Martin Rane Bauck: Through a network of illuminated streets (LAWO)

Modern und teilweise auch etwas atonal  erstreckt sich die erste Komposition auf dieser CD von Martin Rane Bauck (geboren 1988) „fretted with golden fire“  für solo Guitar, gespielt von Ole Martin Huser-Olsen.  Die Musik ist virtuos und wird immer wieder durch dramatische Klopfsequenzen unterbrochen. Das „sfumato für Violine und Cello“ wird von Oda Gihle Hilde und Ulrikke Henninen gefühlvoll ausziseliert, auch wenn die Komposition  an einen Teekessel erinnert, der allmählich in Wallung kommen will. Ein vibrationsreicher Ton, der immer mehr an Intensität dazu gewinnt. „wie tau von dem frühgras, eine Komposition für Flöte, Klarinette, Percussion, Klavier, Violine, Viola und Cello“, gespielt vom Ensemble neoN (kein Tippfehler)  beginnt damit, dass einzelne Noten akzentuiert in den Vordergrund gestellt werden. Andere Töne erinnern an eine Schreibmaschine aus vergangener Zeit die symbolisiert, dass der Wagen wieder zurückgeschoben werden muß, gefolgt von weniger harmonisch anmutenden wohl gezupften Violinen oder Violaklängen, es könnten aber auch einzelnd angetippte Klaviertasten sein. Es folgt die „Kopenhagener Stille für Solo – Klarinette (Heather Roche)“. Auch hier mutet der Klang eher minimalistisch an, vereinzelte Töne, die ein wenig aus dem Zusammenhang gerissen scheinen, werden in den Vordergrund gestellt. Der Klang der Klarinette klingt manchmal so, als würde sie aus einem Nebel zu uns herüberdringen, dann aber auch wieder ganz klar. Die Klänge sind mal eher lyrischer dann aber auch wiederum dramatischerer Natur, mal könnte man auch denken ein kleines Schiff nähere sich einem. Abschließend das „Misantropi IV, für Sopran, Thorbo, Violine und Cello“ komponiert, das asiatischen Klängen entlehnt sein könnte, zumindest zu Beginn. Die Musik scheint hier eher weniger minimalistischer Natur zu sein, Töne von dramatischer Intensität, und feinsinnige Pianopassagen wechseln sich hier ab, dennoch mutet der Violinenklang eher atonal, die dramatischen Sequenzen erinnern an ein sich näherndes größeres Schiff, das seine Ankunft verkündet, während die Sopranistin Inga Grytas Byrkjeland, vokalisierende Laute von sich gibt. Nur etwas für Freunde,  die sich für diese Art von moderner Musik begeistern können.

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