Duo Tsuyuki & Rosenboom: Totentanz – Lizst Symphonic Poems – Piano 4 Hands (Odradek)

Der Beginn der CD klingt, als würde ein Orkan aufziehen; unsentimental; beinahe etwas gnadenlos beginnen die Paraphrasen on Dies irea aus dem Totentanz. Man meint, dem Tod förmlich gegenüberzustehen. Eine Eiseskälte breitet sich aus. Man ist berührt und gleichzeitig wirkt diese Musik verstörend. Und dann plötzlich diese grandiose, unerwartete Virtuosität und perlenden Triller: ein mitreißender Kontrast. An einer Stelle hat man das Gefühl, der Tod scharrt bereits an der Tür. Ein anderes mal scheint er leibhaftig, in freudiger Erwartung um das Haus herum zu tanzen. Eine grandiose Interpretation. Bei Mazeppa ist zu Beginn eine ungemeine Virtuosität gefragt, dann plötzlich ein inniges Spiel, um dann wieder energisch, rhythmisch und virtuos zu werden. Ein Werk mit einem enormen Schwierigkeitsgrad, weil hier die gesamte Palette spielerischen Könnens abgerufen werden muß. Auch bei der Hunnenschlacht ist zu Beginn wieder Virtuosität gefragt und die Gabe, mit dynamischen Abstufungen zu arbeiten; und dann diese grandiosen Töne im Pianissimo! Die Les Preludes beginnen mit einem gefühlvollen Entree, um dann aber auch wiederum mit energischem Anschlag zu punkten.  Auf dieser CD zeigen beide Pianisten die volle Bandbreite ihres Könnens, von energisch kraftvoll bis zart und gefühlvoll. Eine Einspielung, die man nur als großen Wurf bezeichnen kann.

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