Christa Ludwig ( 16.03.1928)

Man mag es kaum glauben, aber es ist tatsächlich wahr, Christa Ludwig (Ich wäre so gern Primadonna gewesen) ist am 16.03.2018, 90 Jahre alt geworden, herzlichen Glückwunsch. Die in Berlin geborene Mezzosopranistin wurde erst durch ihre Mutter und später an der Musikhochschule in Frankfurt am Main ausgebildet. Als Prinz Orlowsky gab sie 1946 in Frankfurt  ihr Debüt und blieb dort bis 1952. Danach wechselte sie erst nach Darmstadt 1952-1954, dann nach Hannover 1954-1955 und kam 1955 schließlich an die Wiener Staatsoper, wo sie 1956 in der Uraufführung von Frank Martins Sturm sang. Es folgten Auftritte in Salzburg, Mailand, Hamburg, München, Brüssel, Rom, Chicago und New York. Zu einer ihre beeindruckendsten Rollen neben ihrer Ortrud ( die einzig, die nach ihr dieses hohe Niveau erreichte ist momentan Katja Pieweck), zählte ihr Auftritt in Gottfried von Einems Besuch der alten Dame. In ersten Ehe war sie mit Walter Berry, in zweiter dann mit Paul-Emilie Deiber verheiratet. Zu ihren wichtigsten Dirigenten zählte sie Karl Böhm, Herbert von Karajan und Leonard Bernstein. Mit Böhm  entstanden ihre Meilenstein setzenden Mozartaufnahmen, ihre Ortrud (u. a. ihre legendäre Ortrud von 1965 Live aus der Wiener Staatsoper) und eine Ariadne (Live in der Titelpartie),  mit Karajan ihre legendären Strauss Aufnahmen und mit Bernstein entstanden neben ihren grandiosen Mahler-Interpretationen und auch ihre Rosenkavallier Marschallin ein legendärer Brahms Abend, der zuletzt nur über Japan auf CD erhältlich war, jetzt aber in der neuen Warner Recitel Box mit etlichen Erstveröffentlichungen, die bisher weder ihren Weg auf die LP (mangels Spielzeit) oder auf die CD ( aus programmtechnischen Gründen) gefunden haben. Nicht zu vergessen ihre Leonore unter Otto Klemperer.  Eine ihre häufigsten Partnerinnen war Elisabeth Schwarzkopf (Cosi fan tutte, Der Rosenkavallier in Mono und Stereo, Matthäus-Passion, Verdi Requiem, Hänsel und Gretel, Capriccio und die Missa Solemnis). In  frühen Aufnahmen ist sie unter anderen noch in La Cenerentola, Die Schule der Frauen, Aida, Don Carlos, Rienzi ( neben Set Svanholm), Andrea Chenier, Undine, Fedora, Carmen, Palestrina, Samson et Dalila, Wozzek, Macbeth, Tannhäuser, Norma (neben Maria Callas) und Les Troyens zu hören. Zudem nahm sie zahlreiche Lieder auf u. a. von Schubert  darunter auch seine Winterreise, Mahler,  darunter auch das Lied von der Erde, Schumann u.a. Frauen Liebe und Leben, Wolf, Strauss, Brahms und auch von Pfitzner und Berg. Einer ihrer häufigsten Begleiter am Klavier (Studioproduktionen) war Gerald Moore Sie zählt zu einer der vielseitigsten Künstlerinnen der letzten Jahrzehnte und nahezu jede Aufnahme wird höchsten qualitativen Ansprüchen gerecht. Etliche ihrer Interpretationen gelten zu recht als unerreicht. 1993 gab sie ihren letzten Opernabend an der Metopolitan Opera und  am 24.04.1994 in Wien mit Charles Spencer am Klavier ihren letzten Liederabend. Alle hier aufgeführten Opern sind noch heute bei Universal, Warner, Premiere Opera oder auch operapassion erhältlich. Passend zu ihrem 90. Geburtstag sind jetzt zwei CD Boxen erschienen. Die erste beider Deutschen Gramophone bieten einen Querschnitt durch ihr dortiges Repertoire. Es umfaßt auszüge aus ihrer Matthäus Passion, dem Weihnachtsoratorium und der Messe in H-Moll, außerdem Auszüge aus ihrem Opernrepertoire unter der Leitung von Karl Böhm (Figaro, Cosi fan Tutte, Tristan und Isolde, Rosenkavallier, Herbert von Karajans (Rapsodie für Alt, Kindertotenlieder, 3 Lieder aus dem Lied von der Erde, Rückert Lieder, Messa da Requiem, Madame Butterfly, Falsstaff, Frau ohne SchattenFidelio und Götterdämmerung) und Lenonard Bernstein (Mahler 2.  und 3. Sinfonie, Bernsteins Candide, 1. Sinfonie und On the Waterfront. Ferner Auszüge aus ihrem Wagnerrepertoire (Walküre, Götterdämmerung, Parsifal) eine Arienzusammenstellung und die Schuberlieder Alben unter Irwin Gage, die Winterreise mit James Levine am Klavier, leider nur ihre Lieder aus dem Liederkreis op. 39 ( die von Walter Berry gesungenen wurden wiedereinmal nicht Neuveröffentlicht), Mignon Lieder und die von gesungenen Lieder aus Wolfs italinienischem Liederbuch. Durch diese Box bekommt der Hörer einen hervorragenden Überblick über die vielseitigkeit dieser Künstlerin, schade nur das hier die Chance nicht wahrgenommen wurde den kompletten Liederkreis und das komplette italienische Liederbuch von Hugo Wolf zu veröffentlichen. Die Box unmfaßt 12 CDs. Warner hingegen hat auf 11 CDs ihre gesamten Solorecitel veröffentlicht und einzelne CDs durch unveröffentlichte Tracks, die ihren Weg dann doch nicht auf die LP gefunden haben, ergänzt. Mit dabei unter anderen Schumann Frauen Liebe und Leben, Brahms Zigeunerlieder, 17 Schubert Lieder mit Geoffrey Parsons am Klavier, 16 Brahms Lieder ebenfalls mit Geoffrey Parsons, dann Mahers Lied von der Erde, dann das legendäre Mahler Recitel mit Gerald Moore und wie eingangs bereits erwähnt den legendären Brahmsabend mit den Zigeunerliedern am Klavierbegleitet von Leonard Bernstein. Mit dieser Recitelsammlung wird einmal mehr belegt, warum Christa Luwig zun den größten Liedinterpretinnen dieser Zeit gehört.

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