Bachelorprüfung Constanze Hosemann (Hamburg-Harburg; Rathaus, 06.07.2017)

Die junge Sopranistin, Constanze Hosemann, ausgebildet von Prof. Geert Smits an der Musikhochschule, Hamburg,  besitzt eine Bühnenpräsenz und einen Charme, von der manch eine etablierte Opernsängerin nur träumen kann. Zudem verfügt sie über eine beeindruckend gut durchgebildete Stimme, eine prägnante Höhe mit Charme und eine betörende Tiefe. Ihre Interpretation der Telemann Kantate „Machet die Tore weit“ TWW 1:1075, hatte großes Format, zumal sie, anders als viele Oratoriensängerinnen, über ein prägnantes Stimmtimbre verfügt. Gleiches galt auch für „Missa brevis Sancti Joannis de Deo“ von Joseph Haydn. Das „Crucifixion“ von Samuel Barber gelang ebenso exquisit. Grandios, dann die Arie der Armida „Vo‘ far guerra“ aus Händels‘ „Rinaldo“. Beeindruckend ihre Liedinterpretation mit Tiefgang und einem Gespür für die französische Sprache, bei den Liedern „L‘ Invitation au voyage“ und das „Chanson triste“ von Duparc. Ihr Spiel mit der deutschen Sprache und ihr umwerfendes, schauspielerisches Talent, konnte sie dann bei den Liedern „Wer rief dich denn?“ und „Wohl kenn ich Euren Namen“, von Hugo Wolf unter Beweis stellen: Ein Höhepunkt des Abends. Ebenbürtig in Gesang und Darstellung dann die Arie der Frau Fluth „Nun eilt herbei“ aus Nicolais‘ „Die lustigen Weiber von Windsor“. Selten hört man  diese Arie so nuanciert und hervorragend im Detail ausgearbeitet, wie an diesem Abend. Diese Künstlerin könnte schon heute auf jeder größeren Bühne bestehen. Als Zugabe stellte sie dann den Gospelchor- Projekt St. Andreas- unter der engagierten und professionellen Leitung von Jasmin Rasch vor, dem sie gesanglich und, wie man erleben durfte, sehr freundschaftlich verbunden ist. Zwei hinreißend expressiv vorgetragene Gospelsongs vermittelten, dass Constanze Hosemann auch über eine beeindruckende Jazz-und Bluesstimme verfügt, die ihre große Ausdrucksskala abrundet. Die letzte große, international bedeutende Sängerin, die auf einzigartige Art und Weise  beide Gesangstechniken/Richtungen beherrschte und perfekt umsetzen konnte, war Eileen Farrell. Exzellent und einfühlsam wurde Constanze Hosemann von Prof. Csilla Schulter am Klavier begleitet.
Diese Bachelorprüfung war mehr als der Abschluss einer 4-jährigen Ausbildung an der Hamburger Musikhochschule. Sie vermittelte eine bereits in Stimme, Darstellung und Präsenz professionelle Künstlerin, von der die Leser und der Verfasser noch auf hohem Niveau zukünftig hören (und sehen) werden.
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Opernexperte
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