Bachelorprüfung von Jeehoon Park – Klasse Prof. Andreas Röhn (HfMT in Hamburg, 22.05.2018)

Vielleicht lag es an den Schuhen, wie manch einer munkelte. Bei der Violinensonate in C-Dur von Wolfgang A. Mozart gab es schon im ersten Satz, gleich zu Beginn die ersten Aussetzer. Danach kam sie in diesen auch nicht mehr rein. Besser dann der 2. Satz wundervolle gefühlvoll ausgedeutete Passagen. Im dritten missglückten dann die virtuosen Passagen,es hörte sich an als schrubbe jemand über die Saiten. Besser dann der Beginn der Partita II BWV 1004 von Johann Sebastian Bach, auch hier großartiger Beginn, man merkte ihr an, das sie die Musik fühlte, wundervolle dynamische Abstufungen bei den Pianopassagen, aber dann nach der Häflte des Stückes verließ sie die Kondition. Bei der Passage, in welcher  eine bestimmten Notengruppensatz immer wieder wiederholt werden muß. klang alles von der Dynamik her gleich, es folgten einige uncharmante Töne und ein wundervoller Triller am Ende. Der Höhepunkt des Abends war die Violinen Sonate von  Krysztof Penderecki, hier stimmte von der ersten bis zur letzten Noten alles. Die dynamischen Abstufungen, die Virtuosenpassagen, die gefühlvollen Passagen, sie ging in dieser Musik auf und das merkte man als Zuhörer. Die Fantasiestücke opus 73 von Robert Schumann klangen leider alle gleich schön, weniger spannend und interessant, es schien als würden diese einfach nur so technisch gespielt werden aber nicht interpretiert. Man spürte weder Zart, geschweige denn einen Ausdruck, es wurde leider auch nicht lebhaft und vom Feuer blieb nicht einmal die Glut übrig. Das letzte Stück wurde großartig gespielt, mit einer tollen Technik, wunderbar in den rasanten Passagen und auch vom Gefühl her war sie voll in der Musik drin, warum nur schaute dann Bernhard Fograscher am Klavier auf halber Strecke etwas ungehalten zu ihr hinüber? Vielleicht lag es daran, das im Programm die Intruduction et Tarantelle op. 43 von Pablo de Sarasate angekündigt war, die zumindest er gespielt hat. An dieser Stelle ein großes Kompliment an Bernhard Fograscher, ihr Klavierspiel an diesem Abend bei Mozart, Penderecki, Schumann und Sarasate war einfach nur großartig. Vielen Dank dafür.

Advertisements

Über godenrath

Opernexperte
Dieser Beitrag wurde unter 03.16. Hochschule für Musik und Theater Hamburg veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s