogene in Il Pirata und die Donna Elvira im Don Giovanni u.a. Sie nahm zahlreiche Recitals mit Arien und Lieder von Richard Strauss, Richard, Wagner, Giacomo Puccini, Giuseppe Verdi, Gaetano Donzietti, Vincenzo Bellini, Gioacchino Rossini,Weihnachtslieder,  natürlich auch Zarzuelas und spanische Lieder auf. Unvergeßlich ihr Duett mit Freddy Marcury (Barcelona). Es folgte auch noch eine CD auf welcher sie Duette mit anderen Popkünstlern u.a. Johnny Holliday sang. Ihr Rollenspektrum war vielseitig, ihre Ausdrucksspektrum dagegen leider eher weniger vielseitig. Viele Rollen sang sie brilliant, aber doch sehr ähnlich von der Klangcharakteristik her. Ihre Karriere währte fast 50 Jahre lang. Noch vor wenigen Jahren hatte der Verfasser das Glück gehabt diese Ausnahmesängerin in Stadion von Barcelona live erleben zu dürfen, es war eine Sternstunde. Ihre Stimme besaß vom Klang her immer noch die Qualitäten, die sie einst berühmt gemacht haben, was auf ihre sängerische Intelligenz zurückzuführen war. Sie entschied sich schon sehr früh expressive Ausbrüche zu meiden. Man warf ihr daher vor die Rollen die sie sang etwas eingeebnet, geglättet zu haben, was den dramatischen Ausdruck anbelangt. Zum Schluß gab es noch einen Prozess wegen nicht bezahlter Steuergelder. Einen Großteil ihres Vermögen soll wo jemand aus ihrem näheren Umfeld durchgebracht haben. Ihr Fans liebten und verehrten sie wie keine Zweite. Ihre Pianokultur war einzigartig. Maria Callas hatte einst die Türen für sie und für Joan Sutherland, Beverly Sills, Leyla Gencer bis hin zu Edita Gruberova und anderen  die ihnen folgten, geöffnet. Ohne Maria Callas wären die Karrieren dieser Sängerinnen sicherlich anders verlaufen. Jetzt ist auch die letzte große Koloratursopranistin der 70 er , 80 er und  90 er Jahre verstummt. Mit ihrem Mann, einem leider weniger talentierten Sänger, gibt eine CD mit Duetten, Ihr Tochter Montserrat Marti hat zwar auch ein gewisses sängerisches Talent “ geerbt“, dieses reicht aber weitem nicht an das ihrer Mutter heran. Der Verfasser befürchtet daher, das mit dem Tode der Mutter auch die Karriere der Tochter über kurz oder lang ihr Ende gefunden haben wird. Ihrer Familie gebührt unser aufrichtiges Mitgefühl und ihr ein ganz großes Dankeschön für viele unvergessliche Stunden in der Oper, von denen viele glücklicherweise auf Tonträgern dokumentiert wurden.

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Giacomo Puccini: Tosca (Leipzig; 28.09.2018)

