Francis Poulenc: Dialogues des Carmélites (Hamburgische Staatsoper: 21.04.2017)

Der französische Klangzauber, den Kent Nagano mit den Philharmonikern Hamburgs an diesem Abend entfalten konnte war grandios. Mit der Besetzung von Hayoung Lee als Blance gelang ein weiterer Glückstreffer, ihr gelang eine berückende Rolleninterpretation. Ebenfalls erfreulich, das nach einer phänomenalen Elsa (ohne Keuschheitsgürtel geklapper) die Sopranistin Emma Bell an die Hamburgische Staatsoper, dieses mal in der Rolle der Madame Lidoine zurückgekehrte und ebenfalls eine großartiges Rollenporträt vorlegte. Das Doris Soffel in der Rolle der Madame de Croissy eher eine überzeugende Charakterstudie vorlegte und dabei allerdings gesanglich den in der Partitur vorgesehen  Noten kaum noch Beachtung schenkte, dürfte kaum überrascht haben. Dennoch die Rechnung ging auf, ein überzeugendes und teilweise auch ergreifendes Rollenporträt. Dovlet Nurgeldiyev, der „Startenor“ der Hamburgischen Staatsoper war auch an diesem Abend mit seinen außerordentlichen musikalischem Feingefühl und seinen hervorragenden stimmlichen Möglichkeit wieder einmal ein Lichtblick. Katja Pieweck war als Mére Marie wie immer in bestechend guter Form. Christina Gansch konnten an diesem Abend in der Rolle der Soeur Constance überzeugen. Der Marquise de la Force wurde von Marc Barrard großartig interpretiert. In weiteren Rollen überzeugten Heike Grätzinger als Mére Jeanne, Susanne Bohl als Soeur Mathilde, Jürgen Sacher als L’Aumonier, Zak Kariithi als L’Officer, Sergei Ababkin als Premier Commissaire, Alin Anca als Deuxieme Commissair, Peter Veit als Thierry, Mark Bruce als M. Javelinot, Roger Smeets als Le Geolier und Ines Krebs als La Voix. Um so bedauerlicher, daß das Haus trotz hervorragender Besetzung nur halb voll war. Zum Vergleich, Mahlers 8. in der Elbphilharmie ist dreimals ausverkauft. Ein weiteres Versagen der Hamburger Kulturbehörde bei der Vermarktung der Staatsoper?

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