Studiokonzert, Klasse Prof. Sebastian Schmidt – Violine (HFMT, 05.07.2019)

Der Abend begann mit der Sonate für Klavier und Violine d-Moll op. 108 von Johannes Brahms. Sergej Filiogla war am Klavier leider in den dramatischen Passagen viel zu laut, ansonsten glückte ihm eine schlüssige Interpretation. Seonghye Song spielte gefühlvoll, setzte dramatische Akzente, ihr angerauter Tonfall sorgte für die nötige Innenspannung, leider nur wurde die Tonbalance durch ihr zu aggressive Spielweise in den dramatischen Passagen ein wenig gestört, da sie die lyrischen Passagen elegant ausformte. Der 2. Satz bestach durch ein gefühlvoll ausziseliertes Entré, gut in den dynamischen Abstufungen, es gab kleine Unebenheiten in der Ausformung, auch hier wiederum dieser angeraute Klang und es gab schöne Triller. Der 3. Satz wurde rhythmisch pointiert, die gezupften Passagen wurden gut ausgeführt, in den dramatischen Passagen wurde der Ton wiederum zu aggressive, die dramatisch expressiven, virtuosen Passagen gelangen gut, trotz ihrer guten Ausführung aber vielleicht ebenfalls eine Spur zu aggressive. Yuri Shoi spielte mit Bernhard Fograscher (feinsinnig, rhythmisch akzentuiert, herrlich in den dynamischen Abstufungen) am Klavier das Konzert für Violine und Orchester G.-Dur KV 216 von Wolfgang A. Mozart, pointierter Beginn, elegant ausziseliert, gut und akzentuiert in den virtuosen Passagen, mit feinsinnigen Trillern, gut in den dynamischen Abstufungen, leichte Unsauberkeiten in den Kadenzen (zog sich wie ein roter nahezu durch den gesamten Abend). Im 2. Satz, ein schön auziseliertes Entré, traumhaft schöne, feinsinnige Triller, berührend, eloquent ausgeformt, mit den üblichen Problemen bei der Kadenz. Im 3. Satz, ein feinsinniger, virtuoser Beginn, gut ausgeführt, schöne, gefühlvolle Triller, rhythmisch prägnant (beide) mit gut ausführten virtuosen Passagen, die stellenweise etwas dezidierter hätten ausfallen können. Der Koreaner Youhyun Won spielte das „Poeme“ von Ernest Chausson, mit einem einfühlsamen, berührenden Entré, feinsinnig ausziselierten Trillern, gut in den dynamischen Abstufungen und in den rhythmischen Passagen, die eine oder andere Passage konnte nicht ganz so exakt ausgeformt werden, großartig diese Triller zum Ende in unterschiedlichen Variationen. Danach spielte er noch die Sonate für Violine und Klavier G-Dur op. 78 von Johannes Brahms, mit einem wunderbaren, berührenden Beginn, setzte dramatische Akzente, gut in den dynamischen Abstufungen, feinsinnig in den lyrischen Passagen, die dramatischen Passagen wurden gut ausgeformt, gefühlvoll in den gezupften Passagen. Im 2. Satz, dieses gefühlvolle Entré, die dramatischen Akzente, die dynamischen Abstufungen und dieser schön ausziselierte Schluß. Im 3. Satz dieser einfühlsame Beginn, die gut ausgeformten virtuosen Passagen, die dramatischen Akzente, und die dynamischen Abstufungen. Zum Ende des 1. Teiles dann von Sinah Grünkorn das „Allegro con fermezza“ aus dem Konzert für Violine und Orchester d-Moll von Aram Chatchaturjan, mit einem dramatisch, expressiven Beginn, mitreißend gespielten virtuosen Passagen, feinsinnig in den lyrischen Passagen, großartig in den dynamischen Abstufungen, mit ebensolchen Trillern. Yuri Choi spiele die Caprice op. 1 Nr. 21 von Niccolo Paganini mit einem dramatischen Entré, beeindruckenden bis grandiosen virtuosen Passagen und gefühlvollen, schönen Trillern. Maia Siradze spielte danach von Wolfgang a. Mozart das Konzert für Violine und Orchester D-Dur KV 218, akzentuiert, einfach großartig diese Leichtigkeit in den virtuosen Passagen, großartige Triller, mitreißende dynamische Abstufungen und dramatische Akzente. Im 2. Satz dieses einfühlsame Entré, schöne Triller mit einer großartigen Leichtigkeit ausgeführt, rhythmisch pointiert, mit den üblichen Problemen in der Kadenz . Der 3. Satz wurde mit einem rhythmisch, akzentuierten Entré eröffnet, die virtuosen Passagen wurden gut bis großartig ausgeführt, schöne Triller und gut in den dynamischen Anstufungen. Später folgte von Niccolo Paganini noch die Capricce op. 1 Nr. 16 mit einem grandiosen virtuosen Beginn. Helena Knapp spielte von Camille Saint-Saens die Havanaise für Violine und Orchester, mit einem berührenden Beginn, einfühlsam gespielt, großartig in den virtuosen Passagen und gut in den dramatischen Passagen. Dann kam der Höhepunkt des Abends, worauf es sich gelohnt hat 2 Stunden zu warten, Dusan Joksic mit seiner Interpretation der Chaconne aus der Partita Nr. 2 d-Moll BWV 1004 von Johann Sebastian Bach und auch wenn es einen Moment gab, wo nicht ganz alles so glücken wollte, bei dieser sensationellen Leistung war das absolut Nebensächlich. Mit einem gefühlvollen, berührenden  Beginn begann die Tour de Force, wunderschön in den Pianopassagen, großartige Triller, herausragend in den virtuosen Passagen, rhythmisch akzentuiert, dann diese dynamischen Abstufungen. Es gibt kaum einen Bachinterpreten auf Tonträgern, die dem Verfasser bekannt wäre, die diese Chaconne auf einem musikalisch derartig hohen interpretatorischen Niveau in der Lage ist zu spielen, wie es dieser 22 jährige Violinenvirtuose getan hat. Es war nicht nur diese beeindruckende Virtuosität, nicht nur diese nahezu technisch, perfekte Interpretation, es war auch diese tiefe Emotionalität im Spiel, diese Sensibilität, dieses Feingefühl, das diese Bachinterpretation zu etwas ganz besonderen gemacht hat.  Es war unglaublich, man war hinterher einfach nur sprachlos. Zum Abschluß spielte er dann noch das „Allegro non troppo“ aus dem Konzert für Violine und Orchester D-dur op. 77 von Johannes Brahms,  dramatisch, expressive, einfach mitreißend, grandios in den virtuosen Passagen, ebenfalls grandios diese berührenden Triller, dann diese Pianopassagen (man bekam eine Gänsehaut), die dynamischen Abstufungen, überwältigend diese emotionale Tiefe in der Interpretation,  dann die Kadenz (in den virtuosen Passagen sensationell, die Pianopassagen, man war beinahe Fassungslos, die grandiosen, gefühlvollen Triller) und dann folgte schließlich dieses ergreifend Finale, das einen zum zweiten mal an diesem Abend sprachlos zurück ließ. Dieser Mann spielt einfach phänomenal.

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