Richard Wagner: Der fliegende Holländer ( Met 29.04.2017; Radioübertragung)

Das Orchester der Metropolitan Opera New York ist für seinen opulenten, teilweise leider aber auch weniger spannungsgeladen Klangcharakter bekannt. Dennoch gelang es Yannick Nezet Seguin hier den einen oder anderen dramatischen Akzent innerhalb seines überaus differenziert anmutenden Wagnerklangbildes zu setzen. Amber Wagner, die dem Verfasser zuletzt in einem Ariadne Mitschnitt auffiel (wurde hier besprochen), war mit ihre opulenten, ebenmäßigen Stimme eine Senta der extra Klasse, grandios wie es ihr gelang diese Rolle zu gestalten. Eine Senta dieses vokalen Kalibers bekommt man als Zuhörer nicht alle Tage geboten. Jay Hunter Morris war mit seinen schlanken Tenor ein hervorragender Erik. Franz Josef Selig gestaltete einen überaus differenzierten Daland und Michael Volle hätte für die Rolle des Holländers vielleicht eine kleine Spur dämonischer klingen können, gesamt betrachtet dennoch eine in sich schlüssige Interpretation. Ben Bliss, dem der Verfasser zuletzt als Cassio während eines Otello aus Cincinetti auffiel (Besprechung auf dieser Seite) sang den Steuermann und Dolora Zajick war als Mary zu hören. Der Chor war was die Diktion und die dramatische Ausgestaltung innerhalb der Chorszenen anbelangt ebenfalls hervorragend. Ein Wagenabend der so gut wie keine Wünsche offen ließ.

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