Anna Lucia Richter

Die Stimme der Sopranistin Anna Lucia Richter hat in der mittleren und tieferen Lage eine betörende Wärme; lediglich in der Höhe klingt sie etwas unterkühlt und verliert auch ein wenig an Klangfarbe. Michael Gees ist ein überaus einfühlsamer Begleiter. Beide haben die Zyklen und die Bedeutung einzelner Wörter und Phrasen exakt erarbeitet. Dieses ist besonders bemerkenswert bei der Textzeile des 7. Titels Waldesgespräch   “ Bist du die Hexe Loreley“, deutlich,  die Worte werden von der Betonung und auch vom Sprachrhythmus her, anders ausgeformt, als man es für gewöhnlich von anderen Sängern erlebt. Gleiches ist auch bei der Textzeile “ So sternklar war die Nacht“ aus die Mondnacht zu hören. Beachtlich auch die Tempowahl bei The Last Rose of Summer von Benjamin Britten. Die Liederzyklen werden in gemischter Form gesungen. Es beginnt zum Beispiel Brittens “ The trees they grow so hight“, gefolgt von Anna Lucia Richter und Michael Gees’s “ Wünschelrute „, gefolgt von Schumann’s In der Fremde, dann wieder ein Titel von Richter und Gees und bei Track 14 kommt dann von Brahms “ In stiller Nacht“. Eine interessante Mischung und vor allem bei fast jedem Lied überrascht Anna Lucia Richter mit einem Interpretationsansatz bei bestimmten Phrasen, mit denen so nicht gerechnet wird. Somit hört man in manchen Liedern etwas Neues, was in dieser Form, so bisher nicht zu hören war. Sie versteht es gekonnt, ausgetretene Pfade zu verlassen.

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