L’Art de Pierre Cochereau (Universal)

Endlich ist es soweit und Sie können die grandiose Kunst des Ausnahmeorganisten auf 6 CDs in einer Box genießen. Keiner verstand es wie er, den Spannungsbogen so lange ausrecht zu erhalten wie er. Selbst wenn Sie kein Freund von Orgelmusik sind, diese CD Box wird sie begeistern, weil Sie hier endlich einmal Orgelmusik so erleben können, wie Sie sie hören möchte. Dieses mitreißende, spannungsgeladene Entré  zur Bach Toccata BWV 565 reißt einen förmlich aus dem Gestühl. X- mal gehört, aber wohl noch nie so formvollendet wie von Pierre Cochereau. Wie es ihm gelingt die musikalischen Feinheiten herauszuziselieren, einfach unglaublich. Das gleiche setzt er auch in der darauf folgenden Toccata BWV 538 und der Toccata BWV 540 fort. Gefühlvoll, feinsinnig und mit vollem Klang erklingt die Toccata XII von Girolamo Frescobaldi, packender und dramatischer dann die Toccata XIX von Johann Jacob Froberger. Grandios das Klangspektrum das bei der Toccata XI von Georg Muffat entfaltet wird und dann diese feinsinnige Virtuosität in der Toccata, final de la Symphony No. 5 op. 42 von Charles Marie Widor. Schließlich die berührende Tiefe in der Toccata pour l’Elévation von Jean Giroud. Auch auf der 2. CD steht die dramatische Intensität und eine einen fast fassungslos machende Virtuosität von Johann Sebastian im Vordergrund. Ob die Fantasie et fugue en sol minuer, der Choral „Nun komm der Heiden Heiland“, die Passacaille BWV 582,die Choräle „Wir glauben“ und „Wachet auf“ oder die Toccata BWV 564, keinem ist es bisher gelungen dieser Musik eine derartig aufrüttelnde Innenspannung zu verliehen wie Pierre Cochereau. Die dramatische Intensität die er gleich zu Beginn  von Léon Boellmanns „Suite gothique“ in der „Introduction“ gleich eine  Tsunami über einen hereinbrechen läßt, ist atemberaubend, dann diese von einer tänzerischen Leichtigkeit geprägte Virtuosität im 2. Satz, diese berührende Tiefsinnigkeit in Priere á notrre Dame und schließlich diese emotionale Tiefe in der Toccata, schlichtweg grandios. Auf der 3. CD findet er für Johannes Brahms Choral- Preludes op. 122 einen individuellen Tonfall. „Mein Jesu, der du mich“ ist geprägt von einem eher düster anmutenden Klang, „Herzlich tut mich verlangen“ ist geprägt von dramatischer Intensität. Grandios mit welch einer Intensität und Innenspannung Pierre Chochereau die „Fantaisie en fa mineur K. 608 von Wolfgang A. Mozart ausformt, dann diese berührende Tiefe in den Fantaisie en fa mineur K. 594 und schließlich diese angedeutete Heiterkeit im Andante en fa majeur K. 616. Auf der 4. CD möchte der Verfasser das Augenmerk auf „La Nativité du Seigneur (extraits) von Olivier Messiaen richten.  In „les bergers“ erleben wir eine zurückgenommene Eleganz, in „Dasseins eternel“ eine tiefgründige Melancholie, in „Jesus accepte la souffrance“ eine deprimierend anmutende Schwärze im Klangbild, in „Dieu parmi nous“ eine dramatische Intensität, in “ Le banquet céleste“ eine berührende Tiefe und in “ Appartition de l’Eglise éternelle, ein düsteres, getragen anmutendes Klangbild. Grandios dieser rhythmisch prägnante Beginn im Pianissimo des „Boleros sur un theme de Charles Racquet pour orgue et percussions“ und dann diese sich immer mehr steigernde Intensität. Auch die „Variationen sur Frere Jacques“ sind schlichtweg grandios ausziseliert. Ebenfalls grandios wegen ihrer gefühlvoll ausziselierten virtuosen Passagen ist die „Suite á la francaise sur le themes populaires“. Abschließend dann noch eine hervorragend ausziselierte Interpretation der „Variations sur Aloutte, gentille aloutte“. Auf der letzten CD dann die „Symphonie en improvistion“ von Pierre Cochereau, bestechend im „Agité“ das moderne Klangbild und die dramatische Intensität., im „Scherzo“ diese filigrane Leichtigkeit im „Lent“ diese Melancholie und im „Final“ diese dramatische Virtuosität. Zum Abschluß noch einmal das famose Finale aus der 9. Sinfonie von Charles Marie Widor, das Pierre Cochereau wie kein zweiter was seine feinsinnig, packende Virtuosität anbelangt, auszuformen verstand. An dieser CD Box führt wahrlich kein Weg vorbei.

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