Christian Thielemann – Orchestral Recording on Deutsche Gramophone – 21 CDs (Universal)

Diese 21 CDs umfassende Edition stellt die große Bandbreite dieses Dirigenten auf eindrucksvolle Art und Weise in Szene. Er dirigiert Ouvertüren und Zwischenspiele von Pfitzner, Strauss, Wagner, Mendelssohn, von Weber, Nicolai und MarschnerFerner die großen Chorwerke von Beethoven: „Die Kantate auf den Tod von Kaiser Joseph II“ und „Die Kantate auf die Erhebung Leopolds II zur Kaiserweihe“ mit einem eindrucksvollen Sängerensemble (erstere mit Charlotte Margiono, Veronika Vérebely, Ulrike Henzel, Clemens Bieber, William Shimell und die zweite mit Christine Schäfer, Ulrike Henzel, Clemenz Bieber und Victor von Halem), musikalisch grandios, spannungsgeladen ausgedeutet, Die Sänger sind bestens aufeinander abgestimmt. Auch das Mozart Requiem läßt bei den teilweise explosionsartig aufwallenden Chorszenen keine Wünsche offen. Gleiches gilt auch für das Ensemble Sibylla Rubens, Lioba Brown, Steven Devislim, Georg Zeppenfeld, lediglich von den Münchner Philharmonikern hätte sich der Verfasser etwas mehr Innenspannung und Dramatik in der Orchesterausdeutung gewünscht. Grandios und spannungsgeladen die Carmina Burana mit dem Orchester der Deutschen Oper Berlin und mit Christiane Oelze, David Kuebler, Simon Keenlyside, einem phänomenalen Chor der Deutschen Oper Berlin und dem Knabenchor Berlin. Bei den beiden Beethoven Sinfonien mit dem Philharmonia Orchestra gelingen zwar die dramatischen Teile hervorragend, lediglich in den lyrischeren Passagen mangelt es an Innenspannung, hier wäre deutlich mehr drin gewesen, das wunderschöne Allegro aus der 7.  Sinfonie plätscherte leider belanglos dahin. Bei den Schumann Sinfonien ebenfalls mit dem Philharmonia Orchestra hingegen bleiben keine Wünsche offen, hier scheinen beide voll in ihrem Element zu sein, spannend ausgeformt und auch in den lyrischen Passagen bezwingend. Mit den Wiener Philharmonikern entlädt sich bei Der Alpensinfonie von Richard Strauss zwar ein vor Energie strotzendes Entré, leider nur fällt diese einmal aufgebaute Innenspannung in den lyrischen Passagen, zu schön gespielt, hier wurde es leider versäumt die nötige Spannung aufrecht zu erhalten, sehr schnell ab.  Nur in den dramatischen Momenten spannungsgeladen zu musizieren ( und hier klingen sie wirklich grandios) mag zwar effektvoll sein, ist aber leider zu wenig. Diese Alpensinfonie erinnerte den Verfasser eher an einer Wanderung durch die Harburger Berge. Auch „Ein Heldenleben“ von Richard Strauss wartet mit einem grandiosen Entré auf, hier  bleibt der Tonfall in den lyrischeren Passagen leider auch nur punktuell deutlich straffer. Das sich Christian Thielemann bei Strauss für die Wiener Philharmoniker und nicht für die Münchner Philharmoniker entschieden hat, rächt sich hier leider. Das Thielemann bei Anton Bruckners 5. Sinfonie 5 Minuten schneller ist als Sergiu Celibidache  nimmt dieser sinfonischen Ausdeutung nichts an seiner monumentalen Wucht und dramatische Ausdruckskraft. Die Münchner Philharmoniker wußten offensichtlich noch wie es geht. Eine fesselnde, mitreißende Interpretation. Gleiches gilt auch für Brahms Sinfonie Nr. 1 mit den Münchner Philharmonikern, eine grandiose mitreißende Interpretation. Schon in den ersten Sekunden sitzt man förmlich auf der Stuhlkante. Abgerundet wir diese Box dann mit den Klavierkonzerten von Johannes Brahms mit Maurizio Pollini am Klavier und der Staatskapelle Dresden und dem Violinenkonzert von Johannes Brahms mit den drei Romanzen für Violine und Klavier mit Lisa Batiashvili – Violine und Alice Sara Ott  – Klavier.

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