Wolfgang A. Mozart: Le Nozze de Figaro ( Arthaus )

Nach 2 CD Produktionen, eine aus dem Jahre 1976 mit Dietrich Fischer-Dieskau, Heather Harper, Judith Blegen und Teresa Berganza und einer zweiten aus dem Jahre 1990 mit Andreas Schmidt und Lella Cuberli ist jetzt der Mitschnitt einer Aufführung aus dem Jahre 1999 aus der Staatsoper unter den Linden ( auf Blue-ray  ) veröffentlicht worden. Dorothea Röschmanns pointiertes komödiantisches Talent gepaart mit einem silbrig schimmernden Glanz in der Stimme, so muß eine Susanna klingen, bezaubert vom ersten Augenblick an. Ihr übersprudelnder Charme spiegelt sich auch in ihrer Stimme wieder. Rene Pape, den Schalk im Nacken, gibt hier auch von der Stimme her einen überaus schelmischen Figaro. Beide Stimmen mischen sich in den Duetten hervorragend miteinander. Herrlich süffisant die Marcellina gegeben von Rosemarie Lang. In der ersten Arie macht sich Patricia Risley mit einem  umgarnenden Charme, welcher sich nicht nur darstellerisch sondern  auch gesanglich bemerkbar macht, erst an Susanna und später dann an die Gräfin ran. Bezaubernd ist sie auch in ihrer 2. Arie „Voi che sapete“. Roman Trekel ist mir als Almaviva in vokaler Hinsicht etwas zu steif. Seinen stärksten Moment hat er in der Schlußszene, wenn er auf Knien die Gräfin um Verzeihung bittet, daß ist gesanglich einfach ganz große Kunst. Noch süffisanter von der Stimme und seiner Darstellung, als es die Marcellina war, ist  Peter Schreier als Don Basilio. Dieser versucht nach Cherubino und dem Grafen sich ebenfalls an  Susanna  heranzumachen und grapscht ihr ans Dekolleté. Emily Magee, die sicherlich keine überragende Mozartsängerin ist, im Straussfach ist sie einfach besser, gelingt hier die vokale Zeichnung eines glaubwürdigen Porträts der Gräfin. Für die erste Arie im 2. Akt findet sie exakt den richtigen Tonfall, leider hat sie dafür zum Ende ihrer Arie im 3. Akt leichte Probleme mit den Koloraturen. Im anschließenden Duett mit Susanna zieht sie leider musikalisch betrachtete den Kürzen. Verglichen mit Dorothea Röschmann treten hier ihre Probleme mit den Koloraturen noch deutlicher zu Tage. Die Pointen dieser Komödie werden nicht mit Gewalt possenhaft darzustellen versucht, sondern ergeben sich glücklicherweise wie zufällig,  aus einer Situationskomik heraus.

weitere Hörtips:

Mozart: Le Nozze de Figaro ( Hans Schmidt-Isserstedt )

Mozart: Die Zauberflöte ( Franz Welser – Möst )

Mozart: Idomeneo ( John Pritchard )

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