Luis Cepeda (Coversänger auf Youtube)

Auch hier ist es dem Verfasser einmal mehr eine besondere Freude, Ihnen einen Künstler näherzubringen, der zwei Attribute in sich vereinigt, die heutzutage in Popbereich nicht alltäglich sind. Es ist Authentisität und die musikalisch umgesetzten Gefühle wirken nicht kopiert, sprich es sind keine Gefühle aus zweiter Hand. Viele Popmusiker kopieren Gefühle, sie gebrauchen dabei Ausdrucksgesten, die man ihnen beigebracht oder die sie bei anderen gesehen und gehört haben um Gefühle welche Art auch immer zum Ausdruck zu bringen. Diese Gefühl hat der Verfasser bei diesem jungen Mann, bei seinen musikalisch zum Ausdruck gebrachten Gefühle in seinen Liedern, die er interpretiert, nicht. Sie wirken deswegen  glaubhaft, authentisch und berühren, das ist in diesem Buiseness, um auf lange Sicht bestehen zu können, enorm wichtig. Auf seinem Youtube Channel befinden sich ca. 20 Videos, englische und spanische Popsongs. Zudem ist er gerade im spanischen Fernsehen in der Sendung Operacion Triunfu zu sehen, wo er musikalisch zu den besten Kandidaten gehört, eben auf Grund der oben genannten Fertigkeiten und seines natürlich wirkenden Charmes. Einer der wenigen hoch talentierten Lichtblicke in diesem Buisiness.

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Dmitri Hovrostovsky (Bariton) 16.10.1962 in Krasnojarsk, Sowjetunion; † 22.11.2017 in London

Der Bariton Dmitri Hovrostovsky studierte in Krasnojarsk und gab dort auch sein Operndebüt als Marullo. 1989 nahm er am Wettbewerb Cardiff Singer of the World teil und der 1.Preis ging statt an Bryn Terfel an ihn. Es folgten unter anderem Auftritt in Nizza, Venedig, New York, London, Mailand, Hamburg und Berlin. Seit 1994 lebte der auch von der russische Regierung geschätzte Bariton in London, so das er auf dem roten Platz neben Anna Netrebko ein weltweit übertragenes Konzert geben durfte. Zu seinen wohl wichtigsten Rollen zählten neben dem Rigoletto auch der Eugen Onegin, Rollen die er unzählige Male gesungen hat. Was auf Tonträger noch gut kaschiert werden konnte, fiel dann leider bei einigen seiner Auftritte besonders negativ auf, es war dieses auffallende, hörbare fassen nach Atem, welches teilweise lauter im Raum zu vernehmen war als seine Piani. Seine ersten Aufnahmen machte er für die Philipps, seine letzten für Delos. 2016 gab er bekannt an einem Gehirntumor zu leiden und kündigte seinen Abschied von der Opernbühne an. Am 2.Juni 2016 stand er zum letzten Mal in Krasnojarks auf Bühne, am 22.11.2017 verstarb er dann mit gerademal 55 Jahren viel zu früh in London.

Aufnahmen (Auszüge):

DVD:

Eugen Onegin (DECCA)

Il Trovatore (Universal)

CD

Russian Romances (Philipps)

Schwarze Augen (Philipps)

Arie Antiche

Meine Rastlose Liebe

Bel canto Arias

Lieder und Tänze des Todes

Olga & Dmitri

Russian cast adrift

Eugen Onegin

La Traviata

Cavalleria Rusticana

Pique Dame

Don Carlos

Iolanta

Veröffentlicht unter 12. Nachrufe 2016/ 2017 | Kommentar hinterlassen

Richard Wagner: Tannhäuser, München 21.05.2017; Zeppenfeld, Harteros, Vogt, Gerhaher; Petrenko (CD, Premiere Opera, italy )

Gleich zu Beginn bereitet das Bayrische Staatsorchester unter der Leitung von Kirill Petrenko im National Theater München einen exellenten Wagnerklangteppich. Um so ärgerlicher das auch er nicht in der Lage war, den musikalisches Höhepunkt der Oper, den großen Ausbruch im zweiten Akt zu gestalten. Der Chor klingt wie in einem Oratorium, und das Orchester vollführt eine Vollbremsung, statt in die vollen zu gehen, wie man es unter Fritz Stiedry richtig zuhören bekommt. Anja Harteros ist als Elisabeth seltsam unbeteilig. Klaus Florian Vogt gibt einen stimmlich imposanten, auf CD klingt er immer etwas zu lyrisch, Tannhäuser. Georg Zeppeneld besticht als Hermann und Christian Gerhaher gibt einen, vor allem in den liedhaften Passagen, überzeugenden Wolfram. Elena Pankratova kommt leider, was den erotischen Stimmklang anbelangt an eine Yvonne Naef nicht heran, ist aber dennoch überzeugend. In den weiteren Rollen überzeugen Dean Power als Walther, Peter Lobert als Biterolf, Ulrich Reß als Reinmar und Elsa Benoit als Hirte. Gesamtbetrachtet leider keine überzeugende Produktion, was zum einen am zweiten Akt liegt, der leider nur unzureichend musikalisch aufbereitet wurde und zum anderen an der wenig berührenden Interpretation von Anja Harteros als Elisabeth. Wirklich schade, hier hatte der Verfasser deutlich mehr erwartet.

