Giuseppe Verdi: I Due Foscari; Scala 25.02.2016; Domingo, Meli, Pirozzi, Concetti, Milletti, Isotton, Rze-Zade, von Orlowsky; Mariotti (DVD, Premiere Opera)

Sicherlich wird man Herrn Mende, nach seiner verbalen Einladung ( ausgesprochen bei Bel Canto letzten Samstag zwischen 12 Uhr und 13 Uhr ) ihm bei seiner Behauptung, Don Carlo wäre Giuseppe Verdis dramatischte Oper  wiedersprechen zu wollen, nur zu gern nachgekommen sein. Insbesondere angesichts seiner Otellos, seiner Luisa Miller, seines Macbeth und seines Attila. Unumstritten hingegen scheint hingegen in Fachkreisen die Meinung vorzuherrschen, das es sich bei seiner Oper I due Foscari um sein wohl düsterstes Werk handelt. Placido Domingo hat die Rolle des Dogen durch sein teilweise eher rhetorisch anmutenden Interpretationsstil geprägt, was auch darin begründet liegt das er bereits seit einigen Jahren mit dieser Rolle um die Welt tourt. Sie zählt im Hinblick auf seine Altersrollen zweifelsohne zu seinen Paraderollen. Auch an diesem Abend gelang ihm zum wiederholten male eine ergreifende Interpretation. Die Sterbeszene in dieser Inszenierung erinnerte den Verfasser allerdings eher an die des Boris Godunov, denn an den Dogen von Venedig. Francesco Meli als Jacopo Foscari gelingt mit seinem lyrisch, dramatischen Tenor und seinem Schmelz in der Stimme eine hervorragende Rollenumsetzung. Anna Pirozzi ( der Verfasser fragt sich schon seit einiger Zeit, wie es in  den letzten Jahren zu einer “ Schwemme“ an hochbegabten Sopranistinnen kommen konnte) ist mit ihrer runden expressiven Stimme als Lucrezia eine Idealbesetzung. Eine Rundum gelungene Rolleninterpretation, sowohl in den dramatischen, sowie auch in den lyrisch ergreifenden Passagen. Andrea Concetti gelingt mit seiner düsteren Stimme eine gelungene Rolleninterpretation des Jacopo Loredano. Edoardo Milletti singt den Barbarigo, Chiara Isotton die Pisana, Azer Rza-Zade den Fante und Till von Orlowsky den Servo. Michele Mariotti gelingt mit dem Orchester der Mailänder Scala ein düsterer Verdiklangteppich. Die Inszenierung ist gegenständlich, zum Ende ein riesiges Bett in welchem der Doge tot zusammenbricht. Die Kostüme sind zum Teil aufwendig, zum Teil aber auch eher schlichter gehalten. Gesamtbetrachtet eine gelungene Produktion.

 

 

 

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