Vincenzo Bellini: Adelson E Salvini (Opera Rara)

Dieses ist nach der 1985 erschienenen Produktion von Bongiovanni und der 1992 von Nuova Era, die  dritte Veröffentlichung dieses Werkes. Vielen Lesern dieser Seite wird der Tenor in dieser neuen, von Opera Rara veröffentlichten Einspielung von Bellinis‘ Erstlingswerk „Adelson E Slavini“ längst kein Unbekannter mehr sein: Enea Scala, die Luxusbesetzung  kleinerer Rollen in etlichen Produktionen, nunmehr in einer Hauptrolle als Salvini. Mit seinem lyrischen, höhensicheren, geschmackvollen Tenor, der über eine sichere Koloraturtechnik und einer grandiosen Virtuosität verfügt, bietet er dem Hörer ein beeindruckendes Rollenporträt. Daniela Barcelona singt mit ihrem charmant anmutenden Mezzo sehr gelungen die Rolle der Nelly. Die große Arie der Nelly im ersten Akt erinnert musikalisch ein wenig an die Romanze der Julia aus I Capuleti e i Montecchi.  Rodion Pogossov, der schon in Hamburg als Rodrigo (Don Carlos) und an der Met als Guglielmo für Furore sorgte, bietet uns hier als Colonel Struley ein grandioses Rollenporträt. Sein Charme, und die  Eleganz, mit der er musikalische Phrasen zum Klingen bringt, begeistern. Mit seiner pointiert, ironischen Art der Rolleninterpretation, stellt der Bass Simone Alberghini für diese Produktion eine immense Bereicherung dar. Die Arie des Bonifacio im zweiten Akt erinnert ein wenig an Don Pasquale und wird von Maurizio Muraro sehr humorvoll interpretiert. Das homogene Ensemble wird mit David Soar als Gerontio, Leah Marian Jones als Madame Rivers und Kathryn Rudge als Fanny hervorragend abgerundet. Was dieses Werk von den späteren Werken Bellinis‘ unterscheidet ist, dass es nicht durchkomponiert und leider etwas dialoglastig ist.
Dennoch ist es sehr hörenswert und mit dem Reiz verbunden, ein Erstlingswerk eines großen Komponisten zu erleben und es mit seinen späteren, so bedeutenden Opern wie u.A. der „La Sonnambula“, „Norma“ und „I Puritani“ zu vergleichen.
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Opernexperte
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