Steve Margoshes, Jacques Levy: FAME – Das Musical ( First Stage Theater, 17.09.2019)

Der diesmalige Premierenabend – es handelte sich um eine Wiederaufnahme- stand unter einem denkbar guten Stern. Die begeisterten Zuhörer konnten noch einmal nahezu alle jungen Sängerinnen und Sänger des dritten Abschlussjahrganges auf der Bühne erleben, wohl zum letzten Mal als perfekt aufeinander abgestimmtes Ensemble. Bis auf die Titelmelodie „FAME“ wurde alles auf Deutsch gesungen und gesprochen. Felix Löwy war der Direktor dieser Produktion. Die mitreißende Choreographie stammte von Phil Kempster; die musikalische Leitung hatte Christian Feltkamp (wie immer mitreißend und spannungsgeladen ). Michaela Thurner gab eine großartige Serena, besonders berührend gelang ihr die Interpretation von „Wir spielen Liebe“. Till Jochheim als Nick hat, verglichen mit seinem letztjährigen Auftritt einiges an Ausdruckskraft und Stimmintensität dazugewonnen. Alexandra Nikolina als Carmen gelang die Wandlung  von einer etwas zu selbstbewußt auftretenden Schülerin, die meinte, schon alles zu können bis zu einer total gebrochenen, desillusioniert am Boden zerstörten jungen Frau, die als einzige Lösung nur noch den Freitod sieht, glaubhaft und berührend darzustellen. Sie war enorm ausdrucksvoll; Blueselemente wurden von ihr hervorragend herausgearbeitet und dann ihre mitreißende Interpretation des Titelsongs. Tim Taucher als Joe, wirkte hier um einiges maskuliner als in seinen vorangegangenen Rollen; auch seine Stimme hat an Ausdruckskraft dazugewonnen und auch sein darstellerisches Ausdrucksspektrum hat sich noch einmal erweitert, zudem konnte er seine humoristischen Fähigkeiten blendend und vor allem glaubwürdig ausspielen. So überzeugend hat der Verfasser diesen jungen Mann bisher noch nicht erleben dürfen. Robin Apostel gab den selbstverliebten, seine eigenen Fähigkeiten und vor allem auch seine Wirkung auf andere etwas überschätzenden Tyrone, der zwar ein begnadeter Tänzer ist aber leider Schwierigkeiten mit dem Lesen und Schreiben hat. Tänzerisch war er enorm ausdrucksstark, aber auch gesanglich und darstellerisch verstand er es zu überzeugen. Clara Determann begeisterte mit ihren klassischen Balletteinlagen. Die nimmersatte Mabel wurde von Inga Clauß, die hier ihr komödiantisches Talent voll ausspielen konnte, umwerfend dargestellt. Pascal Pfeiler gab einen überzeugenden Schlomo. Sven Geiger verstand es darstellerisch zu brillieren; gesanglich hingegen hat die Rolle des Goodman leider eher weniger zu bieten, dennoch war er wie immer hervorragend. Melanie Kastaun gelang es aus ihrer Solonummer „Ich seh die Kinder“ ein Kleinod (gefühlvoll, berührend, hervorragende Stimmführung) der ganz besonderen Art zu machen, ein bravouröser Auftritt. Nils Marckwardt als Mr. Steinkopf, Malcolm Walgate als Mr. Myers und Anna Vogt als Ms. Bell rundeten dieses großartig aufeinander abgestimmte Ensemble hervorragend ab. Es gab grandiose Ensembletanz-und gesangsszenen und eine Stepptanzeinlage, die einfach begeisterte. Für die großartige musikalische Begleitung sorgten: Christian Feltkamp – Keyboard, Jones Stadelmeier, Sebastian Rieß – Schlagzeug, Philipp Steen – Bass, Leonard Kunstmann – Gitarre.                        Sven Godenrath; Hamburg

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Opernexperte
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