Franz Schubert: Schwanengesang; James Rutherford – Bariton ( BIS )

Viele Opernsänger, gerade auch solche, die im Wagnerfach ( z. B. Hans Sachs ) reüssierten, neigen dazu,  einen Liederabend im gleichen gesanglichen Stil zu gestalten. Sie singen die Lieder dann mit dickem, aufgeplusterten Ton. Eines der besten Gegenbeispiele war Hans Hotter, der sowohl in Wagnerrollen auftrat, wie  auch als überragender Liedersänger in Erscheinung trat.  James Rutherford besitzt einen ebenmäßigen, eleganten Bariton. Interpretatorisch orientiert er sich hier nicht an Dietrich Fischer-Dieskau, der meinte, mit jeder gesungenen Note den Text erklären zu müssen. Auf dieser CD hingegen orientiert sich der Interpret eher an der Tradition eines Gerard Souzay, welcher die Musik und den Text für sich selbst sprechen ließ. James Rutherford verleiht seiner Stimme bei jedem Lied eine  eigene Klangfarbe.  Die Stimme klingt hier ausgeglichen, geradezu in sich ruhend. Einer der schönsten Momente auf dieser CD erlebt man gleich im ersten Lied, wo der Sänger kunstvoll ins Piano geht. Ebenso wie er den Titel Nr. 5 gestaltet, habe ich dieses Lied „Aufenthalt“  vom Ausdruck her so noch nie zuvor gehört. Man hält förmlich den Atem an.  Der Pianist Eugene Asti versteht es ausgesprochen kunstvoll, einen singenden Klavierton zu erzeugen, auf welchem die Stimme des Sängers wundervoll zum Tragen kommt. Dieser „Schwanengesang“ stellt einen Höhepunkt in der Diskographie dieses Liederzyklusses dar.

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