Violinenabend, Konzertexamen von Sun Shin, Klasse Prof. Andreas Röhn (HfMT, 25.02.2019)

Viele werden den Namen Sun Shin auch im Zusammenhang mit dem auch über die Grenzen Hamburgs bekannten Baum Quartett kennen, welches sich durch die  feinsinnige Eleganz in der Interpretation von Kammermusiken, einen Namen gemacht hat. Dem entsprechend hoch waren für diesen Abend dann auch die Erwartungen gesteckt. Der Abend begann mit der Sonate für Violine und Klavier Nr. 2 in d-Moll op. 121 von Robert Schumann. Leider fiel der Beginn schon etwas unsauber aus, dieses zog sich ärgerlicherweise wie ein roter Faden durch den gesamten Abend und man konnte es Sun Shin auch anmerken, das sie an diesem Abend mit ihrer Leistung eher weniger zufrieden war. Ihr lächeln, das sonst eher entspannt wirkte, wirkte an diesem Abend eine Spur zu gewollt. War es die Nervosität die ihr einen Strich durch die Rechnung gemacht hatte. Die, die sonst immer souverän und hervorragend aufspielt, schien an diesem Abend einen weniger guten Tag gehabt zu haben. Es gab ein energisches Entre, teilweise einen schönen runden Ton, virtuose Passagen wurden gut ausgeformt, der Wechsel zwischen gefühlvollen und Passagen voller dramatischer Intensität glückten. Schön ausgeformt der 2. Satz, eine gelungene dramatisch Intensive Interpretation und sie setzte musikalische Akzente. Im dritten Satz dann diese wunderschön ausgeformten gezupften Passagen, das Spiel geprägt von anmutiger Schönheit, gefühlvoll mit einem wundervollen Ton und einem traumhaften Schlußton. Im 4. Satz ein schwungvolles Entre, die virtuosen Passagen wurden gut ausgeformt, leider fehlte es hier etwas an der nötigen inneren Ruhe. Bedauerlicherweise klang hier vieles musikalisch zu ähnlich, dramatische Akzente wurden nicht gut genug herausgearbeitet. Ihr machte hier immer wieder, ihr etwas unsauber gestalteter Tonansatz einen Strich durch die Rechnung. Bei Bela Bartok wurde es dann leider nicht besser, der Ton wurde noch rauer und mutete fast über den gesamten 1. Satz unsauber an, die kurzen gezupften Passagen gelangen hier noch am besten. Es gab schöne Triller und manche kurze virtuose Passage glückte. Die getragenen Passagen zeugten von zarten Lyrismen. Der 2. Satz gelang dann besser, ein Intro voller dramatischer Intensität (leider auch nicht sauber ausgeformt), schöne Triller, die gezupften Passagen zeugten von dramatischer Intensität und in der zweiten Hälfte gab es schöne virtuose Passagen. Das Entre des 3. Satzes war zum dahinschmelzen, es gab feinsinnige, wunderschöne Triller, grandios wie die getragenen Passagen dezidiert ausgeformt wurden, in den virtuosen Passagen bestach die unterschiedliche Intensität mit welcher die einzelnen Noten ihre eigene Bedeutung bekamen. Großartige Triller, großartig ausgeformte gezupfte Passagen und grandiose Pianopassagen ließen diesen Satz zu einer einzigen Offenbarung werden. Im 4. Satz dann dieses bezwingende Vibrato, ihre dynamischen Abstufungen, die unterschiedliche Intensität mit welcher sie die virtuosen Passagen goutierte, großartige Triller, ein pointiertes Spiel und beeindruckend diese gezupften Passagen. Nach der Pause dann von Franz Schubert die Fantasie für Violine und Klavier C.-dur D 934 (op. post. 159). Einem grandiosen Entre folgten getragene schön ausgeformte Triller, wunderschöne großartig ausziselierten Piani, gut ausgeformte virtuose Passagen mit gezupfte Passagen voller dramatischer Intensität. Dann dieser traumhafte getragen anmutende 2. Satz, bei den gezupften Passagen schienen ihre Finger förmlich über die Saiten zu tanzen, großartig auch diese virtuosen Passagen. Leide gelang hier die Ausformung in den dynamischen Abstufungen nicht optimal, vieles klang dann doch etwas einheitlich. Im 3. Satz diese grandios ausgeformten Triller, berührend diese dunklen Piani, großartige Triller, und hervorragend ausgeformte virtuose Passagen. Der 4. Satz bestach durch sein wunderschönes Entre, die virtuosen Passagen wurde gut ausgeformt, musikalisch war vieles vom Klangbild her verglichen mit musikalischen Elementen aus dem vorangegangenen Satz zu ähnlich in der Ausformung und in der dramatischen Intensität, was etwas schade war. Bernhard Fograscher war an diesem Abend dank seiner perlenden Triller, seiner ungetrübten Eleganz im Spiel und seiner musikalischen Sensibilität und wie er es verstand auf der Spiel von Sun Shin einzugehen, schlichtweg phantastisch.

 

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