Giacomo Meyerbeer: Die Hugenotten – Deutsche Oper Berlin 1991 (DVD, Arthaus Musik)

Unter der Leitung von Stefan Soltesz rückte das Orchester der Deutschen Oper Berlin die Musik Meyerbeers‘ stellenweise ein wenig in den Bereich der Operette; hier hätte so mancher musikalische Akzent etwas dramatischer ausfallen dürfen. Das ca. zweieinhalbstündige Werk wurde in einer von Ignatz Franz Castellli eingerichteten, deutschen Fassung gegeben. Richard Leech war in der Rolle des Raoul sensationell; mit seinem schlanken Tenor gelang es ihm, frei von jeglichen veristischen Effekten, zu denen dieser Sänger leider manchmal neigt, zu singen und darzustellen. Seine Romanze aus der zweiten Szene des ersten Aktes, gesungen mit gefühlvollen Akzenten und strahlend in der Höhe, gelang zu einem Kleinod, das seinesgleichen sucht. Angela Denning, mit einer Frisur, die auch einem Pudel alle Ehre gemacht hätte, gelang als Margarethe eine gelungene und in der Schlußszene auch ergreifende Rollenausdeutung. Lucy Peacock bestach als Valentine. Hartmut Welker war von der Stimmführung her als Graf von Saint-Bris leider weniger trefflich besetzt; hier hätte mit etwas mehr Eleganz gesungen werden müssen. Camille Capasso gab den Urban und Martin Blasius sang den Marcel. Die knallbunte Inszenierung, besonders hervorzuheben wäre hier die Szene am Swimmingpool, stammt von John Dew.
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Opernexperte
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