Du liebst mich, nicht? – Liederabend mit Yvi Jänicke und Henning Lucius (Bunkerrauschen in Hamburg, 17.09.2016)

Gestern Abend ging das „Bunkerrauschen“ in die 11. Season. Für die Eröffnung wurde keine geringere als Yvi Jänicke geladen und wie es dem Verfasser schien, hat sie mit Freuden zugesagt. Charmant und gut aufgelegt bestritt sie mit ihrem Begleiter Henning Lucius einen wenn auch relative kurzen (ca. 1 Stunde), aber doch anspruchsvollen Liederabend. Die vier Brahmslieder waren bis auf das letzte „Meine Liebe ist grün,“eher melancholisch,“Ständchen, Sonntag Morgen und Nicht mehr zu dir zu gehen“. Es folgten drei etwas heiterere Stücke von Clara Schumann,“Liebst du um Schönheit, Warum willst du and’re fragen und Er ist gekommen“. Es folgte schließlich ein gut ausbalanciert gespieltes Nocturne fis -Dur op. 15.No. 2 Ihren ausgeklügelten Sinn für Humor stellte Yvi Jänicke dann bei den drei Hugo Wolf Liedern: Unfall, Der Schäfer und Erschaffen und Beleben“, mit amüsanter Gestik und Mimik (Der Schäfer: Appetit und Schlaf), unter Beweis. Nach einer kurzen Pause folgten 5 Rispetti op. 11 und 12 von Emanuel Wolf -Ferrari, welche mit zum Teil viel Esprit vorgetragen wurden. Schließlich das Jeux d’eau für Klavier. Drei Lieder von Leonard Bernstein, bei welchen sie sehr frei mit dem Tempo umging und diesen somit auf erfrischende Art und Weise neues Leben einhauchte: A little bit in love, Lonely Town-Song und I feel pretty ( was man ihr 100 prozentig abkaufte), beendeten den offiziellen Teil des Abends. Als Zugabe folgte noch:“Tonight“ von Leonard Bernstein und ein Stück von Stephen Wolf, bei welchem sie 7 Stimmen einer Gästerunde mit viel Witz und Esprit imitierte. Wo sich bei viele Sängerinnen im Laufe der Jahre das Timbre dem Alter angleicht, fällt Yvi Jänicke glücklicherweise aus dem Rahmen, denn in der mittleren und hohen Lage klang die Stimme noch genauso jugendlich frisch, wie man sie seit Jahren im Ohr hat. Einzig bei manchen Tönen in der Tiefe merkte man der Stimme dann doch an, das die Liedinterpretin dieses Abends keine 25 mehr war. Ein erfrischender, glanzvoller Abend, der dem Verfasser sichtlich Freude bereitete. Bitte noch mehr von diesen Abenden.

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