Weltklassik am Klavier – Die Hammerklaviersonate! – Ilya Rashkovskiy (Harburg, Speicher am Kaufhauskanal 19.03.2017)

Im Rahmen der Konzertreihe „Weltklassik am Klavier“ (In diesen Monaten jeweils am 3. Sonntag im Monat) im Harburger Speicher am Kaufhauskanal, war wieder ein besonders talentierter Künstler zu Gast. Der russische, schon mehrfach in Wettbewerben und bei internationalen Auftritten erfolgreiche Pianist Ilya Rashkovskiy, widmete sich einem sehr anspruchsvollen Programm mit Werken von Rachmaninov und Beethoven.
Im ersten Teil interpretierte er besonders eindrucksvoll 10 Preludes op. 23 von Rachmaninov, von denen insbesondere das Stück Nr 5 rhythmisch und in der musikalischen Deutung sehr akzentuiert, mit einem energischen Spiel genau auf den Punkt gebracht wurde. Das darauffolgende Prelude Nr. 6 war mit den virtuosen Trillern und deutlich weicherem Anschlag das reinste Kontrastprogramm zum Stück zuvor. Insgesamt eine spannende und ausdrucksstarke Interpretation dieser 10 Preludes, wobei unverkennbar der dynamische und bisweilen sehr energiegeladene Anschlag des Künstlers vorherrschte.
Nach der Pause folgte dann die Sonate Nr. 29 B-Dur op.106, die sogenannte Hammerklaviersonate von Ludwig van Beethoven. Die Pianostellen gerieten sehr leise, geradezu zurückhaltend und bei den Fortestellen fühlte sich der Verfasser bei soviel Energie an einen Satz von Heinz Ehrhard erinnert, der in leicht abgewandelter Form nach den ersten beiden Sätzen hätte lauten können: „Und welchen Flügel nehmen wir jetzt“?. Das Adagio hingegen, war die Sensation des Abends. Atemlos lauschte man hier diesem grandiosen Spiel, diesem Feingefühl in den dynamischen Abstufungen: hier entstand ganz große Kunst; besser kann man diesen Satz wohl nicht interpretieren, schlicht und ergreifend gesagt: Fulminant. Der 4. Satz mit der wundervollen Fuga im Allegro risoluto, wurde mit einer ungestümen Energie, einer Brillianz und kaum zu fassenden Virtuosität gespielt, die jeglichen kritischen Kommentar ad absurdum führen würde. Auch hier, einfach grandios; Einwände wären hier beckmesserisch; es hieße hier, mit Gewalt die Nadel im Heuhaufen finden zu wollen. Als Zugabe spielte Ilya Rashkovskiy dann noch den letzten Satz aus der sogenannten Sturmsonate von Ludwig van Beethoven: melodiös, mit energischen Einschüben und wunderbar ausbalancierten Melodiebögen. Ein spannender Abend mit interpretatorischem Kontrastprogramm, mit dem Ilya Rashkovskiy die ganze Bandbreite seines Könnens unter beweis stellen konnte. Auch eine bestandene Bewährungsprobe für den neuen Bechsteinflügel des Speichers

 

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