Masterprüfung von Inhwa Hong, Klasse Prof. Sebastian Schmidt (HfMT Hamburg, 11.07.2018)

Kurz zusammengefasst:  Ein sensationeller Abend. Hindemiths Sonate für Violine und Klavier Es Dur op. 11 No. 1  wurde im ersten Satz von Inhwa Hong rhythmisch, pointiert gespielt. Als Kontrast gab es dann diese lyrischen,  gefühlvollen Passagen, die in ihrer eleganten Ausführung das Publikum verzauberten. Im zweiten Satz dann dieses berührende Entré, fabelhaft diese dynamischen Abstufungen im Piani, gekrönt von einem wundervollem Schlußton. Bernhard Fograscher wuchs an diesem Abend über sich hinaus, diesen zarten, perlenden Ton und auch diese feinsinnigen dynamischen Abstufungen sowohl im Forte wie auch im Piano hatte der Verfasser bei den zuletzt besprochenen Konzerten etwas vermisst. Es  folgte das Chaconne, Partita No. 2 BWV 1004 von J. S. Bach. Wesentlich besser gespielt als es der Verfasser an manch anderen Abenden bei Werken dieses Komponisten erleben durfte, und dennoch traten auch bei ihr die üblichen Probleme bei den Übergängen, im Mittelteil und zum Ende hin eher weniger, zu tage. Zarte Piani, wunderbar in den dynamischen Abstufungen, deliziös wie die virtuosen Laufpassagen ausgeformt wurden und auch die Triller wurden gut ausgeformt. Großartig die Variationen bei der Intention während der Wiederholungen. Auch wenn die expressiven Phrasen gut gespielt wurden, waren sie noch nicht so ganz optimal in der Ausformung.  Bei der Sonate für Violine und Klavier c-Moll op. 45 No. 3 von Edvard Grieg gab es im ersten Satz ein energisches Entré, mit einem wunderschönen dunklen Ton, schönes Vibrato, und diese wundervollen Piani in denen die dynamischen Abstufungen geradezu zelebriert wurden. Im zweiten Satz dieses bestechend gefühlvolle Entré des Klaviere. Ihwa Hong bot eine bestechende, gefühlvolle, grandiose zarte Höhe und wunderschöne Triller. Im dritten Satz dann dieser ausdrucksstarke Schluß, diese Virtuosität und diese gefühlvollen Triller, unglaublich. Nach der Pause die Sonate für Violine und Klavier G-Dur op. 30 Nr. 8 von Ludwig van Beethoven. Ein grandioses Entré, schwungvoll , energisch aber aber gefühlvoll, ausdrucksstark, die virtuosen Passagen wurde auszieseliert, die Triller gut ausgeformt und dann diese bestechenden dynamischen Abstufungen, während des ersten Satzes.  Im zweiten Satz dann dieser runde, dunkle Ton und diese mitreißende Eleganz in der Ausführung. Im dritten Satz bestach ihre rhythmische Brillianz, und ihre großartigen ausgeformten Triller.  Bei der Carmen Fantasy von Pablo de Sarasate verließ sie dann leider ein wenig die Kondition. Nicht alle Töne wollten mehr so gelingen, wie es gewollt war. Dennoch Temporückungen und eine eigenständige Interpretation bei manchen Variationen zum musikalischen Thema waren schlichtweg phantastisch. Ihre Interpretation war rassig, es gab zarte Nuancen und einen hoch virtuosen Schluß, einfach atemberaubend. Hinzu kommt das die junge Dame über eine enorme Bühnenausstrahlung verfügt. Hier kündigt sich eine vielversprechendes junges Talent an.

 

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