Weltklassik am Klavier – Von Waldstein zu Chopin – fast pur; Alexey Lebedev (Hamburg-Harburg: Speicher am Kaufhauskanal, 19.02.2017)

Heute ist Ihr Glückstag: Das verhieß dem Verfasser zumindest die Botschaft eines chinesischen Glückskekses. Erst fuhr wegen eines Feueralarmes im Bahnhof Jungfernstieg keine U-Bahn mehr zum Hauptbahnhof und vom Berliner Tor aus keine S-Bahn bis Harburg-Rathaus wegen Signalbauarbeiten; es wurde ein Busersatzverkehr angeboten. 5 Minuten vor Beginn der Veranstaltung erreichte der Verfasser selbige. Soviel zu diesem Thema.
Das Ambiente in diesem riesigen Holzspeicher am Kaufhauskanal in Harburg war, wie immer, sehr beeindruckend. Herr Brinker fand wieder einmal die passenden, einleitenden Worte, diesmal über den in San Petersburg gebürtigen und in Hannover am Klavier ausgebildeten Alexey Lebedev. Sein Spiel bestach durch eine enorme Eleganz und Stilsicherheit. Die Waldsteinsonate von Ludwig van Beethoven wurde mit perlenden Trillern gespielt; in ihrer Leichtigkeit  nicht so ganz unbefangen, sondern eher überlegt und einen gewissen Hauch von Melancholie verströmend. Eine grandiose, fesselnde Umsetzung.  Das den ersten Teil abschließende Rondo a la Mazur F-Dur op. 5 von Frederic Chopin erklang mit einer in Begeisterung versetzenden Eleganz. Im zweiten Teil folgten dann, ebenfalls von Frederic Chopin, 12 Etuden aus dem Buch II op. 25; grandios in den dynamischen Abstufungen interpretiert und zum Abschluß dann der energische 3. Satz aus der Klaviersonate Der Sturm von Ludwig van Beethoven. Im Gegensatz zu Sam Armstrong und Mikhail Mordvinov, die schon in den Wochen zuvor im Speicher mit ihrem Können brillierten und  bei diversen Interpretationen mit ihrem  ungestümen Temperament begeisterten, war es hier die Zurückgenommenheit, die Weichheit und auch die Eleganz in den dynamischen Abstufungen, die begeisterten. Ein denkwürdiger, später Sonntagnachmittag und ein Glück, dass es dem Verfasser, allen Widrigkeiten zum trotz, doch noch gelungen war, vor Konzertbeginn den Spielort zu erreichen.

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