Johann Wenzel Kalliwoda: Symphonien 2 und 4 (CPO)

Die auf dieser CD vorgestellten Werke des tschechischen Komponisten Johann Wenzel Kalliwoda (1801-1866) erinnern von der musikalischen Charakteristik her, ein wenig an Franz Schubert, seinem österreichischen Zeitgenossen, also an die Klänge der frühen Romantik des 19.Jh. Die Kölner Akademie serviert, unter der Leitung von Michael Alexander Willens, einen perfekt ausbalancierten, spannungsgeladenen und besonders interessanten Orchesterklang, der vor allem durch die Bläserpassagen gebildet wird. Der Streicherklang mutet leicht angeraut an. Im ersten Satz gibt es zum Ende eine mitreißende Beschleunigung. Das Larghetto wird kurz darauf traumhaft schön ausgedeutet, wobei der Bläser- und Streicherklang ein wenig an Stilelemente des Barock erinnern. Auch hier ist der Streicherklang rau und fordernd. Der letzte Satz mutet zwar beschwingt, dennoch aber etwas nachdenklich an. Die Heiterkeit wirkt nicht so ganz unbeschwert. Die 4. Sinfonie überrascht, verglichen mit der 2. Sinfonie, mit einem feierlich anmutenden Grundton. Manche musikalische Passage erinnert den Verfasser ein wenig an die Oper Carmen von Georg Bizet, wobei diese natürlich später die Opernwelt bereicherte (1875). Angereichert wird die CD gleich zu Beginn mit der Ouverture  No 17 op. 242. Ein Komponist, dessen musikalisches Schaffen man sich unbedingt erschließen sollte, insbesondere, wenn diese Musik so hervorragend interpretiert wird, wie auf dieser CD.

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