Bachelorprüfung von Lukas Barmann – Violoncello – Klasse Prof. Sebastian Klinger (HfMT, 29.05.2019)

Der Abend  mit Lukas Barmann wies Höhen und Tiefen auf. Der Abend begann mit den Sacher Variationen für Cello Solo von Witold Lutoslawski. Das Klangbild ist modern und überwiegend eher weniger melodisch, obgleich stellenweise gefühlvolle gespielt wirkte diese Interpretation verglichen mit der von Rafael Menges (spielte diese am gleichen Abend) eher unausgegoren, weniger feinsinnig, fast ein wenig hektisch, die raueren Fortepassagen glückten, ebenso wie die virtuosen Passagen bezwingend wirkten, schöne Triller, rhythmisch prägnante gespielt mit einer dramatischen Intensität, aber irgendwie wollte das Ganze nicht so richtig rund klingen. Es folge das „Adagio“ und „Allegro op. 70“ von Robert Schumann. Das Entre gelang zum dahinschmelzen, wunderschön ausgeformte Phrasen und zauberhafte Piani wechselten sich ab. Leider nur erfolgten die Übergänge  zwischen den lyrischen zu den dramatischen Passagen, welche gut ausgeformt wurden,  zu Abrupt. Auch bei der Sonate für Violoncello  und Klavier C-Dur op. 102 Nr.1 von Ludwig van Beethoven überraschte Lukas Barmann mit einem gefühlvollen, berührenden Entré, die dramatischen Passgen wurde, was die Intensität anbelangt, großartig ausgeformt. Die dynamischen Abstufungen könnten noch etwas differenzierter ausgeführt werden. Auch im 2. Satz ein berührendes Entré, schön ausgeformt, berückende Pianopassagen, wunderschöne Triller und auch die Passagen in welchen eine dramatische Intensität gefragt ist, glückten. Maria Guignard spielte ihren Beethoven eine Spur gefühlvoller als den vorangegangenen Schumann mit z. T. großartig ausgeformten Triller. Bei der Suite für Violoncello Solo No. 5 C-Moll BWV 1011 von Johann Sebastian Bach sind wir wieder beim alten Thema, zu früh, zu unausgegoren. Hier wurde leider wieder demonstriert, was der junge Mann noch nicht so beherrschte und alle fragten sich wieder: Warum? Die schwierigen Übergängen klangen sowohl am Beginn wie auch zum Ende des „Preludes“! eher so, als würde jemand die Saiten schrubben, anstatt darauf zu spielen, schade. Ansonsten,  schöne Triller, die virtuosen Passagen hätte jedoch eleganter ausgeformt werden müssen.  Bei der „Allemande“ gab es schöne Triller, Übergänge mißlangen gänzlich und es hätte gefühlvoller ausgedeutet werden können. In der „Courante“ mißglückten wiederum die Übergänge, es gab ein dramatisches Entré, virtuose Passagen wurden teilweise gut ausgedeutet, dafür gab es ein paar schöne Triller. Bei der „Sarabande“ punktete er mit einem gefühlvollen Entré, die dynamischen Abstufungen hätten dezidierter ausgeformt werden können, es klang einfach nur langweilig. Die „Gavotte“ gelang dann besser, vor allem die virtuosen Passagen wurden gut ausgeformt. Zu guter Letzt die „Gigue“, mit einer schwermütig anmutenden Leichtigkeit gespielt, schön und akzentuiert ausziseliert mit schönen Trillern. Allgemein hätte der Charakter der einzelnen Tänze noch besser herausgearbeitet werden müssen, was sich anhand der technisch Schwierigkeiten, die es zu bewältigend gab, wohl es unlösbare Aufgabe erwies.

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