Francis Poulenc: Dialogues des Carmélites ( Arthaus; DVD )

Riccardo Muti gelingt es in dieser  Poulenc  Produktion aus der Mailänder Scala aus dem Jahre 2004 von seinem alten Dirigierschema, alles vom Klangbild her gleich zu machen, abzuweichen, um somit dem Werk ein eigenständiges Klangbild zu geben. Auch wenn die Stimme Anja Siljas im Laufe der Jahre einen leicht säuerlich anmutenden Touch erhalten hat, gelingt ihr in der Rolle der Madame de Croissy eine Charakterstudie, die ihres gleichen sucht. So bleibt während ihrer großen Sterbeszene die Mezzosopranistin Gwynne Geyer als Madame Lidoine, trotz einer guten gesanglichen Leistung, etwas blaß. Dagmar Schellenberger als Blanche de la Force gelingt hier ebenfalls eine großartige Charakterstudie. Gordon Gietz als Chevalier de la Force besticht mit seinem hellen, großartig geführten Tenor, seinem ansprechenden Stimmtimbre und der makellosen Höhe; die Noten schwingen frei aus und klingen nicht gequetscht. Laura Aikin versprüht als Sour Constanze ihren natürlichen Charme und ist hierbei bezwingend wie immer. Christopher Robertson  besticht als Marquie de la Force. Außerdem erleben wir hier in einer kleineren Rolle Barbara Dever. Das Bühnenbild ist konventionell und schlicht. Zum Schluß stehen alle Nonnen im weißen Gewand auf der Bühne um nach jedem Schafott knall langsam zu Boden zu sinken.

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Opernexperte
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