Augustin Hadelich: Brahms & Ligeti Violin Concertos (Warner)

Das Norwegian Radio Orchestra unter der Leitung von Miguel Harth-Bedova bietet im Violinenkonzert von Johannes Brahms einen opulenten, runden, differenzierten Orchesterklang an, dem es ein wenig an Eloquenz mangelt. Austin Hadelich bietet eine fein ausziselierte Interpretation, mit Trillern von einer berückenden Eleganz und einen Violinenklang zum dahinschmelzen. Die virtuosen Passagen gelingen nahezu makellos. Nur langsam nimmt der Orchesterklang stellenweise an Intensität zu, um dann kurz darauf wieder abzufallen. Die Innenspannung, die leider nur stellenweise zum Tragen kommt, kann leider nicht dauerhaft aufrechterhalten können. Es klingt wunderschön, feinsinnig, differenziert aber leider nicht eloquent genug. Bei dem Praeludium aus dem Violinenkonzert von Gyrgy Ligeti wird der Violinenklang dann rauer und vor allem weniger melodisch. Hier nimmt die dramatische Intensität, die das Spiel Augustin Hadelich zu Beginn verströmt, in den dramatischeren Passagen zu. In den eher zarteren, Pianopassagen hingegen mangelt es dem Spiel wiederum ein wenig an Eloquenz, bis es zur nächsten dramatischeren Steigerung kommt. In der Arie hingegen verströmt sein Spiel zu Beginn eine melodiöse, berückend anmutende Zartheit, die sich auch in seiner Interpretation des Intermezzos wiederfindet. In der Passacaglia wird dem Orchester bis zum dramatisch, packenden Ausbruch ein eher minimalistisch anmutender Part zugewiesen. Hier weißt das Spiel von Augustin Hadelich stellenweise endlich die nötige dramatische Eloquenz auf, die dieses Werk zum Leben erweckt und den Solisten aus der Rolle des Vermittlers befreit, welche sich über weite Strecken auch in der Appassionato wiederfindet. Zum einen sind es die kurz angespielte, abrupt endenden Passagen die auf Grund ihrer Eloquenz begeistern und zum anderen die Passagen voller dramatischer Intensität, in der auch das Orchester voll aus sich heraus geht und auf Grund der dramatischen Intensität ihres Spiels, begeistert.

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