GiuseppeVerdi: La Traviata, Wien 29.11.2016, Castronovo, Rebeka, Hvorostovsky; Scappucci (DVD, Premiere Opera)

Anders als z.B. Simone Young, scheitert die Dirigentin Speranza Scappucci, wie so viele vor ihr, an der tückischen Partitur von Verdi’s La Traviata mit den Wiener Philharmonikern. Auch sie wählt einmal mehr für den zweiten Teil des zweiten Aktes zu forsche, überhetzt wirkende Tempi. Auch sie hat es nicht verstanden, das man bei den gesanglichen Einwürfen Violettas in diesem Akt das Tempo entschieden drosseln muß. Ansonsten eine beachtliche Leistung. Ärgerlich zu dem, daß das Orchester wieder einmal nur Oberflächlich und mit zu wenig Tiefgang dieses Werk als Pflichtübung herunterspielt. Marina Rebeka gelingt mit ihrem einzigartigen Timbre eine ergreifende Interpretation der Violetta. Auch ihr gelingt es zum Ende des 1 Aktes die Koloraturen sauber und exakt zu setzen und hebt sich somit erfrischend von manch anderen Sängerinnen, die dieses weniger gut verstanden haben, ab. Charles Castronovo gelingt mit seinem eher charakteristischen Stimmklang und einer etwas eingeschränkten Höhe ein überzeugendes Rollenporträt des Alfredo. Dmitri Hvorostovsky ist als Giorgio Germont leider etwas zu uncharmant. Das Bühnenbild ist gegenständlich wenn auch  weniger opulent ausgeschmückt und auch die Kostüme wirken eher schlichter, verglichen mit der Produktion von Sofia Coppola aus Rom. Selbst die Kronleuchter sind hier kleiner und wesentlich dezenter.

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