Bachelorprüfung von Carolin Salome Eychmüller – Violoncello – Klasse Prof. Sebastian Klinger (HfMT, 28.05.2019)

An diesem Abend trat unglücklicherweise genau das ein, was unten keinen Umständen eintreten sollte. Dadurch das es Carolin Salome Eychmüller nicht gelang einen ständigen sondern nur punktuell auftreten emotionalen Zugang zu beiden Kompositionen zu vermitteln, wurde sie unbeabsichtigterweise von der Pianistin Prof. Keiko Suzuki an die Wand gespielt, denn sie verstand, obgleich vom Blatt spielend in den ersten Sekunden diese emotionalen Zugang zu vermitteln. Der Abend begann mit der Sonate für Klavier und Violoncello A-Dur, op. 69 von Ludwig van Beethoven. Gleich im ersten Satz gelang es Carolin Salome Eychmüller nicht eine emotionale Bindung zum Publikum aufzubauen, ihr Spiel wirkte, obgleich technisch gut, kalt und emotionslos. Gewiss der Tonansatz verströmte eine gewisse Wärme und hatte auch eine angenehm ins Ohr fallende Weichheit. Die Übergänge zwischen den lyrischen in die dramatischen Sequenzen hingegen erfolgten zu Abrupt, dieses könnte etwas eleganter und ausgewogener vom Klangbild her gelöst werden. Ihr gelangen schön ausgeformte Triller und im großen und ganzen wurde dieser Satz von ihr gut ausgeformt. Im zweiten Satz dann leider auch zu wenige Gefühl. Technisch hingegen wurde dieser gut gelöst, manchen Passagen gelangen akzentuierter als andere, die Phrasen wo eine dramatische Intensität gefragt war gelangen  bei rauerer Tongebung ebenfalls hervorragend, wieder kehrende Phrasen erhielten eine unterschiedliche Intensität. Der ersten Teil der 3. Satzes wurde dann  endlich gefühlvoll ausziseliert. Hier war sie zum ersten Mal an diesem Abend in dieser Komposition angekommen und konnte dem akzentuierten, gefühlvollen, mit wunderbaren Trillern garnierten Spiel, von Prof. Keiko Suzuki, der zu dem noch grandios ausziselierten Läufe gelangen, etwas entgegen setzen. Carolin Salome Eychmüller spielte die virtuosen Passagen des 2. Teils akzentuiert, es gab elegante Pianipassagen, überhaupt wurde dieser ganze Satz großartig ausziseliert. Es folgte die Sonate für Klavier und Violoncello F-dur op. 99 von Johannes Brahms und auch hier muß man leider sagen, wie sich doch die Klangbilder glichen. Die virtuosen Passagen im 1. Satz klangen etwas hektisch und wurden in den Wiederholungen zu ähnlich ausgeführt, es fehlte einfach das Einfühlungsvermögen in diese Musik, obgleich die lyrischeren Passagen hier doch eine Spur gefühlvoller gespielt wurden,wie es verglichen, über weite Strecken, bei Beethoven der Fall war. Im 2. Satz wurden die gefühlvollen, lyrischeren Passagen schön ausgedeutet und auch die gezupften dramatischen Passagen gelangen trefflich, es gab stimmige dynamische Abstufungen und einen berückenden Schlußton. Im 3. Satz glückten die rhythmisch akzentuierten Passagen auch in ihren dynamischen Abstufungen, virtuose Passagen wurden gut gespielt und Passagen in denen eine dramatische Intensität gefragt war wurden gut ausgeformt, wohingegen die lyrischeren Passagen etwas feinsinniger hätten klingen können. Im 4. Satz dann dieses gefühlvolle Entré, großartige Triller, dann ihre  rhythmisch pointiert ausgeformten Passagen, manches hätte  etwas eleganter klingen können,  hervorragend gelangen die gezupften Passagen, hier setzte sie obendrein noch dramatische Akzente, auch der Wechsel zwischen den lyrischen in die dramatischen Passagen gelang stimmig.

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