Dmitri Schostakovitch: Moskau -Tscherjomusch (Opera stabile, 26.06.2019)

Die Musik erinnerte vom Klangbild her ein wenig an eine Operette und wies daher für eine knapp 3- stündige Spieldauer etwas wenig Substanz auf. Dafür wurde hervorragend gesungen und so verging  die Zeit recht schnell. Zur Illuminierung wurden  zwei Videoleinwände und 7 Kartonagen, die  mal eine Treppe, mal ein Auto oder einfach nur Umzugskartonagen darstellten, genommen. Narea Son war als Ljusja mit ihrem einfühlsamen Sopran und ihrer grandios schimmernden Höhe einfach fantastisch. Rozana Grigorian bestach mit ihrem wohlklingenden Mezzo als Mascha. Na’ama Schulman überzeugte mit ihrem charmant perlenden Sopran als Lidotschka. Johannes Kristinsson als Karezki, der als Prinz in Dornröschen etwas eindimensional wirkte, konnte an diesem Abend die gesamte Bandbreite seines darstellerischen und gesanglichen Könnens ausspielen, eine tolle Leistung. Da es leider Probleme mit den Programmheften an dem Abend gab, sieht sich der Verfasser außerstande, die übrigen Namen richtig zuzuordnen. Er geht jetzt einmal davon aus, dass Ang Du den Hausmeister sang und leider etwas eindimensional klang. Die übrigen Sänger, Hiroshi Amaka – Bubenzaw, Dongwan Kang – Baburow, Sungho Kim als Gluschkow, Shin Yeo als Drebednjow, Larissa Waspy als Wawa rundeten dieses homogene Ensemble perfekt ab. Der Funke dieser Produktion sprang nur deswegen über, weil den einzelnen Solisten die Begeisterung und Spielfreude förmlich anzumerken war. Rupert Burleigh sorgte für einen großartigen Klang des kleinen Orchesters, bestehend aus Mitgliedern des Philharmonischen Staatsorchesters.. Die Handlung ist kurz erzählt: Alle brechen mit dem Auto von Moskau nach Tscherjomusch auf, weil es da Wohnungen geben soll. Dann taucht der Hausverwalter auf und will die Wohnungsschlüssel nicht rausrücken. Als endlich alle Paare eine Wohnung haben, wird der Vorgesetzte des Hausverwalters kurzerhand wegen Korruption abgesetzt; an seine Stelle tritt der Hausverwalter, der vor laufender Kamera die Entstehung eines Einkaufsparadises verspricht und auf die Frage, wo die Parkhäuser entstehen sollen, antwortet:  „Naja, da wird man halt die neuen Mieter enteignen müssen“. Es wird auf Deutsch gesungen, gesprochen hingegen auf deutsch, englisch, russisch und wahrscheinlich auch auf chinesisch.     Sven Godenrath, Hamburg

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Opernexperte
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