Flashdance – Das Musical – (Mehr- Theater in Hamburg, 23.09.2018)

Der Ton war überaus pompös, fast ein wenig aufdringlich und dennoch gelang es  Damian Omanser am Pult des ca. 6 köpfigen Orchesters einen mitreißenden Sound zu zaubern. Was anderen Kritikern hier negativ aufstieß, erschließt sich dem ‚Verfasser nicht. Entweder sie hatten eine gänzlich andere Besetzung erlebt, oder hatten einfach einen schlechten Tag (Die Rezensenten) Auf halber Strecke fiel dann kurzfristig der Verstärker für die Mikrophone aus, hier erwies es sich als glücklich, das für diesen Abend offenhörbar gut ausgebildete Sänger engagiert worden waren, denn trotz der weniger guten Akkustik trugen die Sprechstimmen auch ohne Verstärkung und waren zumindest in der 8 Reihe noch deutlich zu verstehen gewesen. Als die Technik wieder stand und die Szene wiederholt wurde konnte sich Sasha de Capri die ironische Randbemerkund „Deja vue “ nicht verkneifen. Auch muß hierbei angemerkt werden, das Sasha de Capri in der Rolle des Nick Hurley nicht nur als nette Schlafzimmerdeko (mit freiem Oberkörper) bestach, sondern auch gesanglich durch seine gefühlvolle, differenzierte Text- und Musikausdeutung. Es ist heute leider nicht mehr selbstverständlich, das sich ein Sänger noch die Mühe macht, ein differenziertes, überzeugendes  Rollenporträt zu zeichnen,. Auch in den Duettszenen mischten sich die Stimmen von Nadja Schiewiller als Alex Owens optimal. Sie selber besitzt eine warme, tragfähige Stimme, glücklicherweise keine von diesen dünnen seenigen Stimmen, die eher am Nervenkostüm sägen, denn als Künstler überzeugen. Gesangliche eine hervorragend Leistung, auch war sie voll in der Rolle drin und zeichnete ein glaubwürdiges Rollenporträt. Mit ihrer Schlußtanzperformance, man muß es leider so ehrlich sagen, hätte sie weder beim „Supertalent“ noch bei  „You think you can dance“, einen Blumentopf gewonnen. Oberflächlich und ohne den geringsten Ausdruck, von einem künstlerischen Anspruch einmal ganz zu schweigen, wurde die drei Minutenkür, die wohl einer der Höhepunkte des Abend darstellen sollte, abgearbeitet. Nächstes mal bitte mit etwas mehr Gefühl. Regina Venus war als Hannah zwar darstellerisch großartig, stimmlich aber leider weniger, Gitte Haennig, hätte das wahrscheinlich besser gemacht. Konstantin Busach macht als Jimmy, ein eher talentfreierer Komiker, gesanglich und darstellerisch eine gute Figur, in einer seiner Schlußauftritte war ein stimmlich einfach umwerfend. Michael B. Sattler als C.C. Besitzer des Konkurrenz Nachclubs, der „Tänzerinnen“ erst das blaue vom Himmel verspricht, um sich sie dann mit Kokain als Stripperinnen gefügig zu machen, machte nicht nur von der Figur her, sondern auch von der Stimme her, eine gute Figur. Ann Sophie Dürmeyer bestach als Gloria, eine tolle Stimme und eine tolle Bühnenerscheinung, wohl einer besten stimmlichen Leistungen des Abend. Tanja Rütke gab sowohl die Louise, die Pflegerin der Hanna und Mrs. Wild, die über die Zukunft der Mädchen in der Ballettschule entscheidet. Sie verstand es beide Rollen nicht nur darstellerisch, sondern auch stimmlich prägnant und individuell herauszustellen. Samantha Klotz gab eine bestechende Kiki, unvergesslich ihre Interpretation von I love rock’n roll. Olivia Kate Ward bestach als Tess. Jogi Kaiser gab mit Harry einen desillusionierten Nachtclubbesitzer, der wenigstens noch etwas Wert auf Stil legt, darstellerisch brilliant, gesanglich eher weniger. Auch der Darsteller des Vorarbeiters bestach durch seine stimmliche Präsenz. Ebenso ein Tänzer der zum einen einen Polizisten spielte und später auch in den Ensembleszene überzeugen konnte. Nicht nur die bekanntesten Lieder wie Maniac ( im original von Peter Sembello, später von Alexander Klaws in der 1. Staffel von DSDS reaktiviert), Gloria (grandios gesungen von Laura Brannigan), What a feeling( unvergleichlich gesungen von Irene Cara, in einer späteren Version mit Dj Bobo durfte sie das Lied noch einmal singen) und schließlich I love rock’n roll von Joan Jett überzeugten sondern auch die übrigen Kompositionen und deutschen Texte sorgten für einen gelungenen, kurzweiligen Abend.

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Opernexperte
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