Mein Herz singt – Georg Philipp Telemann – Altus: Benno Schachtner (Speicher am Kaufhauskanal in Hamburg-Harburg 21.09.2018)

Es war ein beglückender Abend. Im wunderschönen Ambiente des „alten“ Speichers hielt Herr Henry C. Brinker zu Beginn eine seiner charmanten, kurzweiligen Einführungen, gespickt mit interessanten Hintergrundinformationen. Begonnen wurde der Abend mit der Kantate „Entzückende Zeit“ aus den moralischen Kantaten von Georg Philipp Telemann mit dem Altus Benno Schachtner, begleitet von der Hamburger Ratsmusik: Ulrich Wedemeier – Laute und Barockgitarre, Simone Eckert – Viola da Gamba (bitte nie wieder schwarze Schuhe zum dunkelblauen Kleid) und Anke Dennert – Cembalo. Die Kantate wurde hervorragend phrasiert und der immer wiederkehrende gleiche Text wurde stets unterschiedlich betont. Die Verzierungen wurden geschmackssicher ausgeformt, eine tolle gesangliche Leistung. Es folgte eine Cembalo Phantasie, sehr gefühlvoll ausgedeutet mit perlenden Trillern und im 2. Teil überaus akzentuiert gespielt. Die darauffolgende Sonate in E-Moll für Basso Continue und Viola da Gamba wurde überaus gefühlvoll aussieseliert. Die Fantasie für Viola da Gamba wurde gefühlvoll und elegant in den virtuosen Passagen ausgeformt. Es folgte die ironische Kantate die das Klagen über die Falschheit zum Thema hatte. Brilliant in der Höhe, mit hervorragend ausgeformten Koloraturen  und einem mitreißend interpretierten dramatisch, expressiven  2. Teil, begeisterte  Benno Schachtner sein Publikum. Der zweite Teil begann  mit einem „Guten Morgen,“ bevor die  gleichnamige Kantate folgte. Benno Schachtner formte diese Kantate deliziös und mit einem ironisierenden Augenzwinkern aus. Die darauffolgende Trio Sonate wurde ebenfalls geschmackvoll ausgeformt. Für Barockgitarre folgte dann die Transkription einer Violinensonate. Auch wenn die Charakteristik dieses Werkes gut herausgearbeitet wurde, so war das Ergebnis dann doch leider weniger ergreifend. Es hätte etwas temperamentvoller interpretiert werden können. Die letzten beiden Kantaten „Die Zeit“, mit brilliant ausgeformten Verzierungen und einem ironischen Tonfall in der Stimme und „Geh Schlafen“, ebenfalls grandios ausgedeutet,  rundeten diesen kurzweiligen Abend trefflich ab.

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