W.A. mozart, G. Verdi, und G. Puccini – Ouvertüren und Arien aus Opern, Tamara Smyrnova, Songyan He, Rida Murtada (Hamburger Musikhalle, 23.11.2019) (

Für diesen Abend lud sich das Haydn-Orchester unter der Leitung von Rida Murtada zur Verstärkung zwei Absolventen der HfMT Hamburg ein, die Sorpanistin Tamara Smyrnova, die zuletzt an der HfMT in einer Alcina Produktion von sich reden machte und den Tenor Songyan He, der zuletzt ebenfalls in der HfMT alternierend mit Noah Schaul in „Den lustigen Weibern von Windsor“ zu erleben war. Durch den Abend führte wortgewandt und sachkundig, aufgelockert durch die eine oder andere Anekdote Peter Krause. Der Abend wurde eröffnet mit der Ouvertüre zur Hochzeit des Figaros von Wolfgang A. Mozart. Gleich zu Beginn fand das Haydn-Orchester den richtigen Tonfall, die Ouvertüre wurde schwungvoll und rhythmisch akzentuiert interpretiert, obgleich manche Passagen noch etwas differenzierter hätten ausgeformt werden können. Auch bei der Ouvertüre zur Zauberflöte, ebenfalls von Wolfgang A. Mozart, begeisterte ein rhythmisch akzentuierter Beginn, die Innenspannung im Orchester nahm immer dann zu, wenn die dramatische Intensität des Orchesterklanges gesteigert wurden. In den Pianopassagen hingegen fiel sie leider etwas ab. Zum Abschluß des 1. Teils dann einen gefühlvoll auziselierter Marsch der Priester, ebenfalls aus Mozarts Zauberflöte. Nach der Pause gab es dann eine gefühlvolles, ein wenig an Pietro Mascagnies Cavalleria Rusticana erinnerndes, rhythmisch nuanciertes, akzentuiert ausgeformtes, mit einem packenden dramatischen Schluß interpretiertes Preludio Sinfonico von Giacomo Puccini. Das Vorspiel zur Oper La Traviata, wo sich so die eine oder andere erschütternde Szene auch ins Publikum übertrug, wurde gefühlvoll und akzentuiert ausgeformt, während das Orchester in den helleren Streicherpassagen brillierte, klagen die dunkleren Streicherpassagen etwas weniger differenziert. Zum Abschluß des offiziellen Teils dann die Ouvertüre zur Macht des Schicksals, die wunderschön ausziseliert wurde und teilweise rhythmisch prägnant interpretiert, aber leider auch nur in den dramatischen Passagen die nötige Innenspannung aufweisen konnte, die lyrischen Passagen wurde schön ausgeformt, klangen aber leider etwas spannungsarm. Grandios hingegen die Zugabe aus Cavalleria Rusticana, hier lief das Orchester klangtechnisch zur Höchstform auf, feinsinnig, mit berückend schön ausziselierten Pianopassagen und einer großartigen Innenspannung, von der ersten bis zur letzten Note. Tamara Smyrnova sang als erstes eine Sopranarie die Mozart nachträglich für eine Wiederaufnahme in Wien von Figaros Hochzeit komponierte „Al desio, di chi t’adora. Die Sopranistin Tamara Smyrnova besitzt eine brilliante Höhe und einen wunderbaren Stimmsitz. Ihr gelang eine gefühlvolle, nuancierte, charmante Arieninterpretation, wobei manche Verzierungen noch etwas phantasievoller und dezidierter hätten ausfallen können. Herrlich die orchestrale Begleitung durch die beiden Falsett Hörner. Es folgte „Ach ich fühl’s“ aus Mozarts Zauberflöte,  berührend schön ausgeformt, mit gefühlvoll ausziselierten Verzierungen und einer brilliant schimmernden Höhe. Nach der Pause gab sie eine berückende und feinsinnige  Interpretation von „O mio babbino caro“ aus Puccinis Gianni Schicchi, gefolgt von den beiden Duetten „Parigi  o cara“ und „Libiamo ne’lieti calici (Brindisi)“ welches als Zugabe noch einmal wiederholt wurde. Im ersten Duett, war sie zwar berührend aber rhythmisch nicht akzentuiert genug und auch im zweiten Duett glitt ihre Stimme eher durch die Musik auch hier hätte sie etwas akzentuierter klingen können, etwas was sich in Wiederholung dann verbesserte, hier war sie interpretatorisch präsenter und es gab noch eine kurze Tanzeinlage, in welcher sie sich von ihm führen ließ. Gekrönt wurden beide Brindisi-Interpretationen mit einem fulminanten Schlußton. Songyan He bestach im ersten Duett durch eine gefühlvolle, feinsinnige mit einem berückenden Schmelz garnierte Interpretation. Im Brindisi und auch bei dessen Wiederholung gelang ihm eine mitreißende, schwungvolle und auch rhythmisch pointierte Interpretation. Im ersten Teil gestaltete er die Arie „Dies Bildnis ist bezaubernd schön“, charmant, mit wunderschön ausziselierten Pianopassagen und einer brillianten, unangestrengten Höhe. Leider war die Betonung der einzelnen Worte nicht immer ganz exakt. Im zweiten Teil dann seine Paradearie, „La donna é mobile“ aus Verdis Rigoletto, welche er mit einer Leichtigkeit, einem Schmelz, seinem unverwechselbaren Charme und mit einer brillianten Höhe interpretierte, die einfach nur begeistern konnte. Ein kurzweiliger Abend, in einer fast ausverkauften Hamburger Musikhalle.

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