Am Vorabend der Premiere von Puccini’s „La fanciulla del West“ in der Oper Leipzig seine „Tosca“ aus dem Repertoire des Hauses (36. Vorstellung) zu erleben ist schon sehr reizvoll. Die Inszenierung ist sehr klassisch, aber in einigen Szenen ungewöhnlich, um nicht zu sagen: spektakulär und sehr theatralisch. Die aufsteigende Pyramide am Ende des 1. Aktes aus Menschen, drapiert um eine Orgel vor einem Meer von brennenden Kerzen ist, man darf es wohl sagen, so „kitschig“, dass es wieder als spektakulär einfallsreich empfunden werden kann. Ähnlich ist es in der Erschießungsszene im Finale der Oper, in der 7 großbeflügelte Engel gen Himmel schweben und mit ihren Sturmgewehren die Exekution Cavaradossis‘ vollziehen. Was für ein Einfall! Wohl doch irgendwie naheliegend, sind die Engel doch, sozusagen, Hausherrinnen der römischen Engelsburg, dem Schauplatz des Geschehens. Ungewöhnlich auch der Sprung Toscas‘ von der Burg. Nimmt sie laut Libretto den direkten Weg in die Tiefe, erklimmt sie auf dem Dach der Burg einen großen, vernebelten Kasten, um sich von dort rücklings Richtung Zuschauerraum zu stürzen. Zum Glück war es eine Puppe. Das war schon spektakulär. Es ist zu hoffen, dass der Regisseur Michiel Dijkema für diese Einfälle mit einem Preis oder einem Orden ausgezeichnet wurde; wenn nicht, sollte man das nachholen!
Und dann war da noch der grandiose musikalische Teil der Aufführung. Dem Gewandhausorchester unter der großartigen Leitung von Christoph Gedschold gelang ein fulminanter Pucciniklang, spannend von der ersten bis zur letzten Note. Der Chor des Hauses war wieder gewohnt großartig
Die armenische Sopranistin, Karine Babajanyan war eine tolle Tosca; eine bezwingende Bühnenerscheinung, große runde Stimme, die sowohl in den lyrischen Sequenzen im ersten Akt, wie auch in den hochdramatischen Szenen z.B. im zweiten Akt grandios war. Die Stimme wirkte nie überanstrengt und wurde sicher geführt: eine der besten Toscasängerinnen, die es momentan gibt. Der spanische Tenor Xavier Morena sang den Cavaradossi klangschön mit runder Stimme, die ebenfalls in allen Lagen zu überzeugen verstand, sowohl in den gefühlvollen, wie auch in den dramatischen Sequenzen: eine tolle Leistung. Der US-amerikanische Bariton Derrick Ballard sang den Scarpia, dämonisch wie charmant. Er verstand es, die Vielschichtigkeit dieser Rolle adäquat auszudeuten. Sein stimmlich auftrumpfender, leidenschaftlicher Einsatz im 2. Akt war schon bemerkenswert. Randall Jakobsh war leider kein idealer Angelotti. Die Stimme klang stellenweise etwas uncharmant und wurde auch nicht immer gut geführt. Jürgen Kurth gelang es, die humoristischen Aspekte des Mesners gut herauszuarbeiten. James Kryshak überzeugte als Spoletta. Jean-Baptiste Mouret gab den Sciarrone. Frank Wernstedt konnte als aus einer Box herauskletternder und in ihr wieder verschwindender Kerkermeister leider nicht so ganz überzeugen. Mariya Valtina, Studentin der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig, war mit ihrer dunkleren Mezzostimme als Hirtenmädchen, trotz guter gesanglicher Leistung, nicht adequat besetzt, da die Stimme hier jugendlicher klingen sollte.
Es gibt wohl kaum eine Oper, die in den letzten Jahrzehnten auf Ton- und Bildträgern so häufig eingespielt wurde, wobei viele Produktionen einen überaus hohen Standard erreichen konnten. Diese Leipziger Aufführung steht dem in keiner Weise nach, zumal der 2. Akt eine Spannung und Intensität und eine grandiose Einheit von Orchester und Gesang bot, die ihresgleichen sucht. Eine tolle Leistung des Hauses.
Sven Godenrath, Hamburg
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Giacomo Puccini: La fanciulla del West (Leipzig, 29.09.2018)

