Alexandre Tharaud: Barbara (Warner)

Eine Hommage an eine der größten Chanteusen neben Edith Piaf und Giuliette Greco, die Rede ist von Barbara. Viele Chanson die sie so unverwechselbar gemacht hat, werden auf diesem Album neu eingesungen, mit dem überaus einfühlsam begleitenden Alexandre Tharaud, der exakt den richtigen Tonfall trifft. Dominique A. trifft genau den richtigen Tonfall um mit seinem Charme das „C’est Enfant“ lebendig werden zu lassen. Camelia Jordana besitzt diese typische französische Kleinmädchenstimme in „Septembre“. Juliette hat für „Mes hommes“ ebenfalls den richtigen Ton. Vanessa Paradies beweist in „Du bout les levres“, das sie sich von der „Kindfrau“ (von der Stimme her) in eine ernstzunahmende Chanteuse verwandelt hat. Bei Jean Louis Auber (Viviant poeme) und Tim Dup (Pierre) findet die  Textausdeutung eher auf der Gesangssprechstimmenebene statt, während Radio Elvis (A mourir pour mourir) schon wieder eher in Richtung Gesang geht. Benabar gelingt bei „Y’aura du monde“ eine überaus gefühlvolle, berührende Interpretation. Jane Birkins „La-bas“ setzt auch eher auf eine Liedinterpretation die über die Gesangssprechstimme funktioniert. Albin de la Simone (C’est trop tard) interpertiert mit ihrer Sprechstimme. Rokia Traoré (Au bois de Saint-amand) besitzt ein Stimmtimbre, an das man sich gewöhnen muß, eine interessante Interpretation, ebenso wie Juliette Binoche bei „Vienne“ mit Ranaud Capucon an der Violine. Hindi Zahras Interpretation von“Dis quand reviendras-las“ ist ein wenig jazzig angehaucht. Grandios was Guilllaume Gallienne aus „Les Amis de Monsieur“ macht. Luz Casal legt mit „Attendez qua ma joie revienne“ ebenfalls eine beeindruckende Interpretation vor. Auf der 2. CD interpretiert Julliete Binoche „O mes theatres“ einfach großartig mit der Sprechstimme. Bei den nächsten Stücken hören wir Roland Romanelli (Nantes, Le bel age, Remusat) wie er gefühlvoll den Chansons mal mit Alexandre Tharaud (Klavier), mal mit Michel Portal (Klarinette; in Ce Martin la, Ma plus belle histoire d’amour, schlicht weg grandios) neues Leben einhaucht.  Babr ist in „Mon enfance“ einfach umwerfend. Jane Birkin Version von „So fleur la bas“ gelingt überaus gefühlvoll und berührend. Zum Abschluß spricht Helmut Berger eine deutsche Fassung des Chanson „Göttingen“. Eine würdevolle, mitreißende Hommage an eine der ganz großen Chanteusen. Und wer denk es gäbe heute keinen Nachwuchs auf dem Gebiete des Chanson, der sollte sich auf Youtube einmal anhören was Agoney Hernandez ( der Verfasser hat diesen Sänger an Warner empfohlen) aus dem Gainsborough Chanson „Je suis venu te dire que je me’n vais“ herausholt und sich dabei Vergegenwärtigen, das dieser keineswegs Franzose sondern Spanier ist.

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