Konzertexamen von Joel Vuik, Klasse Jörnm Dopfer (Rudolf Steiner Haus, 27.11.2019)

Der Abend wurde eröffnete vom „Nisi Dominus aedificaveit domum Psalm 126 g-Moll“ Begleitet wurde er an diesem Abend von den „Mirror Strings“ ( Luisa Marie Darvish und Johann Jacob Nissen – Gitarre, Philippe Wentrup und Samuel Selle – Cello). Der Countertenor Joel Vuik formte die Verzierungen feinsinnig aus, ihm gelangen traumhafte Piani, die virtuosen Passagen wurden bravourös ausgeformt, eine nuancierte, berührende Interpretation. Der Verfasser mag sich jetzt vielleicht täuschen, aber mit dem Barock Orchester der HfMT Hamburg unter der Leitung von Gerhard Darmstadt gelang dieses Werk mit dem gleiche Solisten eine Spur bezwingender. Besonder beeindruckt haben ihn noch die grandiosen Pianopassagen und die gefühlvollen großartig ausziselierten gezupften Passagen von Samuel Selle, das gefühlvolle Intro sowohl der Celli wie auch der Gitarren im dritten Teil. Es folgte von Georg Friedrich Händel „Dall’ondoso periglio“ aus Giulio Cesare mit Ira Hochmann am Klavier, mit einem berührenden Entré, gefühlvollen Verzierungen, dramatischen Akzenten, einer dezidierten Textausdeutung, traumhaften Pianopassagen, nuanciert und ausdrucksstark mit einem grandiosen Stimmtimbre interpretiert. Es folgte vom gleichen Komponisten „Fammi combattere“ aus Orlando. Die Rezitative wurden grandios ausgedeutet, ebenso wie die Verzierungen und dann diese phantastische Virtuosität in den Koloraturen. Wie schon bei seinem Auftritt im Harburger Rathaus (der Verfasser berichtete) sang er auch an diesem Abend „Jacobus flight“ aus De Synode“ von Jan-Peter de Graaff ( der an diesem Abend auch persönlich anwesend war). Mit einer grandiosen Mimik, immens ausdrucksstark, dann diese Oktavensprünge,  diese dramatische Intensität, ausdrucksvoll selbst in den Pianopassagen, eine ergreifende, sensationelle Interpretation. Nach der Pause dann drei Lieder von John Dowland, begleitet von Luisa Maria Darvish Ghane an der Laute. „Flow my tears“ wurde berührend, feinsinnig, melancholisch bei dezidierter Textausdeutung ausziseliert. „Come again, sweet love doth now invite“  gelang heiter, pointiert, mit feinsinnigen Pianopassagen und gut ausgeformten Verzierungen. „In darkness leet me dweel“ wurde berührend, melancholisch, einfühlsam mit grandios ausgeformten Verzierungen ausgedeutet. Abschließend 5 Lieder von Gerald Finzi aus dem Zyklus „Let us Garlands bring op. 18“, die er ebenfalls schon während seines Auftrittes im Harburger Rathaus gesungen hat. Hier wurde er von Moshe Landsberg am Klavier begleitet. „Come away, come away death“ begann mit einem berührenden, melancholischen Entré, der Text wurde dezidiert ausgedeutet, es gab herrliche dynamische Abstufungen und dann dieses betörende Stimmtimbre, einfach ergreifend. „Who is Silvia“ wurde rhythmisch pointiert mit hervorragend herausgearbeiteten humoristischen Akzenten, ausgedeutet „Fear no more the heat o’the sun“ (in Erinnerung an Philip Matoussek) gelang überaus berührend und dann diese nuancierten dynamischen Abstufungen, einfach grandios.  Bei „O Misstress mine“ wurde die humoristischen Aspekte geschmackvoll herausgearbeitet, dann diese grandiose Textausdeutung und schließlich dieser berührende Schluss. Bei  „It was a Lover and his lass“  wurden die humoristischen Aspekte ebenfalls nuanciert und geradezu bravourös  ausgedeutet, gleiches gilt auch für die Verzierungen. Die erste, war wohl für eine einzelne Person im Raum, sehr persönliche gemeinte Zugabe, ein holländisches Lied. Es gelang ergreifend, mit einer feinsinnigen Höhe und einer dezidierten Textausdeutung. Bei der letzten Zugabe „Wenn I see you again“ von Dido, begleitete sich Joel Vuik selbst an der Gitarre, ebenfalls eine berührende, grandios ausgedeutete Interpretation mit traumhaften Pianopassagen. Ein denkwürdiger Abend, den bestimmt etliche Besucher dieses Konzertes so schnell nicht vergessen werden.

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