In den letzten Jahren hat dieses Werk wieder Eingang in die Spielpläne vieler Opernhäuser gefunden, so auch an der Oper Leipzig. Fragt man Opernfreunde nach diesem Werk, so hört man oft: „Kenne ich nicht“, oder „Wohl ein Frühwerk des Komponisten“ oder „Schon gehört, aber ohne bekannte Arien und nicht so wie seine anderen Opern“. Ein Frühwerk ist es nicht, denn es wurde 1910 an der New Yorker Met uraufgeführt, als Puccini bereits Anfang 50 war. In der Entstehung ist es zwischen „Tosca“ und „Il tabarro“ angesiedelt, dem ersten Teil seines Tryptichon. In der Tat gibt es nur eine wirklich herausragende Tenorarie, nämlich die des Dick Johnson im 3. Akt „Ch‘ ella mi Creda“, die zweifellos zu den schönsten Arien des Belcanto gehört. Wie diese, sind arienähnliche Sequenzen der Minnie  und des Jack Rance so in den Musikfluss integriert, dass die Oper als völlig durchkomponiert betrachtet werden kann und das unterscheidet „La fanciulla…“ von all seinen anderen Werken und mag der Grund sein, warum die Oper nicht so durchschlagende Akzeptanz gefunden hat, obwohl die Partitur nur so mit subtiler Rhythmik, facettenreicher Melodik und einer wundervollen Puccini-typischen Orchestrierung ausgestattet ist und vom Einsatz eines zarten Violinsolos bis hin zu großen Kantilenen und fast dissonanten Orchesteraufblühungen reicht.
Die Handlung (in Kurzform) wird von Minnie geprägt, einer Barbesitzerin im kalifornischen Wilden Westen die resolut über die Goldschätze „Ihrer Männer“ wacht aber auch über deren Seelen, geprägt von Einsamkeit und Heimweh. Sie selbst hat nie den Mann Ihres Lebens gefunden, obwohl der örtliche Sheriff sie begehrt. Dick Johnson, ein getarnter Bandit, erobert schließlich Ihr Herz und sie rettet ihn mit einem trickreichen Kartenspiel vor dem Zugiff des Sheriffs und letztendlich durch ihre Autorität vor dem Galgen, den die Goldgräber schon bereit halten. Sie zieht mit Dick davon, in eine ungewisse Zukunft.
Gusch Jung inszeniert dieses Stück sehr klassisch mit allen zur Handlung notwendigen Requisiten und wird hierbei wirkungsvoll unterstützt von Karin Fritz, verantwortlich für Bühne und Kostüme. Sehr stimmungsvoll und überzeugend umgesetzt.
Leider kann das in Bezug auf die orchestrale und gesangliche Darbietung nicht gesagt werden. Ohne Zweifel spielte das Gewandhausorchester gewohnt präzise und entfaltet einen schönen Klang, aber der Dirigent des Abends, Ulf Schirmer fand im 1. Akt nicht den erforderlichen Spannungsbogen. Im 2. Akt gab es eine deutliche Steigerung, die sich in der fabelhaft klingenden Pokerszene entlud und den für Puccini typischen, blühenden Klang erreichte. Im 3. Akt fiel diese Spannung wieder etwas ab, und das Werk endete mit den leiser werdenden, sphärischen Klängen, mit denen der Komponist wohl anzudeuten versuchte, dass die Zukunft der Liebenden und das späte Glück nicht „gesichert“ ist.
Meagan Miller als Minnie erfüllte die Erwartungen nicht ganz. Kräftig in der Höhe der dramatischen Ausbrüche, insbesondere im 2. Akt; ansonsten gelang ihr diese anspruchsvolle Rolle im 1. und 3. Akt weder darstellerisch, noch gesanglich vollständig. Sie hätte leidenschaftlicher und differenzierter gestaltet werden müssen.
Gaston Rivero als Dick Johnson sang mit kräftigen Spitzentönen, wurde aber den Anforderungen der Rolle nicht gerecht; einfach nicht differenziert genug. Die berühmte, kurze, aber enorm gefühlvolle Arie im 3. Akt „Ch‘ ella mi creda“ in einer schier ausweglosen Situation des Geschehens, wurde zwar in den Noten gesungen, liess aber jede Emotion und Verzweiflung im Ausdruck vermissen. Simon Neal als Sheriff Jack Rance wurde seiner Rolle schon eher gerecht. Mit großem Bariton, mitunter etwas rauh und  intensiv im dramatischen Ausbruch, klangen die Fortetöne zu wenig differenziert. Seine vergebliche Zuneigung zu Minnie kam aber gut rüber.
Auf die anderen, etwa 15 Solisten für die Rollen der Goldgräber kann der Verfasser leider im Detail nicht nicht näher eingehen, da er im größtmöglichen Abstand zur Bühne im Rang des Hauses platziert war. Eine Zuordnung der Sänger zu ihren Rollen war nicht möglich und alles klang im Durcheinander des Geschehens ziemlich ähnlich. Ein Solist, es muss wohl der Schankwirt gewesen sein, sang im 1. Akt hervorrragend, fiel aber im 3. Akt enorm ab.
Insgesamt bedauerlich, denn für den Verfasser sind auch die Nebenrollen sehr wichtig und sollten gewürdigt werden. Mangels Identifizierung war das nicht möglich. Herausragend wieder der Chor des Hauses.
Eine szenenweise gelungene Premiere, in einem bestenfalls zu einem drittel ausgelasteten Haus (trotz der Vergabe von Ehrenkarten) die aber Wünsche hinsichtlich der gesanglichen Erwartungen an die 3 Hauptprotagonisten offen ließ.
Sven Godenrath, Hamburg
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Jacques-Martin Hotteterre: Complete chamber music Vol. 3 – Suites opp. 4-6 – Camerata Köln (CPO)

Die Camerata Köln ( Michael Schneider, Marie Deller, Leonard Schelb -Flöte, Karl Kaiser, Susanne Kaiser – Traverso, Rainer Zepperling, Ghislaine Wauters – Viola da Gamba, Sabine Bauer – Cembalo, Yasunori imamura – Theorbo) Der Komponist Jacques-Martin Hotteterre (1674-1763) war einer der bedeutendsten Flötisten am Hofe Louis XIV und Louis XV und veröffentlichte in den Jahren 1707-1743 16 Bücher mit Kompositionen, Sammlungen, Arrangements und Instrumentalschulen. Der Titel „Flute de la chambre du Roi “ den er zu Recht führte, war allerdings gekauft. Die CD fängt recht schwungvoll an, mit wundervollen Flötentrillern, brilliant in der Ausformung, aber leider fällt die Innenspannung schon wenigen Minuten in sich zusammen. Leider klingen die unterschiedlichen Kompositionen und Arrangements  alle ein wenig ähnlich, hier wurde offensichtlich zu wenig wert auf eine individuellere Ausformung gelegt, um die charakteristischen Eigenschaften der einzelnen Stücke besser herauszuarbeiten. Schade, hier wäre wahrscheinlich mehr drin gewesen. Dennoch ist der Verfasser davon überzeugt, das Freunde dieser Musikrichtung von dieser CD begeistert sein werden.

