Dinner for One – DIE SILVESTERSHOW – (First Stage Theater in Hamburg, 31.12.2018)

Henriette Grawwert als Butler James und Daniel Pabst als Miss Sophie, selbst wenn der Butler im „Original“ eleganter über den Löwenkopf stolpert, diese Bühnenshow muss man einfach erlebt haben. Ein Dinner for One auf ungefähr 2 Stunden – ohne Längen- naja mit einer, auszudehnen, dazu gehört schon viel Talent und über dieses verfügen die beiden ohne Zweifel, sowohl gesanglich wie auch darstellerisch, wobei sich Daniel Pabst die größte Mühe gab die Rolle der Miss Sophie nicht zu tuntig anzulegen, sondern dabei immer noch Haltung zeigte und auch einen gewissen Respekt gegenüber dieser Rolle und seinem Original nicht vermissen ließ. Angereichert durch das geschickte Einstreuen von deutschen Schlagern, amerikanischen Hits und Musicalnummern, wurde es ein Spaß für die ganze Familie, wobei die Rechnung eigentlich immer nur dann aufging, wenn man als Zuschauer die Nummern schon gleich in den ersten Sekunden erkannte. Begonnen wurde nach dem servieren des 1. Ganges mit „My baby just cares for me“ und als es der wertebn Dame nach etwas musikalischer Unterhaltung dünkte, wurde ihr „Griechischer Wein“ im original von Udo Jürgens gesungen serviert. Als dann zum Beispiel Miss Sophie von ihren verblichenen Männern schwärmte, gab James den Titel „So schön kann doch kein Mann sein,“ zum Besten. Als Miss Sophie von ihren amourösen Verwicklungen in Nachbarzimmern mit den Männern, nacheinander, ins Schwärmen geriet, sang sie „Aber dich gibt  es nur einmal für mich“, und da es vier Männer waren, wurde dieser Titel „nur dreimal“ gesungen, und selbst das war eigentlich schon zuviel, einmal komplett, einmal halb und zu guter Letzt „nur“ die erste Strophe. Es gab dann noch eine Udo Lindenbergversion des Marlene Dietrich Klassikers „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“ und den zur  Schwulenhymne avancierte Titel „Er hieß Waldemar.“ Bevor sich der erste Akt dem Ende neigte und Miss Sophie nur knapp einer Fischvergiftung entging, gab sich James noch als „Master des Hauses“ aus dem Musical Les Miserable zu erkennen. Zu Beginn des zweiten Aktes lag Miss Sophie dann mehr tot als lebendig über einem Stuhl dahingegossen und stimmte „and now the End is near and so I face that final curtain“ -My Way -an. Gefolgt von der Überlebenshymne von Milva, als sie einsah, nun doch nicht sterben zu müssen „Hurra wir leben noch.“ Schließlich gab James zum Kuchen noch „Aber bitte mit Sahne“ von sich und zum Ende gab es noch ein Modern Talking Medley (Sie erinnern sich: Sound von -gefühlt- 2 Liedern auf ca 8 Alben verteilt) Your my Heart, your my Soul, Atlantis is Calling und Brother Louis. Als es dann  darum ging, die Liebesdienste aller vier Herren in welcher Reihenfolge auch immer erledigen zu müssen, stellte James eine Bedingung. Lieb gern, aber nur, wenn sie mich heiraten. Ein grandioser, witziger Abend, auch zum Mitsingen und Mitklatschen, wenn man das Bedürfnis dazu verspürte, aber selbst wenn nicht, eine gute kurzweilige Unterhaltung, wobei ein gewisses Niveau nie unterschritten wurde, war gegeben, kurzum: gute Laune pur.        Sven Godenrath, Hamburg

 

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Opernexperte
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