Giacomo Puccini: La fanciulla del west ( Hamburg, 12.06.2016 )

Zum Abschluß der Opernsaison 2015/2016, der ersten unter der neuen Direktion Georges Delnon und GMD Kent Nagano, stand La Fanciulla del West unter der Leitung von Josep Caballe‘- Domenech auf dem Plan. Schon nach den ersten Sekunden kristallisierte sich heraus, dass dieser Abend des nicht einmal zur Hälfte ausgelasteten Hauses, phänomenal werden sollte. Das Philharmonische Staatsorchester Hamburg und ihr Dirigent lieferten einen spannungsgeladenen, transparenten Klangteppich. Amarilli Nizza, spielte an diesem Abend nicht nur die Minnie, sie war es. Eine solche ergreifende Rollengestaltung, gerade auch in der von ihr explosiv gestalteten und vokal gemeisterten Pokerszene, ihr Triumpfschrei an derem Ende, erlebt man nicht alle Tage. Hier bewahrheitet sich die vom Verfasser schon vor Monaten abgegebene Prognose: wenn diese Frau einmal in der Rolle drin ist, ist sie kaum zu toppen. Das stellte sie an diesem Abend wieder unter Beweis. Auch wenn einige wenige Noten nicht ganz präzise getroffen wurden; bei dieser impulsiven Rollenausdeutung, die von Anfang an beeindruckend stimmig war, spielte das keine Rolle. Jose Cura muß man auf der Bühne, nicht auf der CD erleben; er ist einfach kein Tonträger Künstler, dazu ist die Stimme nicht ganz ausgeglichen und ausbalanciert. Aber live auf der  Bühne wirkt sie viel klarer, offener und brilliant in der Höhe.  Auch hier eine treffende Rollenausdeutung. Claudio Sgura gab einen etwas robusten Jack Rance; die Stimme strahlte wenig Charme und Wärme aus, was sicherlich der Charakterisierung dieser zwiespältigen Rolle geschuldet war. Dass er auch anders kann, bewies er unlängst in einer vom Verfasser besprochenen Butterfly-DVD. Ebenfalls hervorzuheben: Tigran Martirossian als Ashby, Kartal Karagedik als Sonora, Victor Rud als Bello, Benjamin Popson als Harry, Daniel Todd als Joe, Zak Kariithi als Happy. Jürgen Sacher als Nick, Joshua Steward als Trin, Alexey Bogdanchikov als Sid, Alin Anca als Larkens, Bruno Vargas als Billy, Marta Swiderska als Wowkle, Stanislav Sergeev als Jack, Christoph Rausch als José, Sergiu Saplacan als Postillon und Peter Veit als Stimme. Ein grandioser Abend!. Ein Saisonabschluß, der dem Verfasser noch lange in Erinnerung bleiben wird.

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