Veröffentlicht unter 02.05.CPO | Kommentar hinterlassen

Niels W. Gade. Chamber Works Vol 4 – Ensemble MidtVest – (CPO)

Endlich ist sie da,  CD Vol. 4,  den Kammermusiken von Niels W. Gade gewidmet. Melodisch und so frisch, man käme bei dieser Interpretation gar nicht auf die Idee, dass der Komponist zwischen 1817 und 1890 gelebt hat. Grandios dieses stimmungsvolle, schwungvolle, bravourös ausgedeutet Entre bei den „Novelettes for Piano Trio op. 29“. Das Ensemble (Ensmbl) MidtVest ( Anna Feitosa, Karolina Weltrowska – Violine, Sonna Ripatti – Viola, Jonathan Slaatto, Fredrik Scheyen Sjölin – Cello, Martin Qvist Hanson – Klavier) ist was die Klangbalance anbelangt bestens aufeinander abgestimmt. Die Engführung der einzelnen Instrumentenstimmen begeistert schon nach den ersten Sekunden. Die Interpretation ist unprätenziös, durchsichtig im Klangbild und ohne unnötige Schnörkel. Perlende Triller, brilliante Läufe beim Klavier. Ein warmer betörender Klang beim Cello, der Violinenklang ist als Kontrast, um etwas Spannung reinzubringen, leicht angeraut. Dunkler, getragener und etwas disharmonisch vom Klangbild her, wird das „String Quartett in f-minor“ gestaltet. Das gleiche erleben wir auch beim „String Quintett in f – minor“. Auch hier gelingt die Engführung der einzelnen Instrumente nicht zu 100 Prozent, dafür aber eine Interpretation mit Innenspannung. Im großen und ganzen eine überaus hörenswerte CD.

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Simon Andrews: And that moment when the bird sings (Navona records)

Diese CD stellt die Vielseitigkeit des Komponisten Simon Andrews geschickt in den Vordergrund. Mit seinem  Violinendialog  gespielt von Joanna Kurkowics – Violine und dem Komponisten Simon Andrews am Klavier, überaus gefühlvoll gespielt und perfekt aufeinander abgestimmt, beginnt diese CD. Die zweite Komposition „And that moment when the birds sings “ mit Doris Hall-Guladi – Klarinette, Gregory Vitale & Christine Vitale –  Violine, Kenneth Stalberg – Viola, Aron Zelkowics – Cello und Simon Andrews – Dirigent,  mutet stellenweise harmonisch, dann wieder etwas atonal, an. An manchen Stellen klingt es wie ein wild gewordener Bienenschwarm, hin und wieder meint man auch den Ruf eines Vogels erkennen zu können. Bei „For the earth is hallow and i have touched the sky“ gespielt vom The Newstead Trio (Michael Jomanis – Violine, Sara Male – Violoncello und Xun Pan – Klavier) dominiert zu Beginn das Klavier mit einem energischeren Anschlag. Auch im zweiten Satz bleibt der Klangcharakter eher ein wenig atonal. Die beiden Lieder „My dove, my coney“ und „The heart has narrow banks“ werden von der Sopranistin Celestine Godin, obgleich des modern anmutenden Klangcharakters, mit sehr viel Fingerspitzengefühl ausgeformt. Von dieser Sängerin möchte der Verfasser gern mehr hören. Das Abiquiu Trio gespielt vom Trio Clavino (Doris Hall-Gulati – Klarinette, Simon Meyer – Violine, Xun Pan – Klavier) mutet auch eher modern und weniger melodisch an, dennoch sind die Interpreten bestens aufeinander eingespielt. Eine CD die um dessentwillen schon interessant ist, weil sie vom Klangcharakter her etwas anderes anbietet. Eine andere Art von moderner Klassik, für die man sich auch als weniger erfahrener Hörer dieser Musiksparte, durchaus begeistern kann.

Veröffentlicht unter 02.14 Navona Records (Carmine Miranda , Kaviani: Te Deum) | Kommentar hinterlassen