Rossini in Wildbad 2015: L’Inganno Felice

Der Rossiniklang unter der Leitung von Antonino Fogliani ist virtuos aber nicht ganz so mitreißend, wie der Verfasser es in voran gegangenen Rossinioperneinspielungen erleben konnte. Silvia Dalla Benetta braucht ein paar Minuten, bevor sie so richtig in Fahrt kommt und sich der Musik hingibt, um in ihrer Rolle voll aufzugehen. Sie klingt zu Anfang etwas unterkühlt und zurückhaltend, was aber nicht darüber hinweg täuscht, dass sie in diesem Fach genau richtig ist. Der schon aus anderen Produktionen hinlänglich bekannte Lorenzo Regazzo liefert auch hier wieder eine überragende Kostprobe seines großen Talentes. In der Rolle des Tarabotti ist er in dieser Produktion der eigentliche Star. Der lyrisch helltimbrierte Tenor Artavazd Sargsyan hat so manche kleineren Probleme beim Bilden von Koloraturen. Das Timbre der Stimme ist zweifelsohne bezwingend; für alles andere fehlt noch der letzte Schliff. Baurzhan Anderzhanov singt den Ormondo. In bestechend guter Form ist in dieser Produktion auch Tiziano Bracci, der mit der Rolle des Batone eine Kostprobe seines komödiantischen Talentes abgegeben hat. Im Großen und Ganzen eine  zu empfehlende Produktion, da auch hier wiederum Rossini mit seinen wundervollen Ensembleszenen, wirklich einzigartig zu Punkten versteht. Das gesamte Ensemble ist gesanglich perfekt aufeinander abgestimmt.

 

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