Montserrat Caballe ( Barcelona: 12.04.1933 – Barcelona 06.10.2018)

Die am 12.04.1933 in Barcelona gebürtige Sopranistin Montserrat Caballe begann ihre Ausbaildung am Conservatorio di Liceo in Barcelona und beendet diese dann in Mailand. 1956 debütierte sie am Stadttheater Basel, von 1959-1962 sang sie am Stadttheater Bremen u. a. Dovraks Armina (Mitschnitt liegt vor) und Madame Butterfly. Am 20.04.1965 sprang sie, ohne vorherige Probe, in der Carnegie Hall in Lucrezia Borgia (Mitschnitt liegt vor; Alain Vanzo, Jane Berbie, Kosts Paskalis) für Marilyn Horn ein , die zum einen erkrankt und zum anderen kurz davor stand eine Wechsel vom Sopran ins Mezzofach zu vollführte. 1966 folgte die Studioaufnahme neben Alfredo Kraus und Shirley Verrett für die RCA auf. Es folgte Auftritte als Norma (Studio und Livemitschnitte), Maria Stuarda (Livemitschnitt), Parisina (Livemitschnitt), Anna Bolena (Livemitschnitt), Roberto Devereux (Livemitschnitt), La Fille de Regiment (Gräfin Crakentrop), Caterina Cornaro (Livemitschnitt). Sie sang Tosca, Mimi, Aida, Liu, Turandot, Sieglinde (Livemitschnitt), Isolde (Livemitschnitt), Elisabeth im Tannhäuser (Livemitschnitt) Lucia di Lammermoor, Violetta, Salome, Giovanna D’Arco, Elisabetta im Don Carlos, Leonora in Il Trovatore und La Forza del Destino  (Livemitschnitt), Manon Lescaut, Elvira in I Puritani, Imogene in Il Pirata und die Donna Elvira im Don Giovanni u.a. Sie nahm zahlreiche Recitals mit Arien und Lieder von Richard Strauss, Richard, Wagner, Giacomo Puccini, Giuseppe Verdi, Gaetano Donzietti, Vincenzo Bellini, Gioacchino Rossini,Weihnachtslieder,  natürlich auch Zarzuelas und spanische Lieder auf. Unvergeßlich ihr Duett mit Freddy Marcury (Barcelona). Es folgte auch noch eine CD auf welcher sie Duette mit anderen Popkünstlern u.a. Johnny Holliday sang. Ihr Rollenspektrum war vielseitig, ihre Ausdrucksspektrum dagegen leider eher weniger vielseitig. Viele Rollen sang sie brilliant, aber doch sehr ähnlich von der Klangcharakteristik her. Ihre Karriere währte fast 50 Jahre lang. Noch vor wenigen Jahren hatte der Verfasser das Glück gehabt diese Ausnahmesängerin in Stadion von Barcelona live erleben zu dürfen, es war eine Sternstunde. Ihre Stimme besaß vom Klang her immer noch die Qualitäten, die sie einst berühmt gemacht haben, was auf ihre sängerische Intelligenz zurückzuführen war. Sie entschied sich schon sehr früh expressive Ausbrüche zu meiden. Man warf ihr daher vor die Rollen die sie sang etwas eingeebnet, geglättet zu haben, was den dramatischen Ausdruck anbelangt. Zum Schluß gab es noch einen Prozess wegen nicht bezahlter Steuergelder. Einen Großteil ihres Vermögen soll wo jemand aus ihrem näheren Umfeld durchgebracht haben. Ihr Fans liebten und verehrten sie wie keine Zweite. Ihre Pianokultur war einzigartig. Maria Callas hatte einst die Türen für sie und für Joan Sutherland, Beverly Sills, Leyla Gencer bis hin zu Edita Gruberova und anderen  die ihnen folgten, geöffnet. Ohne Maria Callas wären die Karrieren dieser Sängerinnen sicherlich anders verlaufen. Jetzt ist auch die letzte große Koloratursopranistin der 70 er , 80 er und  90 er Jahre verstummt. Mit ihrem Mann, einem leider weniger talentierten Sänger, gibt eine CD mit Duetten, Ihr Tochter Montserrat Marti hat zwar auch ein gewisses sängerisches Talent “ geerbt“, dieses reicht aber weitem nicht an das ihrer Mutter heran. Der Verfasser befürchtet daher, das mit dem Tode der Mutter auch die Karriere der Tochter über kurz oder lang ihr Ende gefunden haben wird. Ihrer Familie gebührt unser aufrichtiges Mitgefühl und ihr ein ganz großes Dankeschön für viele unvergessliche Stunden in der Oper, von denen viele glücklicherweise auf Tonträgern dokumentiert wurden.

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Opernexperte
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