Veröffentlicht unter 02.31. Premiere Opera. Italy | Kommentar hinterlassen

Alban Berg: Wozzek (Hamburgische Staatsoper, 19.11.2017)

Nach der grandiosen, man kann schon sagen, einzigartigen Leistung von Simone Young, alle Bayreuth relevanten Wagneropern plus den Rienzi innerhalb kürzester Zeit 2013 im Alleingang zu dirigieren, ist es der Hamburgischen Staatsoper jetzt erneut gelungen, etwas Einmaliges zu Wege gebracht zu haben. Drei elementare Werke von Alban Berg im Repertoire zu haben, damit konnte bislang, nach dem Informationsstand des Verfassers, noch kein anderes Haus weltweit Punkten. Namentlich wären das die Lulu, die im Finale das völlig selbstständige Violinenkonzert: Gedenken an einen Engel als eine Art Pantomine integriert und als drittes Werk schließlich den Wozzek (Repertoire). Das Bühnenbild, in der Produktion von Peter Konwitschny, ist ein weißer Raum, die Akteure tragen schwarze Fracks und weiße Unterhosen, die immer wieder gern vorgezeigt werden und die Damen schwarze Kleider. Ansonsten wird in teilweise mal bequemen, mal weniger bequemen Posen auf der Bühne gestanden. Ein kleines Orchester spielt auf derselben kurz auf; eine Pause gibt es nicht. Das ist alles, was man über diese Inszenierung wissen muss. Kent Nagano und das Philharmonische Staatsorchester gelingt ein imposanter, mitreißender Berg- Klangteppich. Georg Nigl mit seinem runden Bariton gelingt eine hervorragende Rollenausdeutung. Gun-Brit Barkmin gelingt als Marie eine mitreißende, dramatische Charakterstudie: grandios. Simon O’Neill in der Rolle des Tambourmajors besticht mit seiner imposanten Höhe und in seinen dramatischen Ausbrüchen. Sascha Emanuel Kramer gelingt ein guter Andres; Tigran Martirossian beeindruckt mit dem Doktor; eine seiner besten Rolleninterpretationen an diesem Haus. Jürgen Sacher überzeugt als Hauptmann. Dank des herausragenden, stimmlichen Einsatzes einer Katja Pieweck, wurde die Rolle der Margret erheblich aufgewertet. Desweiteren überzeugten Kiril Sharbanov als Soldat, Sergei Abakin als Der Narr, und Shin Yeo mit Johann Kristinsson als Handwerksburschen 1 und 2. Ein kurzweiliger, großartiger Opernabend.
Veröffentlicht unter 03.16. Verschiedenes | Kommentar hinterlassen

Trauermusiken: Telemann: Schwanengesang 1733, Du aber, Daniel gehe hin / Bach: Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit (Hamburg, St.Nikolai am Klosterstern, 25.11.2017)

Zum 250. Todestage von Georg Philipp Telemann gab es in der St.Nikolai Kirche am Klosterstern, passend zum Telemann Festival, die 2 Werke „Schwanengesang 1733“ mit großem Orchester und dem Kammerchor von St. Nikolai und sein „Du aber, Daniel, gehe hin“, wobei das Orchester auf ein Kammerorchester verkleinert wurde. Der Kammerchor der St.Nikolai Kantorei verstand es gleich in den ersten Sekunden, mit seiner grandiosen Interpretation zu begeistern. Matthias Hoffmann-Borggrefe und die Hamburger Camerata verliehen durch ihren differenzierten, auf den Punkt gebrachten Rhythmus dieser Musik eine Innenspannung, die man in dieser Form nicht immer geboten bekommt. Die unterschiedlichen, charakteristischen Merkmale der Musik, von Telemann und Bach (für Bach wurde das Orchester noch einmal etwas verkleinert), wurden großartig herausgearbeitet. Ulf Bästlein war mit seinem geschmeidigen, klangschönen Bass, sowohl in den lyrischen, wie auch dramatischen Sequenzen überzeugend. Sein Charme im Stimmausdruck war der Höhepunkt des Abends. Meike Leluschko gelang es, dank ihres geschmackvoll eingesetzten lyrischen Soprans, der mit einem wundervollen silbrigen Schimmer gekrönt wurde,  sofort zu begeistern. Aus ihrer Arie „Brecht ihr müden Augenlider“ aus der Kantate „Du aber, Daniel, gehe dahin“, gestaltete sie ein Kleinod der ganz besonderen Art: grandios. Rollen, wie Norina, Sophie, Adina oder auch die Gilda müssten ihrer Stimme besonders liegen. Nicole Pieper überzeugte mit ihrer gut geführten Mezzostimme und Daniel Schreiber (ursprünglich war Johannes Gaubitz vorgesehen gewesen, der auch am Tage zuvor in „Miriways“ (Telemann) in der Laeiszhalle ersetzt werden mußte) überzeugte mit seinem lyrischen, gut geführten, hellen Tenor. Ein großartiger Abend; um so bedauerlicher, dass es noch viele freie Plätze gab.
Veröffentlicht unter 03.14. St.Nicolai (Klosterstern) | Kommentar hinterlassen

