Carlo Maria Giulini – Complete Recordings on Deutsche Gramaphone (Universal)

Mit dem Los Angeles Philharmonic Orchestra gelingt Caarlo Maria Giulini eine packende, Interpretation der 3. Sinfonie von Ludwig van Beethoven voller dramatischer Intensität. Selten erlebt man das die Anfangsakkorde der 5. Sinfonie von Beethoven mit einer solche packenden Vehemenz gespielt werden, wie in dieser Aufnahme mit dem Los Angeles Philharmonic Orchestra, noch seltener ist dann aber zu erleben, daß diese einmal aufgebaute Innenspannung bis zum letzten Ton durchgehalten wird, so bereitet das hören von Beethoven Sinfonien Freude. Ebenso großartig die Interpretation der 9. Sinfonie mit einem perfekt aufeinander abgestimmten Ensemble: Julia Varady, Jard van Ness, Keith Lewis und Simon Estes, hier mit den Berliner Philharmonikern. Einer der Höhepunkte in der Geschichte der Tonträgergeschichte ist die Interpretation der Klavierkonzerte 1 und 3 von Ludwig van Beethoven mit Arturo Benedetti Michelangeli, den Wiener Symphonikern und Carlo Maria Giulini. Grandios auch beiden Klavierkonzerte Wolfgang a. Mozart Nr. 23 und Ludwig van Beethoven Nr. 5, mit den Wiener Symphonikern, an dramatischer Intensität kaum zu überbieten. Die ersten beiden Sinfonien von Johannes Brahms sind gleich 2 mal enthalten zum einen mit dem Los Angeles Philharmonic Orchestra und dann noch mit Wiener Philharmonikern, mit welchen er auch die Sinfonien 3 und 4 aufnahm. Aufregender von Klangbild her sind selbstverständlich die Aufnahmen mit dem Los Angeles Philharmonic Orchestra. Die 7. Sinfonie von Anton Bruckner mit den Wiener Philharmonikern besticht durch seinen berührenden Beginn und dann mit seiner langsamen Steigerung der dramatischen Intensität, phänomenal. Mit ihrem wundervollen berührenden Schmelz in der Stimme gelingt es Barbara Bonney  aus dem Deutschen Requiem „Ihr habt nun Traurigkeit“ mit den Wiener Philharmonikern einen ganz besonderen Moment zu zaubern. Grandios auch die beiden Britten Interpretationen Serenade for Tenor und Les Illuminations mit Robert Tear. Mit dem jungen Krystian Zimerman gelang Carlo Maria Giulini und dem Los Angeles Philharmonic Orchestra mit Frederic Chopins 1. und 2. Klavierkonzert ein ganz besonderer Wurf. Diese berückende Schönheit im Adagio von Bruckners 8. Sinfonie mit den Wiener Philharmonikern erlebt man sonst nur bei Sergiu Celebidache. Grandios dieser Einstieg in die 9. Sinfonie von Anton Bruckner, diese Vibranz und das mit den Wiener Philharmonikern, wenn es die Produktionen mit Sergiu Celebidache nicht geben würde, wäre diese Interpretation wegweisend für alle nachfolgenden Brucknerinterpreten, einfach grandios, wie hier ein Brucknerklang zelebriert wird, der seines gleichen sucht. Einer der Höhepunkte dieser Box ist die selten bis gar nicht mehr aufgeführte „To posterity“ von Gottfried von Einem mit Julia Hamari und Dietrich Fischer-Dieskau und den Wiener Philharmonikern. Mit der zauberhaften Stimme von Kathleen Battle gibt es das Requiem von Gabriel Faure und dem Philharmonia Orchestra. Fabelhaft auch das Klavierkonzert von Franz Lizst mit den Wiener Symphonikern und Lazar Berman. Bestechend das Lied von der Erde in einer Interpretation mit der wunderbaren Brigitte Fassbaender und Francisco Araizas. Mit der sinnlichen Stimme von Lucia Valentini Terrani gibt es ein wieder hören in Rossinis Stabat Mater und dem Philharmonia Orchestra. Mit dem Chicago Symphony Orchestra gelingt Carlo Maria Guiulini bei Schuberts 9. Sinfonie ein berückender Einstieg. Sein Rigoletto mit den Wiener Philhrmonikern glänzt vor allem durch die berührende Interpretation von Ileana Cotrubas als Gilda. Placido Domingo besitzt nicht so ganz die nötige Leichtigkeit in der Stimme für den Herzog, dennoch überzeugend und Pierro Cappuccilli ist zwar dramatisch intensiv, aber leider auch etwas weniger elegant in der Textausformung. Elena Obratzova überzeugt als Maddalena, Hanna Schwaz ist eine umwerfende Giovanna, die in Hamburg vielbeschäftigte Olive Fredericks sang die Countessa Ceprano und Kurt Moll überzeugte als Count Monterone. Nicolai Ghiaurov gab einen hervorragenden Sparafucile. Der Trovatore mit der viel zu selten auf Tonträgern beschäftigten Rosalind Plowright (grandios, der Verfasser erlebt sie in Hamburg auch auf der Bühne),einem Placido Domingo dem die Höhe fehlt, einer großartigen Brigitte Fassbaender, einem herausragenden Girogio Zancanaro und einem nicht mindert großartigen Evgeny Nesterenko  gilt auf Grund des getragenen und dennoch spannungsgeladen Dirigates als Meilenstein in der Interpretationsgeschichte dieses Werkes. Ebenfalls grandios der Falstaff von Renato Bruson. Lucia Valentini Terrani gibt eine umwerfende Mrs. Quickly, großartig Barbara Hendricks als Nannetta. Ein energiegeladenes Verdi Requiem erwartet uns mit Sharon Sweet, Florence Quivar, Vinson Cole und Simon Estes und den Berliner Philharmonikern. Ganz zum Schluß erwartet uns dann noch das Recitel mit Placido Domingo auf welchen er Arien u. a. L’elisir d’amore, Lucia die Lammermoor, Ernani, Il Trovatore, Aida, Carmen und Martha singt. Eine Box an der auf Grund ihrer kaum jemals wieder zu erreichenden künstlerischen Qualität kein Weg vorbei führen sollte.

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