Leos Janacek: Jenufa, Malmö 2011, Marko Ivanovic (Arthaus Musik)

Nicht nur das Vorspiel klingt düster, auch die kahle Landschaft, die eingeblendet wird, wirkt kalt und irgendwie unwirklich. Das Orchestra of the Malmö Opera, unter der Leitung von Marko Ivanovic, (warum ist dieser Dirigent in diesen Breitengraden nicht bekannter) sorgt für einen grandiosen Klangteppich: düster, deprimierend, ergreifend. Erika Sunnegardh gibt eine lyrische, ergreifende Jenufa, die berührend und mitreißend zugleich ist; kann ihre Stimme aber auch bis ins Hochdramatische steigern, ohne dass sie an Prägnanz verliert.  Das besondere, verletzlich wirkende Timbre ihrer nordischen Stimme machen ihre Interpretation der Jenufa zu etwas besonderem. Daniel Frank (Laca)besitzt eine dunklere Stimme mit einem Klang voller dramatischer Intensität, die sofort begeistert. Ingrid Tobiasson gibt als Stafenka Buryjovska eine bezwingende Charakterstudie. Per Hoyer besticht als Starek. Grandios die Intensität, mit welcher es Gitta Maria Sjöberg gelingt, die Rolle der Kostelnicka Buryjovska mit Leben zu erfüllen. Der Tenor Joachim Bäckström gibt mit seiner eher dunkler getönten Stimme einen überzeugenden Steva. Eine bezwingende und zugleich ergreifende Jenufaproduktion die ihres gleichen sucht. Spannend und mitreißend von der ersten bis zur letzten Minute.

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Opernexperte
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