Juan Diego Florez: Mozart (Sony)

Nach Bellini, Donizetti und Rossini folgt jetzt die langerwartete Mozart CD dieses peruanischen Ausnahmetenors. Seit über 20 Jahren begeistert dieser Künstler auf allen großen Opern-und Konzertbühnen weltweit, obwohl er erst 44 Jahre alt (jung) ist.
Die Liste derer, die vor ihm schon reine Mozartprogramme aufgenommen haben ist lang, aber nicht alle Aufnahmen waren musikalisch auf einem so hohen Niveau angesiedelt, wie diese Produktion. Wir finden hier Arien aus Idomeneo, Der Zauberflöte, Il re pastore, Don Giovanni, La clemenza di Tito, Cosi fan tutte, Der Entführung und die Konzertarie Misero! O sogno K.431. Juan Diego Florez versteht es fulminant, mit seinen grandiosen Phrasierungskünsten diese Arien zum Leben zu erwecken. Wenn man z. B. die Arien „Dies Bildnis“ mit der Arie „Il mio tesoro“ und „Del piu sublime“ vergleicht, stellt man fest, dass er für jede dieser Arien einen eigenständigen, wundervoll charakteristischen Ausdruck findet. Grandios übrigens, seine Phrasierung in der Bildnisarie mit beeindruckenden Temporückungen, Verzierungen und vor allem seine Kunstpausen zwischen einzelnen Worten machen diese Arie zu einem ganz besonderen Hörerlebnis. Das Orchestra La scintilla unter der Leitung von Riccardo Minasi finden einen wunderbaren Mozartklang. Eine Arien- CD, die zu den interessantesten Einspielungen der letzten Jahre zählt. Unbedingt hörenswert!
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Pretty Yende: Deams (Sony)

Auch das zweite Studio Solo Recital der jungen, südafrikanischen Sopranistin läßt aufhorchen. Wundervoll, mit welch einem Charme sie die Arie der Julia Ah! je veux vivre zelebriert. Und auch ihre Auszüge aus der Lucia- selbst wenn man anmerken könnte, dass die Stimme für diese Partie vielleicht eine Spur zu lyrisch ist- überzeugen durch ihre musikalische Intelligenz mit der sie die Phrasen einzusetzen versteht. Grandios, auch die geschmackvollen Koloraturen im O luce di queste’anima (Linda di Chamounix) und dann dieser außerordentlich berührende Tonfall, den Pretty Yende für die Arien aus Bellinis La Straniera findet. Wunderbar auch, wie sie die Koloraturen in ombre legere aus Meyebeers Dinorah gestaltet. Als krönenden Abschluß dann die Szene Oh, se una volta sola aus Bellinis La sonnambula. Berührend, wie sie die Phrasen gestaltet, grandios ihre Temporückungen die man in dieser Form noch nicht gehört hat; nach Ansicht des Verfassers eine der  berückendsten Interpretationen dieser Arie auf einem Solorecital, die je in einem Studio aufgenommen wurden. Auch das musikalische Umfeld, Ilaria Sicignano (Mezzo), Piero Pretti (Tenor), Mattia Olivieri (Bariton) und Carlo Lepore (Bass) und ein nicht näher erwähnter Chor runden dieses Programm bestens ab. Das Orchestra Sinfonica di Milano „Giuseppe Verdi“ unter der Leitung von Giacomo Sagripanti findet für diese Musik den idealen Klang und trägt Pretty Yende förmlich auf Händen durch dieses anspruchsvolle Programm. Eine CD, die den Verfasser von der ersten bis zur letzten Note begeistert hat.
Veröffentlicht unter a. Recitel | Kommentar hinterlassen