Anne Schwanewilms

Auf dieser Reise durch den Schumann Liederkreis op.39 und ausgewählte Lieder von Hugo Wolf, wird die Sopranistin Anne Schwanewilms kompetent und gefühlvoll von Manuel Lange am Klavier beeindruckend geführt und begleitet. Anne Schwanewilms interpretiert den Liederkreis eher mit einem abgeklärten Tonfall. Sie vermittelt das Gefühl, dass wir hier auf eine Stimme treffen, die das, was gesungen wird, erlebt bzw. durchlebt wird. Die Mondnacht klingt auch eher melancholisch als romantisch. Bei den Liedern „In der Fremde:  Aus der Heimat..“, In der Fremd:  Ich hört die Bächlein rauschen“ und „Wehmut“, klingt dieses Fremdsein mehr erlebt als vermittelt. Dieser abgeklärte  Stimmklang, paßt auch trefflich zu den  ausgewählten Wolf Liedern, als da wären: “ Verborgenheit“, “ Das verlassene Mägdelein“, “ Wo find ich Trost“ und“ Der Genesene an die Hoffnung.“

Mit einem der besten Pianisten unserer Zeit, Charles Spencer, sang sie Lieder von Franz Schubert und Erich Wolfgang Korngold. Die Stimme von Anne Schwanewilms ist deutlich spröder geworden und hat daher leider auch etwas an ihrem Charme und ihrer Wärme und Weichheit eingebüßt. Die Schubertlieder werden vom Text her überaus differenziert gestaltet. Der Klang íhrer Stimme ist leicht spröde und paßt am besten  zu ihrer Interpretation der 3 Korngold Lieder “ Was du mir“, „Mit dir zu schweigen“ und „Welt ist stille eingeschlafen“. Für die Gesänge der Ellen, auch gerade beim „Ave Maria“ hingegen, paßt sie weniger. Auch für die junge Nonne klingt die Stimme schon eine Spur zu reif, ebenso beim Lied „Der Tod und das Mädchen“. Bei den beiden Fassungen der Lieder „An den Mond“, „Die Götter Griechenlands“ , „Im Abendrot, in alten Tagen“ , “ Im Lenz“ klingt Ihre Stimme deutlich besser in Form.

Das ORF Vienna Radio Symphony Orchestra bietet uns unter der Leitung von Cornelius Meister einen großartigen, in seinen dynamischen Abstufungen differenziert getragenen Wagnerklang. Das Ganze beginnt schon mit einem packenden Bläsertrio bei der Tannhäuser Ouvertüre, die einen sofort vom Stuhl reißt. Anne Schwanewilms besticht vor allem in der Hallenarie der Elisabeth und in den anschließenden Wesendonk-Liedern, die sehr differenziert gestaltet werden. Bei der Isolde, obgleich der Liebestod eine eher lyrische Schlußsarie ist, merkt man dann doch, dass diese nicht ihre Rolle ist und wohl auch nicht mehr werden wird. .
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Opernexperte
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