Benjamin Appl: Heimat (Sony)

Anders, als dem Kritiker Manuel Brug (Die Welt), blieb dem Verfasser die musikalisch-sängerische „Handschrift“ des mittleren Dietrich Fischer-Dieskau (DG) nicht verborgen. Es ist selbstverständlich, dass ein junger Sänger  noch nicht so maniriert klingen kann wie ein Sänger, der die sechzig schon überschritten hatte und dessen stimmliche Mittel schon deutlich nachgelassen hatten, wie in den späteren Dietrich Fischer-Diskau Aufnahmen zu hören ist. Die sichtliche Überraschung des Herrn Brug, dass der deutsche Bariton  Benjamin Appl (Jhg. 1982) auf seiner aktuellen CD also nicht so klingt, sind hier beim besten Willen nicht nachvollziehbar. Die Texte werden, anders als zum Beispiel von Gerard Souzay, eher intellektuell- musikalisch aufbereitet. Mit einem ausgesprochen feinsinnigen Texteinfühlungsvermögen werden die einzelnen Lieder  von Schubert‘ Seligkeit, Der Einsame, Der Wanderer, Brahms‘ Wiegenlied, Schrekers‘ Waldeinsamkeit, Wolfs‘ Verschiedene Liebe, Strauss‘ Allerseelen, aber auch englische Lieder von Britten, Williams, Bishop, Warlock und Ireland, sowie Lieder von Grieg und Poulenc zelebriert. Eine anspruchvolle und ansprechende Liedersammlung, die nicht nur Freunde des Liedgesanges interessieren sollte.

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Opernexperte
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