Wagner: Rheingold (Hamburg, 18.05.2018)

Der Verfasser besucht schon seit Jahren Wagner und Strauss Opernproduktionen gern in der Hamburgischen Staatsoper, da diese, bis auf einen fehlbesetzten Tannhäuser, immer durchgehend gut besetzt waren. Das ist leider nicht in jedem Opernhaus  während der letzten Jahre eine Selbstverständlichkeit,  wie Mitschnitte aus der Met, aus Wien, Berlin und München um jetzt nur ein paar negative Beispiele herauszugreifen, eindrucksvoll beweisen. Bis zu diesem Abend. Das Philharmonische Staatsorchester unter der Leitung von Christof Prick  sorgten für einen Wagnerklang der begeisterte. Dennoch ein Totalausfall, ein beinahe Totalausfall und drei bestenfalls akzeptabel besetzte Rollen sind einfach zu wenig. Wie konnte ein solche aneinander Reihung von Fehlbesetzungen passieren? Fangen wir mit der Erde an, gehen dann zum Wotan und schließlich zu Donner, Froh und der Flosshilde über. Das die Erda im Rheingold nicht mehr die jüngste sein muß, dürfte vielen Wagnerfreunden nicht neu sein, das sie aber schon so abgesungen klingend dargestellt werden muß, wie Doris Soffel, die nicht erst seit gestern ihren stimmlichen Zenit überschritten hat ( es gibt eine CD mit Normaauszügen, die das Verdeutlichen), sie sang, dürfte dann doch überrascht haben. Eine in vokaler Hinsicht inakzeptable Leistung, ein total Ausfall. Vladimir Baykov sang seinen Wotan laut, undifferenziert und neigte stellenweise zu einer offenen singweise, ebenfalls unakzeptabel. Donner gesungen von Kay Stiefermann und Froh gesungen von Oleksiy Paichykov, beides zwei ansonsten recht guten Sängern, waren  an diesem Abend  stimmlich mit ihren Rollen leicht überfordert gewesen, die Leistungen beider kann der Verfasser bestenfalls noch  als akzeptabel bewerten.  Als letztes die Flosshilde gesungen von Nadezhda Karyazina, leider neigte ihre Stimme stellenweise zu einem weniger charmant anmutenden Tremolo, ebenfalls weniger akzeptabel. Jürgen Sacher war als Loge einfach großartig. Thomas Ebenstein verstand es mit seinem Stimmtimbre und seiner Darstellung als Mime zu überzeugen, eine tolle Leistung. Werner von Mechelen war als Alberich ebenfalls großartig. Denis Velev und Alexander Roslavets überzeugten als Fasolt und Fafner. Katja Pieweck gelang eine grandiose Fricka und Julia Maria Dan gelang es als Freia zu überzeugen, eine ihrer besten gesanglichen Leistungen, seit der Verfasser sie als Rosalinde erleben durfte. Katerina Tretyakova, für Hayoung Lee einspringend, war ebenfalls phantastisch und auch Jenny Carlstedt, deren Stimme hervorragend mit der von Katerina Tretyakova harmonierte, gelang als Wellgunde, eine überzeugende Leistung. Gesamtbetrachtet leider ein durchwachsener Abend. Der Verfasser hatte sich hier deutlich mehr versprochen.

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