Peter Neumann (Dirigent)

Johann Sebastian Bach: Passio secundum Johannem
Das Collegium Cartusianum, unter der Leitung von Peter Neumann, sorgen für einen mitreißenden Orchesterklang und treffen punktgenau den richtigen Tonfall für diese Musik, was auch für den Kölner Kammerchor gilt. Thomas Laske’s elegante, klangschöne, runde Stimme gelingt eine ideale Interpretation als Jesus was  auch für die Arieninterpretationen gilt. Bogna Bartosz (Alt) gut platzierte Stimme, besticht durch ihren natürlichen Stimmklang trotz einer eher instrumental anmutenden Technik. Tom Sol’s heller Baß besticht durch seine beeindruckende Virtuosität und seiner gut platzierten Stimme. Ruth Holden gelingt mit ihrem eher instrumental geführten, dunkleren Sopran ebenfalls eine ideale Interpretation. Gesamtbetrachtet eine schlüssige, durch die ideale Abstimmung der Stimmen untereinander und mit dem Orchester, gelungene Werkausdeutung.
Händel: Belshazzar
Peter Neumann und das Collegium Cartusianum legt, anders als George Petrou, das Werk vom Stimmungsgrundton hundertprozentig als Oratorium an, auch wenn in manchen Fällen dazu übergegangen wird, Oratorien wie den den Messiahs (Theater an der Wien) oder Saul ( Glyndebourne) als Opern aufzuführen. Peter Neumann geht in seiner Art der Werkinterpretation mit dem Kölner Kammerchor und dem Orchester eindeutig den Weg, die Werke als Oratorien aufzuführen. Das bedeutet, sie werden musikalisch genau aber eben eher zurückhaltend interpretiert.
Christopher Robson (Áltus) besitzt einen einschmeichelnden Stimmklang für die Rolle des Cyrus, einhergehend mit Charme und einem grandiosen Timbre. Patrick van Goethem (Altus) als Daniel ist höher im Klang, schwingungsärmer und mit etwas weniger Charme ausgestattet; dennoch ein überzeugendes Rollenporträt. Markus Brutscher (Tenor)  bildet die Koloraturen  gut. Mit ihrem einzigartigen, charakteristischen Stimmtimbre gestaltet Simone Kermes die Rolle des Nitocis mit perlenden Koloraturen und zeichnet eine überzeugende Charakterstudie. Franz Josef Selig gelingt mit der Rolle des Gobruias ebenfalls ein überzeugendes Rollenporträt.

 Händel: Joshua

Myung-Hee Hyun (Sopran) als Achsah führt ihre Stimme eher instrumental, Koloraturen werden von ihr sauber ausgeführt. James Gilchrist (Tenor)  gestaltet die Rolle des Joshua elegant und stilistisch einfach bravourös, Koloraturen werden von ihm deliziös ausgeformt. Alex Potter (Altus) besitzt eine stimmliche Eigenheit, bei der einem immer das Gefühl beschleicht, er sänge nicht so ganz sauber. Ihm gelingt aber ein ergreifendes Rollenporträt. Georg Poplutz (Tenor) besitzt für die Rolle des Angel ein individuelles Stimmtimbre einhergehend mit dem nötigen Feingefühl für die Gestaltung dieser Rolle; Koloraturen werden von ihm virtuos ausgeführt. In vollem Umfange gelingt dies auch Konstantin Wolff (Bass) in der Rolle des Caleb.

 Händel: Athalia
Olga Pasichnyk (Sopran) als Josabeth besitzt ein silbriges Timbre, einhergehend mit einer Leichtigkeit, Eleganz und Stilsicherheit bei den Koloraturen: bravourös. Wolf Matthias Friedrich’s (Bass) elegante Rollengestaltung (Abner) und seine virtuose, saubere Bildung der Koloraturen nehmen sofort für ihn ein. Martin Oro (Altus) gestaltet mit seinem sinnlichen Timbre die Rolle des Joad grandios. Die Athalia, gesungen von Simone Kermes (Sopran) ist eine ihrer besten Rollenporträts; ihre dramatische Rollengestaltung ist schlichtweg überragend. Thomas Colley (Tenor) ist als Mathan mit seiner Rollengestaltung ebenfalls grandios. Trine Wiklsberg Lund (Sopran), klingt als Joas mit ihrer eher instrumental geführten, stellenweise leicht dunkleren Sopranstimme und ihrer hervorragenden Bildung der Koloraturen ungeheuer fesselnd.
Händel: Susanna
Elisabeth von Magnus einschmeichelnder Sopran und ihre geschmackvolle Bildung der Koloraturen sind  schlichtweg herausragend. Sytse Buwalda (Altus) als Joacim; bei ihm klingt die Stimme etwas unsauber, aber auch hier ein ergreifendes Rollenporträt. Ruth Holton (Sopran) klingt etwas weniger charakteristisch, obgleich sie über ein schönes Timbre, einen weichen Tonansatz für die Rolle des Atendant und des Daniel verfügt. John Elwes (Tenor) als First Elder verfügt über ein grandioses Timbre, einen verführerischen Schmelz in der Stimme und seine Koloraturen werden mit einer perlenden Leichtigkeit gebildet. Tom Sol (Bass) Second Elder besitzt eine beachtliche Virtuosität; bei der Ausformung der Koloraturen wird größten Wert auf das Gewicht des Wortes gelegt.

Händel: Saul

Vasilika Jezovsek  besitzt einen wohlgeformten, silbrigen Sopranklang. Koloraturen werden von ihr gut gebildet. Mathias Koch (Contraalto) besitzt ein spezielles, interessantes Timbre. Simone Kermes interpretiert die Rolle der Merab charakteristisch; Koloraturen werden virtuos ausgeformt. John Elwes (Tenor)  klingt in der Rolle des Jonathan typisch britisch und  bietet ein überaus gefühlvolles Rollenporträt; Koloraturen werden perfekt auszisiliert. Gregory Reinhard (Bass) gestaltet die Rolle des Saul mit einer charakteristischen, leicht rau anmutenden Stimme. Ihm gelingt ein überzeugendes Rollenporträt

Wolfgang A. Mozart: Salzburg Sacred Music
Peter Neumann und das Collegium Cartusianum haben sich bekanntlich ja schon mit der Veröffentlichung der Händel- Oratorien einen Namen gemacht. Auch dort zeichnete sich der Klangcharakter der Musik durch eine Schlichtheit aus, die dem jeweiligen Werk den Raum gab, um für sich selber sprechen und entfalten zu können. Wie auch zuvor bei der Händeleinspielung, legt Peter Neumann auch bei  Mozart großen Wert darauf, dass die  Stimmen der Solisten als Teil des Orchesters gehört werden. So klingen die Stimmen von Cornelia Samuelis die z.B. das Laudate Dominum  singt, auch eher verinnerlicht. Die Stimmen von Ursula Eittinger (Alt), Benoit Haller (Tenor) und Markus Flaig (Bass) sind auch eher instrumental geführt. Die drei Werke Vesprae solennes de confessore KV 339, Missa Solemnus KV 337 und Regina coeli KV 276 entfalten in ihrer Schlichtheit der gesanglichen Darbietung einen gänzlich anderen und dennoch bezwingenden Charme. Dem Kölner Kammerchor gelingt es auf Anhieb, mit dem Collegium Cartusianum eine ideale musikalische Atmosphäre zu zaubern.
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Opernexperte
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