Konzertexamen von Tomoka Shigeno, Klasse Prof. Stepan Simonian (HfMT Hamburg, 08.07.2018)

Der Abend begann mit der englischen Suite Nr. 2 a-Moll BWV 807 von J. S. Bach. Die Pianistin Tomaka Shigeno spielt elegant, fließend und stellenweise trotz eines eher energischen Tastenanschlages akzentuiert. Stellenweise verfügt ihr Spiel aber auch über die nötige Leichtigkeit um der Charakteristik der Werke Bachs gerecht werden zu können. Im zweiten Satz bestachen die gefühlvollen, perfekten Triller und ein stellenweise leicht schwebend anmutender Anschlag.  Im dritten Satz klang leider vieles, gerade im Fort, etwas zu ähnlich. Hier hätte bei den dynamischen Abstufungen einiges differenziert interpretieren können. Auch wenn im vierten Satz die Noten eher separiert klangen, so wurde dieser Satz dennoch überaus gefühlvoll interpretiert. Im fünften Satz bestachen dann die flüssig gespielten virtuosen Läufe und die gut ausgeführten Triller. Im sechsten Teil wurde viele musikalische Phrasen gut ausgeformt. Bei den Fantasien op. 116 von Johannes Brahms bestach im ersten Teil der energisch, kraftvolle Einstieg und dann die als Kontrast elegant ausgeführten Passagen. Der zweite Teil wurde sehr gefühlvoll, für ihre Verhältnisse fast schon sanft gespielt, während in den darauffolgenden energischen Fortepassagen, die dynamische Abstufungen im Spiel leider etwas auf der Strecke blieben. Im dritten Teil gab es dann wunderbare virtuose Läufe und einen fließenden, aber auch energischen Ton. Der vierte Satz bestach durch seine zauberhaften  dynamischen Abstufungen und ihrem eleganten Spiel, mit einem grandiosen Schlußton. Einer der Höhepunkte des Abends. Der fünfte Satz wurde dann überaus differenziert, bei separiert wirkenden Tönen, dennoch akzentuiert zum Besten gegeben. Der sechste Teil dann getragen gespielt, leider mit einem etwas lähmenden Einheitsforte, hier hätte man viel besser variieren können und müssen, etliches klang einfach zu ähnlich. Die energischeren gespielten Noten klangen auch hier eher separiert denn gebunden gespielt. Im siebten Teil dann wunderbare, virtuose Laufpassagen und dieser grandiose energische Schluß.  Nach der Pause dann von Maurice Ravel „Gaspard de la nuit“. Im ersten Teil bestach dieser perlende Ton, diese gute ausgeführten Triller und die virtuosen Läufe. Der zweite Teil wurde sehr getragen und gefühlvoll interpretiert und dann dieser traumhafte Ton, mit welchem dieser Satz ausklang. Im dritten Satz dann wieder gut ausgeformte Triller, und dann diese Leichtigkeit in ihrem Spiel, als ob es das einfachste von Welt wäre, diese überaus schwierig Komposition wiederzugeben. Großartig auch ihre dramatische Expressivität. Ein Abend, welcher den Verfasser trotz manch kleiner Einschränkung begeistert hat.

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Opernexperte
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