Giuseppe Verdi: Otello Salzburg 19.03.2016; Cura, Röschmann, Alvarez, Thielemann (DVD, Premiere Opera)

Endlich fand der Verfasser die Zeit in diese DVD hineinzuschauen und das Ergebnis war leider ernüchternd. Wie nicht anders zu erwarten, erwartete den Verfasser von der Sächsischen Staatskapelle (mittlerweile auf dem Niveau der Wiener Philharmoniker angekommen, die schon seit einigen Jahren einen überwiegend sterbenslangweiligen Orchestersound als Aushägneschild vor sich her tragen) unter der Leitung von Christian Thielemann ein Orchesterklang auf Festspielniveau. Opulent, etwas eingeebnet, nur nicht zu aufbrausend und energiegelanden, um die wohlsituierten Damen und Herren (meist reiferen Alters) nicht zu sehr zu beanspruchen. Kurz um, es mutet etwas langatmig an. Wahrscheinlich hatte man dort vor Ort, anders als wie es Herr Brug als wohlunterrichteten Quellen über die Elbphilharmonie erfahren haben muß (Welt vom 11.01.2018), wohl das Rettungsanitäterequipe noch nicht aufgestockt. Jose Cura, live wesentlich bezwingender, gab einen Otello, der trotz der einen oder anderen  Intonationstrübung überzeugend und bezwingend war. Dorothea Röschmann gab eine eher ergreifende, denn schön gesungene Desdemona. Nicht immer so ganz jugendlich und unschuldig vom Stimmklang her, aber das muß ja auch nicht immer sein. Carlos Alvarez klang als Jago elegant und leider etwas zu handzahm. Christa Mayer als Dedemona, Georg Zeppenfeld als Lodovico und Benjamin Bernheim als Cassio gelangen überzeugende Rollenporträts. Die Bühne war überwiegend kahl und stellenweise zu dunkel(Regie: Vincent Boussard), hin und wieder zog ein schwarzer Engel des Todes über die Bühne. Die Darsteller wurde von Christian Lacroix ausgestatet. Der Verfasser erlebte schon spannendere Otelloabende. Dieser Otello wird einem wohl kaum nachträglich in Erinnerung bleiben, es sei denn die Eintrittskarten wären sündhaft teuer gewesen. Salzburg scheint offensichtlich aus musikalisch, kultureller Sicht betrachtet auch keine Reise mehr wert zu sein.

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Opernexperte
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