Gustav Mahler 8. Sinfonie ( Elbphilharmonie 01.05.2017)

Bruckner und Mahler allerorten! Da kann die neue Elbphilharmonie, Hamburgs‘ „Teure Halle“ (Wagner läßt grüßen) im Monat 5 der örtlichen, neuen philharmonischen Zeitrechnung natürlich nicht abseits stehen.
Zuvor ein kurzer Rückblick.
Mit Bruno Walter begann nach dem Tode des Komponisten die große Mahler Renaissance. Bruno Walter lernte Gustav Mahler in Wien noch persönlich kennen, um sich aus erster Hand über eine stimmige Interpretation seiner Werke informieren zu können.  Leonard Bernstein gelang es dann, dieses einmal beim Zuhörer erweckte Interesse am musikalischen Schaffen von Gustav Mahler wach zu halten. Dieser begnadete Dirigent und Komponist sorgte dafür, dass der bei dieser Serie für den erkrankten Kent Nagano eingesprungene  Dirigent, Eliahu Inbal (1936 in Jerusalem geboren) ein Stipendium für eine weitere Ausbildung in der Dirigentenklasse des Conservatoire de Paris erhielt, um dort Kurse von Sergiu Celibidache und Franco Ferrara besuchen zu können. Vor diesem Konzert hatte sich Eliahu Inbal bereits einen Namen als Mahler-Dirigent gemacht, indem er mit dem  Frankfurter Museumsorchester alle Mahlersinfonien auf CD einspielte.
Die Elbphilharmonie war auch an diesem Abend bis auf den letzten Platz ausverkauft, was seit der Eröffnung im Januar die uneingeschränkte Regel ist. Auch bei einer dreifachen Sitzplatzkapazität wäre das wohl so. Das Philharmonische Staatsorchester Hamburg sorgte für ein spannungsgeladenes und transparentes Klangbild; kurz gesagt: den Zuhörer erwartete ein Mahlerklangteppich der Extraklasse. Eliahu Inbal verstand es immer wieder, mit imposanten Orchesteraufschwüngen und zauberhaften Piani das Publikum zu begeistern; kaum einer der Anwesenden schien es an diesem Abend gewagt zu haben, zu husten, oder mit Papier zu knistern. Bei den Sopranen sorgten Sarah Wegener, Jacquelyn Wagner, die in der Staatsoper bereits als Figaro Gräfin zu erleben war und Heather Engebretson und bei den Mezzi Daniela Sindram und Dorottya Lang für eine exzellente, gesangliche Interpretation und eine charmante weibliche Note. Der Tenor Burkhard Fritz klang zum Ende hin ein wenig angestrengt; die Höhe wirkte etwas gepresst. Bei den Herren rundeten desweiteren Kartal Karagedik (Bariton) und Wilhelm Schwinghammer (Bass) das Solistenensemble beeindruckend ab. Grandios, auch der Chor der Hamburgischen Staatsoper, die Hamburger Alsterspatzen und der Staatliche Akademische Chor Latvija. Zum Ende hin, wurden dann  erst eine Sopranstimme und kurz darauf  einige Bläser auf der linken Seite in Höhe Reihe 15 positioniert, um den Klangeffekt zu vergrößern.  7 Stelen, von der Künstlerin Rosaly, von der Decke hinter dem Orchester herabhängend installiert,  illuminierten mit sanften Farbgebungen das musikalische Geschehen.
Ein grandioser Mahler-Abend, der noch sehr lange in Erinnerung bleiben wird. .

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Opernexperte
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