Tedd Joselson – complete RCA Recordings (Sony)

Das Philharmonia Orchestra spielt unter der Leitung von Eugene Ormandy mit dem Solisten Tedd Joselson das 1. Klavierkonzert von Peter I. Tschaikovsky. Mit hartem Anschlag und etwas weniger charmant und feinfühlig geht der Pianist bei seinem Debut Album in den 1. Satz, während das Orchester dieses mit einem weniger sentimentalem dafür aber einigermaßen gefühlvollen Orchesterklang versucht auszugleichen. Im zweiten Satz  überrascht er zwar mit perlend anmutenden, virtuos, akzentuierten Läufen und im dritten Satz mit einem rhythmisch pointierten Spiel, leider klingt das Ganze eher runter gedroschen, denn feinsinnig ausgeführt. Feinsinniger und Eleganter klingt danach  seine Interpretation des Klavierkonzertes Nr. 2 von Sergei Prokoffjew, großartig wie es Eugene Ormandy hier gelingt den Orchesterpart auszuformen. Der 1. Satz klingt akzentuiert und klingt zu Beginn noch weicher im Anschlag als bei Tschaikovsky erst mit der Zeit schlägt diese unsentimentale Härte im Anschlag wieder durch, er setzt dramatische Akzente, es gibt wundervolle weiche Laufpassagen, Passagen voller dramatischer Intensität, lediglich gefühlvoll ausziselierte Passagen sucht man auch hier vergeblich. Akzentuiert und gefühlvoller als in den vorangegangenen Aufnahmen geht es in den 1. Satz der Lizst Sonate in B-Minor. Auch diese Interpretation zeichnet sich durch eine eher dramatische Wucht aus, selbst wenn hier ansatzweise feinsinnigere Akzente zu vernehmen sind. Diese feinsinnigen Akzente findet man dann endlich im 3. Satz, der wundervoll, feinsinnig ausziseliert wird. Rhythmisch akzentuiert geht es dann in den 1. Satz der Klaviersonate Nr. 2 von Frederic Chopin der im weiteren Verlauf feinsinnig ausgeformt wird, pointiert und mit feinsinnig ( in den lyrischen Passagen) wird der 3. Satz ausgeformt. Mit perlend anmutender Rhythmik und fabelhaft in den dynamischen Abstufungen wird der 4. Satz ausgeformt.  Die Klaviersonate Nr. 8 von Sergei Prokofiev besticht durch sein gefühlvolles Entré, er setzt geschickt dramatische Akzente und dann aber auch wieder diese dramatische Intensität, bei welcher das Gefühl so ein wenig auf der Strecke zu bleiben scheint und schließlich dieser dramatisch expressive Schluß. Der 2. Satz fängt dann wieder ungemein gefühlvoll an, während der 4. Satz durch seine dramatisch expressiven Passagen besticht. Bei den Bildern einer Ausstellung bestach vor allem die gefühlvolle Interpretation von „Das alte Schloß“, rhythmisch prägnant und dennoch mit Gefühl ausziseliert“Ballett der Küchlein in ihren Eierschalen“, dramatisch und dennoch gefühlvoll geht es dann in die „Katakomben“, der Besuch im „Haus der Baba Yaya“ zeichnet sich rhythmisch pointiert ab, während  das „Große Tor von Kiev“ überaus einfühlsam und gefühlvoll ausziseliert wird und erst langsam sich zu seiner wirklichen Größe erhebt. Dramatisch und auch virtuos geht es in den 1. Satz des 3. Klavierkonzertes  von Sergei Prokofiev und dem Dallas Symphony Orchestra unter der Leitung von Eduardo Mata. mit einem leicht orientalischen Flair überrascht für wenige Sekunden der 2. Satz. Tedd Joselson überrascht hier seine Zuhörer mit einem perlenden, gefühlvollen Klavierton, wunderschönen Trillern und herrlich leicht anmutenden Laufpassagen. Rhythmisch pointiert geht es schließlich in den 3. Satz, die virtuosen Passagen werden gut ausgedeutet. Im 1. Satz von Maurice Ravels Klavierkonzert abermals mit dem Dallas Symphony Orchestra unter der Leitung von Eduardo Mata überzeugt Tedd Joselson mit einer feinsinnigen Eleganz, die rhythmische Prägnanz seines Spiels, überaus einfühlsam wird der Beginn des 2. Satzes ausziseliert. Grandios die virtuosen Passagen im 3. Satz und dann die Bläser – und Percussionpassagen aus dem Orchester, der Höhepunkt in dieser CD Kollektion.

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